Landstuhl RHEINPFALZ Plus Artikel Bahnbrücke in Landstuhl: Sanierung verzögert sich

Wichtige Verbindung zur Autobahn und nach Ramstein: Die Brücke über die Bahn in Landstuhl ist bereits seit Juni für den Schwerla
Wichtige Verbindung zur Autobahn und nach Ramstein: Die Brücke über die Bahn in Landstuhl ist bereits seit Juni für den Schwerlastverkehr gesperrt.

Die Arbeiten zur Absicherung der Bahnbrücke an der L363 in Landstuhl verzögern sich um rund ein halbes Jahr. Solange bleibt die Brücke für den Schwerlastverkehr gesperrt.

Seit Juni 2025 dürfen Busse und Lkw über 3,5 Tonnen die Bahnbrücke in Landstuhl nicht mehr passieren. Grund sind Defizite bei der Tragfähigkeit, so der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Kaiserslautern. Nach dem Einsturz der Carolabrücke 2024 in Dresden hatten die Behörden bundesweit Brücken ähnlicher Bauart unter die Lupe genommen. So auch die Bahnbrücke in Landstuhl, die sich unweit des Bahnhofs über die Gleise erstreckt und eine wichtige Verbindung Richtung A6 und Ramstein darstellt. Bei der Brücke (Baujahr 1961) wurde laut LBM „ein spannungsrisskorrosionsgefährdeter Spannstahl“ eingebaut. Schäden infolge von Spannungsrisskorrosion gebe es zwar nicht, „doch bei Berechnungen zur Beurteilung der Tragfähigkeit nach dem aktuellen Stand der Technik ergaben sich Defizite“, so der LBM, der die Brücke daher im Juni für den Schwerlastverkehr sperrte, um die Bausubstanz vor weiteren Schäden zu schützen. Seither werden Busse und Lastwagen über die Bruchwiesenstraße umgeleitet.

Bis Jahresende 2025, „aber vielleicht auch früher“, sollte die Bahnbrücke eigentlich soweit verstärkt werden, dass die Sperrung wieder hätte aufgehoben werden können, kündigte der damalige Leiter des LBM, Elmar Goerz, im Juni vergangenen Jahres gegenüber der RHEINPFALZ an. Doch nun sind mehr als sieben Monate vergangen – und an der Brücke hat sich bislang noch immer nichts getan.

Stadtspitze kritisiert Verzögerungen

Dass der Schwerlastverkehr nach wie vor auf der Umleitungsstrecke über die städtischen Straßen rollt, ärgert die Stadtspitze: „Wir sind nicht für den baulichen Zustand der betroffenen Landesbrücke über die Bahn verantwortlich. Dennoch müssen wir seit Monaten den Umleitungsverkehr über unsere städtischen Straßen dulden, mit allen damit verbundenen Belastungen für Infrastruktur und Anwohner“, sagt Stadtbürgermeister Mattia De Fazio und fürchtet, dass auf die Stadt Folgeschäden an den Straßen zukommen könnten. Eine verbindliche Aussage zur Übernahme möglicher Schäden oder Sanierungskosten durch das Land liege bislang nicht vor, nur der Hinweis auf die gesetzlichen Regelungen, kritisiert der CDU-Politiker und fordert „eine faire und angemessene Beteiligung des Landes an möglichen Sanierungskosten“.

Immer wieder war es gerade in der Anfangszeit der Sperrung zu Verkehrsbehinderungen in der Stadt gekommen, weil große Fahrzeuge die Sperrung ignoriert und sich an den „Schikanen“ – etwa der Höhenbeschränkung an der Zufahrt zur Brücke – festgefahren hatten: So blockierte Ende Juni ein 40 Tonner für Stunden die Brücke, sodass auch Pkw nicht passieren konnten. Nur wenig später blieb ein großer Traktor mit seinem Kipper an der Metallbegrenzung hängen und beschädigte diese. Erneut war die Brücke dicht, Staus waren die Folge.

Um den Verkehrsfluss in Landstuhl zu verbessern, fordert der Bürgermeister vom Land eine zügige Umsetzung der Arbeiten zur Stabilisierung der Brücke, damit die Sperrung wieder aufgehoben werden kann. „Die Verzögerungen sind nur schwer nachzuvollziehen“, so De Fazio.

LBM: Stabilisierung soll im Sommer kommen

Was meint der LBM in Kaiserslautern dazu? „Nach intensiven Untersuchungen und Berechnungen haben wir jetzt zusammen mit einem Ingenieurbüro eine Lösung erarbeitet“, antwortet der neue Leiter der Straßenverkehrsbehörde, Volker Priebe, auf die Frage der RHEINPFALZ nach dem weiteren Vorgehen: Die Brücke solle an ihren Schwachstellen durch Verstärkungen in Form von nachträglichen Stahlspanngliedern ertüchtigt werden. Derzeit werde die Lösung ausgearbeitet, „um dann spezielle Baufirmen zu einem Angebot auffordern zu können“. Daneben müsse sich der LBM noch mit der Deutschen Bahn abstimmen, da teilweise vom Bahnbereich unter der Brücke aus gearbeitet werden müsse. Priebe: „Wir hoffen, dass wir diese Lösung im Sommer umsetzen können und dann der Verkehr wieder ungehindert fließen kann.“

Besonders zu Beginn der Sperrung gab es mehrfach Fahrer von Lkw und Traktoren, die die Anordnung ignorierten und an der Absperru
Besonders zu Beginn der Sperrung gab es mehrfach Fahrer von Lkw und Traktoren, die die Anordnung ignorierten und an der Absperrung hängen blieben.
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