Enkenbach-Alsenborn RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgerbus nimmt Betrieb auf

Haben Spaß bei ihrer Premiere: Horst Michel (vorne) und Rainer Boßle engagieren sich als Bürgerbus-Fahrer.
Haben Spaß bei ihrer Premiere: Horst Michel (vorne) und Rainer Boßle engagieren sich als Bürgerbus-Fahrer.

Was lange währt: Ab sofort verbindet ein kostenloser Bürgerbus alle acht Orte der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn. Ein Wunsch aber bleibt am Tag der Inbetriebnahme.

Als der Bürgerbus der Verbandsgemeinde (VG) Enkenbach-Alsenborn auf dem Rathausplatz feierlich in Betrieb genommen wird, hat er seine ersten Fahrgäste schon transportiert. Rainer Boßle und Horst Michel, gut an ihren grellgelben Warnwesten als Fahrer zu erkennen, hatten die Premierenschicht am Dienstagvormittag übernommen und zwei angemeldete Bürgerinnen an ihren Haustüren abgeholt, zum Einkaufen und zur Tafel gebracht und wieder nach Hause gefahren. „Wir hatten viel Spaß“, berichtet Boßle von der ersten Tour. Die Fahrgäste – am Ende hätten sogar fünf in dem weißen Renault Trafic Combi gesessen – seien sehr dankbar gewesen, nun einen Bürgerbus nutzen zu können. Und auch bei der Premiere habe sich schon gezeigt, dass es dabei nicht nur um Mobilität geht: So ein Gefährt sei immer auch eine Kommunikationsstelle, sagt die Erste Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt, und Boßle kann das nur bestätigen.

Der Enkenbach-Alsenborner Bus ist der mittlerweile elfte, der im Landkreis seine Runden dreht. Die Idee dafür kam von der Sozialdemokratin Christel Meusel. 2022 wurde dann die Bürgerinitiative (BI) „Bürgerbus – Bürger fahren für Bürger“ gegründet. Dass es fast drei Jahre gedauert hat, bis der Bürgerbus wirklich auf die Straße gebracht werden konnte, lag an vielen politischen Debatten, die darüber im VG-Rat geführt wurden. Vor allem die Fraktionen von CDU, FWG und FDP forderten immer neue Konzeptvarianten und Kostenkalkulationen. Mittlerweile ist alles geklärt, auch die Finanzierung. Sponsoren konnten gewonnen werden, 8500 Euro hat das Land, 5000 der Kreis zum Projekt dazugegeben. Gute 770 Euro kostet die VG die monatliche Leasingrate. Die Fahrgäste zahlen nichts, können aber etwas spenden, wenn sie wollen.

Meusel: „Bürgerbus ist Herzensanliegen“

Umso zufriedener, dass es jetzt endlich losgeht, zeigt sich Christel Meusel. „Ich bin so glücklich. Der Bürgerbus ist mir ein Herzensanliegen.“ Besonders froh ist sie darüber, dass die vielen Ehrenamtlichen, die sich in der BI eingebracht haben, trotz der vielen Verzögerungen bei der Stange geblieben sind. Mit elf Fahrern und sieben Disponenten im Telefonteam geht der Bürgerbus an den Start. Er soll zweimal in der Woche, an jedem Dienstag und Donnerstag, Bürger durch die gesamte Verbandsgemeinde transportieren. Wer zum Arzt oder zur Physiotherapie, zu einem Geschäft oder einfach zu einem Kaffeeklatsch gefahren werden möchte, kann sich am Vortag – oder auch früher – beim Bürgerbusteam melden. Abgeholt und wieder abgeliefert wird er dann an seiner Haustür.

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Eine der Fahrerinnen ist Mehlingens Ortsbürgermeisterin Kristina Zick. Zweimal im Monat übernimmt sie eine Schicht, einmal vor- und einmal nachmittags. Das könnten sicher auch andere jüngere Leute leisten, ist sie überzeugt, dass nicht nur Rentner für das Ehrenamt in Frage kommen. Dass dringend noch weitere Fahrer gebraucht werden, betont nicht nur Zick, sondern auch Horst Michel. Denn die Buslenker sind immer als Team zu zweit unterwegs, vier Teams werden pro Woche benötigt. Der eine fährt, der andere unterstützt die Fahrgäste, wenn nötig, beim Ein- und Aussteigen. Allerdings: „Wer mit uns fährt, muss grundsätzlich selbstständig ein- und aussteigen können“, macht Zick deutlich, dass der Bürgerbus nicht in Konkurrenz zu Fahrdiensten für eingeschränkte Personen tritt.

Beitrag zur Lebensqualität

Der 71-jährige Michel, der seit rund zwei Jahren in der Westpfalz lebt, hat schon Erfahrung als Bürgerbusfahrer. Acht Jahre lang lenkte er das Schifferstadter Pendant zum Enkenbach-Alsenborner Kleinbus. Da er als Rentner viel Freizeit habe und mit Blick auf die wenigen regulären Busverbindungen in der VG, hat er sich entschlossen, seine Dienste auch in seiner neuen Heimat anzubieten.

Auch Monika Bohleber gehört zum Bürgerbus-Team. Sie sitzt montags und mittwochs an einem der Telefone, über das sich die Fahrgäste anmelden können. Und auch sie wirbt für weitere Mitstreiter.

Dass diesen ehrenamtlich engagierten Menschen ein großer Dank gebührt, stellt am Dienstagmittag Silke Brunck, die Bürgermeisterin der VG Enkenbach-Alsenborn, heraus. „Ihr leistet einen unschätzbaren Beitrag für die Mobilität und damit für die Lebensqualität vieler Menschen“, sagt sie an das Freiwilligenteam gewandt. Und sie fordert alle Bürger dazu auf, ihren Nachbarn, Freunden und Familien vom Bürgerbus zu erzählen, damit dieser auch gut genutzt werde.

Information

Der Bürgerbus der VG Enkenbach-Alsenborn fährt an zwei Tagen in der Woche, immer dienstags und donnerstags zwischen 8 und 18 Uhr.

Wer den kostenlosen Bürgerbus der VG Enkenbach-Alsenborn nutzen möchte, kann sich montags und mittwochs zwischen 14 und 16 Uhr telefonisch unter der Nummer 06303 913913 für die Fahrtage anmelden. Das ist auch per E-Mail möglich an buchung@buergerbus-ea.de.
Personen, die sich ehrenamtlich als Fahrer oder Disponenten engagieren möchten, können sich ebenfalls unter den genannten Kontaktadressen melden.

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