Hochspeyer RHEINPFALZ Plus Artikel Beim Weinfest im Schwimmbad kommt Stimmung auf

Mal wieder feiern: Beim Weinfest im Hochspeyerer Schwimmbad ließen es sich etliche Besucher so richtig gut gehen.
Mal wieder feiern: Beim Weinfest im Hochspeyerer Schwimmbad ließen es sich etliche Besucher so richtig gut gehen.

„Rock ’n’ Roll trifft Wein“ lautete das Motto des diesjährigen Weinfests, das der Verein „Aktiv für Hochspeyer“ im Schwimmbad veranstaltete. Nicht nur das Wetter spielte an diesem spätsommerlichen Samstagnachmittag hervorragend mit.

Richtig dicke Amischlitten – Straßenkreuzer-Oldtimer aus dem vergangenen Jahrhundert – haben rechts in Parademanier Aufstellung genommen. Links gegenüber auf dem großen Schwimmbad-Parkplatz steht eine ganze Serie schwerer Harley-Davidson-Maschinen in ausgerichteter Linie. Da liegt Rock ’n’ Roll in der Luft.

„Wir waren schon mehrmals auf diesen Weinfesten“, erzählt eine Besucherin. „Aber dieses Mal ist es schöner, weil hier so viel mehr Grün ist.“ Mit ihrer ausladenden Geste streift sie die weite Liegewiese und die freundlichen, Schatten spendenden, alten Laubbaumriesen. „Früher am alten Standort in der Ortsmitte standen viel zu viele Häuser am Rand.“ Diese Wiese ist nun auch gut besucht. Aber statt sonnenhungriger Badegäste hat jetzt das Dubbeglas den großen Auftritt an den Dutzenden Sitzgarnituren. Die letzten freien Plätze werden gerade besetzt, als schlagartig Trommelwirbel jegliches Gläserklirren und die weinfesttypische Gesprächskulisse aus der Wahrnehmung hinwegfegt.

Trommelgruppe Yorokobi haut rein

Einzelne Schläge sind es zunächst. Doch fließend im Rhythmus kommt Fülle in den Klang. Der Laie glaubt, das Thema herauszuhören aus der fremdartig wirkenden Komposition mit japanischen Wurzeln. Jedenfalls geht das Publikum mit, als die zehn Akteure der japanischen Trommelgruppe Yorokobi sich regelrecht in Rage spielen. Fast glaubt man, Dialoge zu erkennen, die per Schlägel hin und her gesandt werden. Anja Klingenberg, Chefin des Vereins „Aktiv für Hochspeyer“ lobt den Auftritt der Gruppe. Er sei geradezu ein Zeichen für die Entwicklung dieses Weinfest-Events.

„Wir haben erst bei unseren Vorbereitungen eigentlich richtig wahrgenommen, dass wir ja ein wenig stolz sein dürfen auf unser kleines Fünf-Jahres-Jubiläum.“ Im Laufe der Zeit seien nämlich immer weitere Programmbausteine hinzugekommen. Die Verbindung zur Trommelgruppe habe ein Vereinsmitglied hergestellt. Und mit der Gruppe, die den späteren Abend bestreiten werde „The Spikes“, sei es so gewesen, dass sie selbst diese Formation bei einem Fest in Neuleiningen als beste Stimmungsmacher erlebt habe. Das Rockabilly-Trio bildeten hochkarätige Musiker aus Heidelberg, Stuttgart und Grünstadt. Es könne den Gästen mit Klasse und Originalität musikalische Unterhaltung vom Feinsten bieten.

Feststimmung wie eh und je

Die ansteckende Feierlaune auf dem weiten Grün breitet sich aus. Über Theken unter bunten Baldachinen wird neben Pfälzer Wein alles gereicht, was Stimmung und Wohlergehen gedeihen lässt. Doch die früher gewohnte Normalität eines solchen Festbetriebs darf auch hier noch nicht sein. Auf die Frage, was bei der Vorbereitung die meiste Mühe gemacht habe, sagt die Vereinschefin mit deutlichem Seufzen in der Stimme: das Umsetzen der Hygienevorgaben. Gemeint ist damit das Registrieren der Gäste schon am Parkplatz, die eingehende Belehrung an der Kasse mit Kartenkontrolle und zahlenmäßigem Erfassen des Besucheransturms. Und öfter auch per Mikrofon die Mahnung an die Feiernden, die Maske zu tragen, sobald sie den Tisch verlassen.

Doch von einer Stimmungsdelle ist im weiten Rund nichts spürbar. Zumal nun „Steini“ seinen Auftritt hat. Mit seiner am Pfälzer Wein und vielleicht an herben Getränken seiner schottischen Zweitheimat gestählte Stimme beherrscht er sofort die Szene. Ralf Roeder fordert sein Publikum. Nach einem Folksong zu Beginn meint er noch: „Ich fühl’ mich wie auf einem Kirchentag.“ Doch dann kommt „Halleluja, Dahäm is doch dahäm“. Dies scheint exakt das zu sein, was die Gäste hören wollen. Klatschend gehen sie mit und gefühlt ist die Feststimmung wie eh und je.

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