Mackenbach
Bei Kaisers: Erst Bier trinken, dann kräftig pusten
Darf ich noch ein Bier trinken, kann ich mir noch einen Schnaps genehmigen? Oder soll ich doch eher ein Glas Mineralwasser oder Saft bestellen? Muss ich heimlaufen oder kann ich noch das Auto oder Fahrrad nehmen? Auf diese Fragen gibt es jetzt im Gasthaus Kaisers eine Antwort. Denn dort hängt ein Alkoholtester an der Wand.
Stolz präsentiert Wirt Nico Westrich den Automaten. Der Alkoholtester sei geeicht und exakt mit dem gleichen Messgerät ausgestattet, wie es die Polizei verwendet. Das Gerät soll laut Hersteller mit einer Genauigkeit von 98,8 Prozent messen. Ideal für Spaß, um beim Feiern zu sehen, wo man promillemäßig steht, aber auch hilfreich für Situationen, in denen man vorab seine Fahrtüchtigkeit checken möchte, um auf Nummer sicher zu gehen. Trotz der hohen Messgenauigkeit betont der Gastronom: „Das Gerät dient ausschließlich der Unterhaltung und ersetzt keine offizielle Kontrolle.“
Gerät funktioniert ganz einfach
Die Funktionsweise ist ganz einfach. Man muss eine Münze in den Automaten werfen und erhält dann eine Art Strohhalm. Dieser wird in das Gerät gesteckt, um kräftig hineinzublasen. Anschließend wird die Promillezahl angezeigt. Auf die Frage, wer bereit wäre, mal einen Test zu machen, erhält man, hauptsächlich von älteren Besuchern, Antworten wie diese: „Es geht niemand etwas an, was ich getrunken habe“, „Ich weiß auch ohne Automaten, wann ich aufhören muss“ oder „So einen Blödsinn mache ich nicht“. Im Gegensatz dazu sind die jüngeren Gäste durchaus bereit, den Test zu machen.
Geht die junge Generation vielleicht offener mit der „Wahrheit“ um, der Frage, wie viel getrunken wurde? Der Wirt bestätigt diese Annahme. Nach seiner Beobachtung sind es hauptsächlich Menschen zwischen 18 und 45 Jahre, die das Gerät nutzen. Rekordhalter sei ein jüngerer Mackenbacher, der nicht genannt werden wolle, mit 2,3 Promille. Ein anderer hatte getestet, wie sich zwei große Radler bei ihm auswirken. Der Apparat zeigte 0,38 Promille.
„Der Automat ist kaputt“
Bei einer Frau, die nach eigener Aussage zwei kleine Cola-Bier getrunken hat, zeigt das Gerät 0,6 Promille an. Der Kommentar der jungen Dame kommt prompt: „Der Automat ist kaputt.“ Gelächter, die gute Unterhaltung an diesem Abend ist gerettet. Aber auch ernsthafte Diskussionen werden geführt. Darüber, wie viel man eigentlich trinken darf, um dennoch gut nach Hause zu kommen.
Zwei Monate hängt der Tester nun bereits an der Wand und er wird nach Auskunft von Westrich gut angenommen. In Gesellschaften von jungen Leuten sorge das Gerät hauptsächlich für Spaß. Aber den einen oder anderen Gast habe es auch zum Nachdenken gebracht und ihn veranlasst, das Fahrzeug auf dem Parkplatz stehen zu lassen.