Südpfalz Zwei Südpfälzer bekommen Stipendium der Asklepioskliniken
Ärzte werden dringend gesucht, viele junge Menschen wollen Medizin studieren – doch so einfach ist das alles nicht, nicht zuletzt wegen des Numerus clausus’ von 1,0. Allerdings gibt es Stipendien, wie sie zum Beispiel von den Asklepioskliniken angeboten werden.
Er sei durch den Artikel in der RHEINPFALZ auf diese Möglichkeit aufmerksam geworden, sagt Nils Billhardt aus Siebeldingen. Schon in der Schule habe er eine Vorliebe für Biologie gehabt. Seit dem Abitur arbeite er beim Rettungsdienst, habe die Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert. Dadurch sei der Berufswunsch Mediziner noch verstärkt worden. Auch sein Freund Konrad Stratmann aus Landau hat diesen Weg eingeschlagen. „Wir haben beide kein 1,0-Abi“, ergänzt Stratmann. In seiner Familie gebe es viele Ärzte, er sei damit aufgewachsen. „Meine Eltern haben das als bereichernden Beruf angesehen, das prägt.“
Erst Budapest, dann Hamburg
Die beiden jungen Männer haben nun sogenannte Exzellenz-Stipendien erhalten. Die ersten vier Semester sind in Budapest angesiedelt, danach geht es nach Hamburg an den Asklepios-Campus Hamburg der Semmelweis-Universität (ACH). Wenn das Physikum bestanden ist, wird das klinische Studium am ACH vom fünften bis zwölften Semester komplett gefördert, es gibt 17.800 Euro pro Jahr, insgesamt 71.200 Euro
„Es ist schön, dass wir das zusammen machen“, sagt Billhardt. Derzeit sei man gemeinsam im Rettungsdienst, dann werde man zusammen in Budapest studieren. Aktuell werden aus der Ferne mögliche Wohnungen gesichtet. Man müsste sehr darauf achten, dass man nicht auf KI-generierte Bilder hereinfalle, so Billhardt. Bei einem Tag der offenen Tür wollen sich die beiden dann vor Ort umsehen.
Routine in Extremsituationen
Patientenkontakt gehört im Rettungsdienst zum Alltag. Durch die zwei Jahre im Wagen hätten sie nun schon „alles gesehen, was man sehen sollte“, berichten beide, mittlerweile bekomme man auch Routine. „Das war für das Verständnis von dem, was wir machen wollen, Gold wert.“ Das gelte auch für die Erfahrungen im Schichtdienst. Natürlich reize auch das selbstständige Arbeiten, sagt Stratmann. Und das könne man in medizinischen Berufen eben nur, wenn man Arzt sei.
Im Rettungsdienst will jeder zweite Medizin studieren, sagt Billhardt. Aber der Weg werde versperrt, merkt er mit Blick auf den Numerus clausus und die viel zu geringe Anzahl an Studienplätzen an. „Die Stipendien öffnen Leuten, die das aus Überzeugung machen wollen, den Weg.“ An der Semmelweis-Universität in Budapest wird viel Wert auf Vorerfahrungen und das Ehrenamt gelegt. Da kam ihnen zu Gute, dass sie nicht nur beim Rettungsdienst aktiv sind: Stratmann ist ehrenamtlich beim Katastrophenschutz, Billhardt bei der Freiwilligen Feuerwehr: „Ich fand es schon immer cool, für die Leute im Dorf da zu sein.“
Vorfreude auf die Rückkehr
In Budapest wird auf Deutsch unterrichtet. Ab dem 5. Semester bräuchte man dann Kenntnisse im Ungarischen – aber dann soll es ja planmäßig nach Hamburg gehen. Danach verpflichten sie sich für vier Jahre, für Asklepios in der Südpfalz zu arbeiten. Die beiden jungen Männer empfinden dies mitnichten als Einschränkung, sondern vielmehr als große Chance: „Ich komme von hier, ich bin hier geboren und will auch wieder zurück“, sagt Nils Billhart. Auch Stratmann wusste schon immer, dass er wieder zurück in die Südpfalz will: „Die Sicherheit zu haben, im Beruf ankommen zu können, dann hier die Familie im Rücken zu haben, das ist eine Riesenchance.“ Mit den Studienorten Budapest und Hamburg sehen sie ja in jedem Fall auch noch etwas anderes. „Zum Berufseinstieg nach Hause zu kommen, wäre klasse.“
Eigentlich wollen beide – Stand jetzt – nach dem Studium vor allem eines: „Wieder raus“, was bedeutet, später als Notfallmediziner in der Südpfalz unterwegs sein. Entsprechend planen beide, einen Schwerpunkt auf Anästhesie zu legen. Da passt es gut, dass Asklepios-Geschäftsführer Frank Lambert auch schon zwei Mentoren ausgewählt hat: Manuel Lingner und Daniel Schäfer, zwei erfahrene Notfallmediziner der Klinik.
Bei den Nachwuchs-Medizinern ist indes schon die Vorfreude spürbar: „Wir freuen uns darauf, wenn man seinen Traum dann leben kann.“