Wörth
Zukunft des Badeparks: Weiter keine Entscheidung in Sicht
Die wichtigste Nachricht zuerst: Bis zu einer Entscheidung über die Zukunft der beiden Wörther Schwimmbäder wird es noch eine Weile dauern. Ursprünglich war für kommende Woche eine Sitzung des Werkausschusses Bäderbetrieb angesetzt. Doch diese wurde jetzt verschoben – und es werden wohl noch einige Monate vergehen, bis es weitergeht. Darüber hat jüngst der Beigeordnete Peter Pfaff erst den Ältestenrat und später die Fraktionsvorsitzenden informiert. Die Sitzung müsse aus personellen Gründen abgesagt werden, so Pfaff, deshalb hätten der Beigeordnete und Bürgermeister Steffen Weiss „das Heft des Handelns in die Hand nehmen müssen“. Jegliche Kommunikation über die Bäder laufe bis auf Weiteres über Pfaff.
Im Hintergrund werde zurzeit die Aktualisierung der Daten erstellt, so Pfaff weiter. Dazu sei er mit einer Firma und einem Ingenieurbüro einen Tag lang im Hallenbad unterwegs gewesen. Allerdings habe dieser Termin vier Monate Vorlaufzeit gehabt, eine Checkliste zur Vorbereitung habe man erst komplett zusammensuchen müssen. Bis zum Sommer werde er mit den Ergebnissen aus dieser Begehung und den bisherigen Gutachten zu einem Architekten gehen, der bis zum Herbst verlässliche Zahlen ermitteln soll, kündigte Pfaff in dem Schreiben an.
Zwei sanierungsbedürftige Bäder
Die beiden Bäder der Stadt – das 1970 gebaute Hallenbad und der 1984 eröffnete Badepark – gelten als sanierungsbedürftig. Gleichzeitig wird es der Stadt Wörth mit Blick auf die Haushaltslage nicht möglich sein, beide zu erhalten. Pläne für ein Kombibad, bei denen das alte Hallenbad abgerissen und auf dem Gelände des Badeparks ein neues gebaut werden sollte, hat der Stadtrat im Mai 2025 gekippt. In drei Workshops wurde seitdem ein neues Bäderkonzept erarbeitet. Was mit dem Badepark passiert, sollte im Anschluss an die Hallenbadsanierung entschieden werden, hieß es. In der Dezembersitzung wollte der Stadtrat über die neuen Pläne diskutieren. Kurzfristig wurde das Thema jedoch von der Tagesordnung genommen. Nun sollte der Werksausschuss Bäderbetrieb wieder Vorschläge erarbeiten.
In der Zwischenzeit hat die SPD, seit der Kommunalwahl 2024 im Stadtrat in der Opposition, die Wörther Bürger befragt. Im gesamten Stadtgebiet wurden Flyer verteilt, außerdem wurde online auf die Umfrage aufmerksam gemacht. Denn, wie der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Mario Daum im Gespräch mit der RHEINPFALZ betont hatte, sollten gerne auch die Kreisbürger als Nutzer der beiden Bäder ihre Meinung äußern.
Großes Interesse an Umfrage
Schließlich haben sich über 1850 Interessierte an der Befragung beteiligt. Die Ergebnisse wurden am Mittwochabend im Bayerischen Hof in Wörth vorgestellt. Am Abend zuvor habe es schon eine Runde mit anderen Fraktionen im Stadtrat gegeben, informierte Marion Daum die zirka 50 Zuhörerinnen und Zuhörer. Dann ging es zunächst darum, wie die Diskussion um die beiden Bäder bislang gelaufen ist: 2011 kam das Thema auf, 2015 gab es ein Gutachten, 2019 eine Machbarkeitsstudie, 2020 hatte sich der Stadtrat für ein Ganzjahresbad ausgesprochen. Ein neues Hallenbad sollte in den Badepark integriert werden. Nach einem Architektenwettbewerb wurde 2024 ein Bauantrag gestellt, der aber 2025 zurückgezogen wurde.
„Uns war klar, das Bad muss kleiner werden“, erinnerte der ehemalige Beigeordnete Rolf Hammel an die damaligen Beweggründe für das Ganzjahresbad. Hammel hatte sich über die Jahre intensiv mit dem Thema befasst und ist einer der Experten in dieser Sache in der Wörther Kommunalpolitik – auch wenn er selbst betont, nicht aus seinem Politik-Ruhestand zurückkehren zu wollen. „Es muss jedem klar sein: Beide Bäder können wir uns nicht erlauben“, betonte er am Mittwochabend und hielt ein Plädoyer für das Ganzjahresbad: „Die meiste Wetterlage ist die Übergangszeit.“
Klares Votum abgegeben
Doch was denken die Wörther? Die Online-Umfrage lief zwischen 26. Februar und 22. März, 1657 Menschen hätten den Fragebogen komplett ausgefüllt, sagte Daum. Das Ergebnis sei „sehr eindeutig“ ausgefallen: 77,4 Prozent der Teilnehmer hätten sich für das Ganzjahresbad am Badepark ausgesprochen. 8,3 Prozent hätten für eine Sanierung des Hallenbades bei einer gleichzeitigen Schließung des Hallenbades gestimmt. 6,1 Prozent seien unentschieden gewesen, 5,7 Prozent hätten sich für den Erhalt beider Bäder ausgesprochen. 414 Teilnehmer hatten zudem persönliche Rückmeldungen abgegeben, in denen es unter anderem an die emotionale Bindung an die Bäder ging.
Zwei Drittel der Teilnehmer kamen aus dem Stadtgebiet, die übrigen unter anderem aus Jockgrim und Hagenbach. Keine signifikanten Unterschiede habe es bei den Ergebnissen hinsichtlich Geschlecht und Alter gegeben – wobei sich sowohl bei den Frauen als auch bei den „Jüngeren“ (unter 46 Jahren) fast 80 Prozent für das Ganzjahresbad ausgesprochen hätten. Während sich vor allem Familien und Freizeitschwimmer für diese Option entschieden, war bei den Befürwortern der Sanierung des Hallenbades das Thema Schulschwimmen ausschlaggebend.
Für Mario Daum war damit klar: „Der Ratsbeschluss von 2020 entspricht dem Bürgerwillen.“ Nun sollte man die vorhandenen Planungen prüfen und aktualisieren sowie etwaige Zuschüsse aus Fördermitteln oder dem Sondervermögen sondieren. Außerdem brachte Daum einen interkommunalen Zweckverband als langfristiges Finanzierungsmodell ins Spiel.