Landstuhl RHEINPFALZ Plus Artikel Ölmühle Landstuhl: Außen ein Hingucker, innen stilvoll und lecker

Schmuck von außen und innen: Die Ölmühle wurde 2003 zum Hotel-Restaurant umgebaut.
Schmuck von außen und innen: Die Ölmühle wurde 2003 zum Hotel-Restaurant umgebaut.

Wer in historischem Gemäuer tafeln möchte, sollte nach Landstuhl fahren. Dort bietet die Ölmühle ausgezeichnetes Essen in gemütlichem Ambiente.

Die Landstuhler Ölmühle, früher auch die „Obere Mühle“ genannt, war eine von sechs Mühlen am Hembach und bis 1925 in Betrieb. Danach wurde das repräsentative Gebäude als herrschaftliches Wohnhaus genutzt, bis es 2003 von Elisabeth Stärz erworben und zum Hotel-Restaurant umgebaut wurde. Schon von außen ist die Ölmühle ein Hingucker. Einladend dringt im Dunkeln warmes Licht aus den Sprossenfenstern, die von dunkelgrünen Holzläden flankiert sind. Doch vor der Einkehr gilt es zunächst in den engen Altstadtgassen der Sickingenstadt einen Parkplatz zu finden – was an diesem Donnerstagabend einige Zeit in Anspruch nimmt, denn der Hof des Restaurants ist bereits voll besetzt.

Endlich drinnen, erwartet den Gast ein elegantes, aber gemütliches Ambiente. Die Vorhänge, Tischdecken und Stoffservietten in Erdtönen harmonieren mit den dunkelbraunen Möbeln und den eierschalfarben gestrichenen Wänden, die von heimelig leuchtenden Lampen dezent erhellt werden. Sogleich bringt ein freundlicher, junger Kellner den Neuankömmlingen die Karte, die auf zwei Seiten eine überschaubare, aber abwechslungsreiche und ansprechende Auswahl an Speisen bietet: Wie wär’s mit hausgebeiztem Lachs auf Rösti mit Zitronen-Orangen-Crème fraîche und Salat zum Entree? Oder lieber Ziegenkäse unter der Nusskruste mit hausgemachtem Feigensenf? Auch der „Harschberger Wildschinken“ mit Apfel-Selleriesalat und Walnüssen klingt verlockend. Während wir noch überlegen, kündigt der Kellner den Gruß aus der Küche an und fragt dabei nach, ob wir Vegetarier sind – was wir verneinen. Des Rätsels Lösung kommt ruckzuck auf den Tisch: eine leckere Garnele in einem knusprig-frittierten Mantel aus Kartoffelstreifen auf einem Klecks süß-saurer Soße mit Chili sowie ein Quarkdip mit Baguette. Die Frage nach den Vorspeisen hat sich nach diesem amuse gueule erledigt, besonders als ein Blick auf die Nachbartische die Größe der Hauptgänge offenbart.

Hauptgerichte von Fisch bis vegan

Die Hauptgerichte reichen von Kabeljau und Wolfsbarsch an gebratenen Garnelen auf Kräuterrisotto über Schnitzel und Cordon bleu vom Eifelschwein, Maispoulardenbrust mit Champignonrahm auf Buchweizenspätzle bis hin zu Rumpsteaks sowie Rinderfilet in Pfefferrahmsoße mit Pilzlauchgemüse. Vegetarier können allerdings nur zwischen Veganer Kohlroulade mit Maronen und Steinpilzen sowie Spinatkartoffelknödel mit Ziegenfrischkäse wählen. Dafür wirbt die Ölmühle damit, dass ihre Küche glutenfrei sei.

Wir entscheiden uns für die vegetarischen Spinatknödel und das Pfälzer Rumpsteak mit Zwiebeln, was sich als gute Wahl erweist. Die drei großen Knödel werden auf reichlich gedünstetem Gemüse serviert. Der Frischkäse in ihrem Inneren gibt den besonderen Pfiff. Wirklich außergewöhnlich schmeckt die Kombination zwar nicht, alles ist aber gut aufeinander abgestimmt und lecker.

Rumpsteak und Sorbet begeistern

Beim Rumpsteak ist ein großer gemischter Salat im Preis inbegriffen, der durch Knackigkeit und leckeres Dressing gefällt. Für Begeisterung sorgt das Rumpsteak, das unter einem hoch aufgetürmten Berg frittierter Zwiebeln erstmal kaum zu sehen ist. Das Fleisch ist zwar nicht dick geschnitten, aber das Stück sehr groß – und perfekt Medium gegrillt. Butterzart und mit viel grobem Pfeffer gewürzt harmoniert das Steak wunderbar mit der pikanten Soße, die zu den Bratkartoffeln serviert wird.

Nach dem Rumpsteak bleibt leider kein Platz mehr für eine Nachspeise. Anders sieht es nach den Spinatknödeln aus. Hier passen für Süßschnäbel noch die Sorbet-Variationen obendrauf. Sie sind nicht nur optisch ein echter Hingucker, sondern überzeugen auch geschmacklich, ganz besonders das Maracujasorbet. Alles in allem also ein runder Abend in der stilvollen Ölmühle.

Ein Berg frittierter Zwiebeln türmt sich auf dem Rumpsteak.
Ein Berg frittierter Zwiebeln türmt sich auf dem Rumpsteak.
Knackig-frisch und im Preis inbegriffen: der Beilagensalat zum Rumpsteak.
Knackig-frisch und im Preis inbegriffen: der Beilagensalat zum Rumpsteak.
Mit pfiffigem Käsekern: Für Vegetarier gibt es Spinat-Kartoffelknödel mit Marktgemüse.
Mit pfiffigem Käsekern: Für Vegetarier gibt es Spinat-Kartoffelknödel mit Marktgemüse.
Das Beste kommt zum Schluss: Die Sorbet-Variation ist ein echter Hingucker – und schmeckt!
Das Beste kommt zum Schluss: Die Sorbet-Variation ist ein echter Hingucker – und schmeckt!
gastroserie bewertung oelmuehle
Mehr zum Thema
x