Kreis Germersheim Zur Sache: Das Kandeler Schlaflabor

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Das Schlaflabor in Kandel war das älteste in Rheinland-Pfalz, sagt Dr. Wolfram Schulz. Der medizinische Leiter des Schlaflabors arbeitet seit 1989 in der Kandeler Klinik und gilt als „Urgestein“. Das Labor sei schon Ende der 1960er-Jahre gegründet worden, sagt Schulz. In den 1990ern wurde es von Thorsten Piepgras ausgebaut, der Schlafmediziner betreibt heute ein Labor in Karlsruhe-Durlach. „Manche haben damit ein Problem“ sagt Schulz mit Blick darauf, dass der verkabelte Schlummer nicht zwingend jedem leicht fällt. In den sachlich eingerichteten sechs Schlafräumen in der Kandeler Klinik werden die Patienten noch bis Ende Juni eng beobachtet: Nachts wird die Sauerstoffsättigung des Blutes gemessen, die Herzfrequenz mit dem Elektrokardiogramm (EKG) überwacht, die Gehirnströme mit einem Elektroenzephalogramm (EEG) und die Augenbewegungen mit dem Elektrookulogramm (EOG). Aber die Kontrolle von Beinbewegungen sei ebenso wichtig, wie die von Bauch und Brustkorb, sagt Schulz. Bei unruhigen Schläfern läuft eine Kamera über dem Bett mit. Dann werden zum Beispiel bis zu 1000 Beinbewegungen pro Nacht aufgezeichnet: Anzeichen für das Restless-Legs-Syndrom, den „unruhigen Beinen“, das vielen den Schlaf raubt. Hier helfe ein Medikament aus der Parkinson-Therapie, sagt Schulz. Andere Patienten kommen, weil sie stark schnarchen oder weil Atemaussetzer beobachtet wurden. Oft handele es sich um Menschen, die sich morgens unausgeschlafen fühlen und tagsüber einnicken. „Meistens bringen die Frauen die Männer“, merkt der Laborleiter an. Die Patienten sind zwischen 30 und 80 Jahre alt. Das sogenannte „obstruktive Schlafapnoesyndrom“ ist oft an Übergewicht gekoppelt. Aber : „Nicht jeder benötigt eine Maske“, betont Schulz. Etwas abnehmen oder auf Alkohol zu verzichten könne auch schon helfen. Dazu müssten weitere Aspekte geklärt werden, zum Beispiel, ob Mandeln nach einer Entzündung zu groß geblieben sind. Manchmal ist die Lösung ganz einfach: Ein großes Kissen, dass das Schlafen in Rückenlage verhindert. Das habe einer Patientin aus dem südlichen Landkreis gerade sehr geholfen, sagt Schulz. Er bedauert, dass das Labor mit seinem Ruhestand geschlossen wird: Es sei stets ein „Aushängeschild“ der Klinik gewesen, sagt der Mediziner. Viele Patienten seien erst mit ihrer Schlafstörung, danach mit anderen Beschwerden nach Kandel gekommen.

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