Enkenbach-Alsenborn RHEINPFALZ Plus Artikel Das neue Taubenhaus kann sofort gebaut werden

Hoffentlich bald Taubenheimat: Hier, auf dem Plateau hinter den Einkaufsmärkten, soll das neue Taubenhaus in Enkenbach-Alsenborn
Hoffentlich bald Taubenheimat: Hier, auf dem Plateau hinter den Einkaufsmärkten, soll das neue Taubenhaus in Enkenbach-Alsenborn erreichtet werden.

Im Dachgebälk des Bahnhofsgebäudes von Enkenbach-Alsenborn hatten sich in der Vergangenheit Tauben häuslich eingerichtet. Um dem Überhandnehmen der Population einen Riegel vorzuschieben, hatte der Gemeinderat zunächst eine schonende Reduzierung beschlossen. Nachdem sich aber herausgestellt hatte, dass dies eine monatelange Vorbereitungs- und Planungszeit erfordern würde, gab es Anfang Juni einen neuen Beschluss. Er sieht vor, dass ein separates Taubenhaus auf dem Plateau hinter dem Aldi-Markt errichtet werden soll.

„Allerdings erwartet nun die Kreisverwaltung einen Bauantrag für die vorgesehene Maßnahme“, schreibt Klaus Bayer aus Enkenbach-Alsenborn an die RHEINPFALZ. Er ist einer der Ehrenamtlichen, die sich zur Betreuung des neuen Taubenhauses bereiterklärt haben. „Dieser Umstand würde eine Lösung des Taubenproblems wieder hinausschieben.“ Bereits jetzt beobachte er, dass sich die Tiere über den ganzen Ort zu verteilen beginnen. Deshalb sei Eile geboten.

Auf Anfrage erklärt Ortsbürgermeister Jürgen Wenzel (CDU), dass die in der Stadt Kaiserslautern existierenden Pläne für das dort schon vorhandene Taubenhaus auf Bitten der Verbandsgemeinde nunmehr eingetroffen seien. Wie in der jüngsten Ratssitzung beschlossen, werde der Beigeordnete der Gemeinde, Gerhard Penner (FWG), den Bauantrag ausarbeiten und bei der Kreisverwaltung einreichen. Dies könne bereits nächste Woche geschehen. „Erfahrungsgemäß dauert es dann noch vier Wochen bis zur Genehmigung.“

Genehmigung nicht nötig

So lange müssten die Enkenbach-Alsenborner aber gar nicht warten, teilt Georgia Matt-Haen, die Pressesprecherin der Kreisverwaltung auf RHEINPFALZ-Nachfrage mit. „Nach Rücksprache mit unserer Bauabteilung kann ich Ihnen mitteilen“, so Matt-Haen, „dass das Taubenhaus in Enkenbach-Alsenborn ohne bauliche Genehmigung gebaut werden kann, da es die im Ortskern genehmigungsfreie 50-Kubikmeter-Marke Raumvolumen nicht überschreitet.“

Die bewährten Baupläne der Taubenhäuser in Kaiserslautern seien mit dem Veterinäramt abgestimmt, insofern gebe es auch hier nichts zu bedenken, wenn diese Pläne als Grundlage verwendet würden. Das Veterinäramt weise jedoch darauf hin, dass die Betreuung des Taubenhauses gewährleistet sein müsse. Das wäre durch die Ehrenamtlichen in Enkenbach-Alsenborn der Fall.

Lockvögel einsetzen

Dass es jetzt zügig gehen solle, betont auch Sandra Labenski von der Taubenhilfe Kaiserslautern. Eigentlich hätte „man den Tauben-Hotspot im Bahnhofsgebäude nutzen sollen, um die Population einzudämmen“, findet die Fachfrau. Dass die Tauben jetzt bereits erst einmal in den Ort ausgewichen seien, werde ohnehin zu einer Verzögerung beim Versuch ihrer Kontrolle führen. „Ich habe beobachtet, dass sich am Bahnhofsgebäude nur noch ganz wenige Tiere aufhalten“, sagt Labenski. Daher müssten die Vögel nun erst wieder angelockt werden. Das sei in der Stadt auch so gewesen. „In dem neuen Taubenhaus müssen Locktauben eingesetzt werden.“ Das seien junge Tiere, die nichts anderes kennen und den Ort als ihre Heimat ansähen. Es gebe dann ganz gute Chancen, die jetzt verstreuten Tiere wieder dort zu versammeln. „Wo Tauben sind, kommen andere auch hin“, hält sie fest. Nach diesem Prinzip müsse verfahren werden, sagt die Taubenexpertin.

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