Kindsbach
Das Kindsbacher Kahnhaus startet durch
Auf Umwegen ist die versierte Gastronomin, die seit 15 Jahren die Gaststätte Gleis 1 in Kaiserslautern betreibt, an ihr zweites Standbein gekommen. Ihr Kollege Andreas Kuhn sprach sie darauf an, als er hörte, dass die frühere Pächterin des Kahnhauses aufhört. „Ich war direkt begeistert, als ich hier ankam und wusste: das passt“, schildert Lisa Stricker ihre ersten Eindrücke. Seit dem 1. Mai 2025 ist sie nun Chefin im Kahnhaus. Das Gebäude gehört der Ortsgemeinde Kindsbach, die es wiederum an den Verschönerungsverein verpachtet hat – und der verpachtet es unter. Wolfgang Würmell, der Schriftführer des 1919 gegründeten Vereins, ist begeistert von der neuen Pächterin – zumal es viele Vorgängerinnen und Vorgänger gegeben habe. In dem einfachen Gebäude war früher ein Bootsverleih, der sich zu einer Gaststätte entwickelte. In den 1980er-Jahren sei sie letztmals ausgebaut worden.
Würmell nennt das Kahnhaus eine echte Bereicherung des Bärenlochs – vor allem im Sommer, wenn in dem Naturgewässer Badebetrieb herrscht. Ein großer Spielplatz nebenan lockt vor allem junge Familien an. Doch nicht nur im Sommer wird im Bärenloch geschwommen. Auch im Winter springen Hartgesottene in den Weiher. Lisa Stricker berichtet außerdem von Eisbadenden.
Schwimmbad-typische Snacks
Im Winter ist die Gaststätte von Donnerstag bis Sonntag jeweils von 15 bis 19 Uhr geöffnet, im Sommer täglich ab 14 Uhr, am Wochenende ab 13 Uhr. An Speisen gibt es Schwimmbad-typische Snacks wie Pommes frites, Currywurst, Frikadellen und Brezeln. Bei den Getränken stechen preisgekrönte Weine vom Weingut Ziegler in Maikammer hervor. Die hat Wolfgang Würmell der Pächterin ans Herz gelegt – und siehe da: sie gehen gut. Ansonsten gibt es Karlsberg-Bier und alkoholfreie Getränke. Im Sommer sind Frozen Margaritas der Renner, wie Stricker erläutert.
Das Kahnhaus bietet innen 25 bis 30 Plätze, auf der Terrasse stehen 25 Tische. Die Pächterin findet es besonders schön, dass es rund um den Bärenlochweiher viele Bänke gibt, auf denen man Platz nehmen kann. Sogar die Treppe des Kahnhauses wird mit Kissen zum gemütlichen Sitzplatz.
Dankeschön-Veranstaltung am 1. Mai
„Zur Eröffnung vor einem Jahr kamen mehr als 100 Gäste“, erzählt Lisa Stricker stolz. Viele Kunden aus Kaiserslautern seien auch mit nach Kindsbach gewandert. Würmell ergänzt, das Kahnhaus zähle mittlerweile viele Stammgäste, habe sich zum Treffpunkt entwickelt. Unter anderem gibt es eine Whatsapp-Gruppe, in der sich Besucher verabreden – darunter auch viele aus Landstuhl. „Man trifft immer jemanden, um ein Gespräch zu führen“, lobt das Vorstandsmitglied des Verschönerungsvereins.
Stricker hat bereits viel Neues eingeführt: Es gab ein Grillfest im Sommer, ein großes Treffen an Heiligabend sei „super angenommen“ worden, ebenso eine Fasnachtsveranstaltung. Bald wird eine Sängerin ein Konzert geben, und am 1. Mai gibt es eine Dankeschön-Veranstaltung anlässlich des einjährigen Bestehens. Für den Sommer kann sich Stricker weitere Aktionen vorstellen – je nach Wetter sei man da sehr spontan.
Ein wichtiges Naherholungsgebiet
Da im Kahnhaus Selbstbedienung ist, kann das Lokal mit einer, höchstens zwei Personen betrieben werden. Wer etwas zu essen bestellt, bekommt einen Pager. Wenn dieser summt, kann das fertige Gericht abgeholt werden. Stricker ist gerade dabei, das Team umzustellen. Sie setzt nicht nur Personal aus ihren beiden Betrieben wechselnd ein, sondern will auch noch ein, zwei Leute hinzugewinnen, wie sie sagt.
In Kindsbach freue man sich, dass das Kahnhaus so gut frequentiert werde, betont Wolfgang Würmell. Das Bärenloch sei ein wichtiges Naherholungsgebiet, in dem es sogar einen Hundeweiher gebe. Es werde so gut angenommen, dass im Sommer der große Parkplatz nicht ausreiche.
Und Lisa Stricker hat ihre Entscheidung für das Kahnhaus nicht bereut: „Hier zu arbeiten, ist einfach schön.“