Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgermeisterwahl in der VG Landstuhl: Quereinsteiger sorgt für Spannung

Nach seinem überraschenden Sieg bei der Ortsbürgermeisterwahl in Hauptstuhl möchte Nader Samadi nun gern Verbandsbürgermeister w
Nach seinem überraschenden Sieg bei der Ortsbürgermeisterwahl in Hauptstuhl möchte Nader Samadi nun gern Verbandsbürgermeister werden.

Mit seiner überraschenden Kandidatur fürs Bürgermeisteramt in der VG Landstuhl bringt Nader Samadi Spannung in den Wahlkampf.

In der Kreis-CDU gibt es gemeinhin kaum Überraschungen. Bevor etwas nach außen dringt, ist alles hinter den Kulissen bereits ausgehandelt und bestens organisiert. So auch in puncto Bürgermeisterwahl 2026 in der Verbandsgemeinde Landstuhl: Lange hatte es danach ausgesehen, als solle Jan Schneider einst den Stab von Peter Degenhardt übernehmen. Doch nach dem Fiasko bei der Ortsbürgermeisterwahl in Bann, bei der Schneider dem nach einem Zwist um die Kandidatur ausgetretenen Ex-CDU-Mann Michael Klingel unterlag, hat man wohl umdisponiert: Schneider wird Erster Kreisbeigeordneter und 2026 Nachfolger von Gudrun Heß-Schmidt. Und Verwaltungsfachmann Christopher Bretscher übernahm von Schneider nicht nur die Führung des CDU-Gemeindeverbands, sondern auch die Rolle des Landstuhler Kronprinzen. Alles war durchgetaktet, dass nur ja keine Lücke entsteht, in die jemand hätte springen können. Kaum hatte Peter Degenhardt seinen Rückzug erklärt, wurde noch am selben Tag sein designierter Nachfolger Bretscher aufs Schild gehoben: einstimmig, wie bei der CDU üblich.

Dass nun mit dem Neu-Hauptstuhler Nader Samadi ausgerechnet einer der Ihren aus der Reihe tanzt, wird daher bei den CDU-Granden nicht für Amüsement gesorgt haben. Doch das ficht den Berufssoldaten mit Hamburger Wurzeln nicht an. Nader Samadi ist kein altgedienter Parteisoldat, sondern kam erst zur CDU, weil er Hauptstuhler Ortsbürgermeister werden wollte. Dort sorgte er bei der Kommunalwahl nicht nur für den Überraschungserfolg schlechthin, als er den weit favorisierten SPD-Mann Gerald Bosch vom Bürgermeistersessel stieß, sondern ganz nebenbei mischte der Neubürger die örtliche CDU auch noch ordentlich auf.

Nun kehrt Samadi der Partei nach eineinhalb Jahren wieder den Rücken, weil er – als unabhängiger Kandidat – Verbandsbürgermeister werden möchte. Man sollte seine Bewerbung nicht unterschätzen: Obwohl ohne eigene Hausmacht, können Quereinsteiger ohne Parteibuch wie er durchaus gefährlich werden und die Chancen des Favoriten deutlich schmälern. Das hat selbst das Landstuhler CDU-Urgestein Peter Degenhardt bei seiner ersten Wahl zum Verbandsbürgermeister 2012 zu spüren bekommen: Damals gaben fast 40 Prozent der Wähler dem unabhängigen Kandidaten Wolfgang Feth, der nicht mal ein Mandat in einem politischen Gremium hatte, ihre Stimme. Wer hätte das gedacht?

Eins dürfte daher sicher sein: Durch den Vorstoß des ambitionierten, redegewandten Neu-Hauptstuhlers wird die Bürgermeisterwahl wohl richtig spannend.

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