Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Zukunft der Bäder: Über Badepark sollten alte Nicht-Schwimmer entscheiden

260410

Die nächste Sitzung zum Thema Bäder in der Stadt Wörth wurde verschoben. Das ist jetzt nicht nur schlecht. Aber sicherlich auch nicht gut.

Wenn man der Stadt Wörth eines sicher nicht vorwerfen kann, dann, dass sie beim Thema Badepark/Hallenbad voreilig handeln würde. Oder eine Entscheidung übers Knie bricht. Oder überhastet vorgeht. Aber nein, nichts davon. Seit der Stadtrat im Jahr 2025 den Mehrheitsentscheid aus dem Jahr 2020 für ein Ganzjahresbad am Standort Badepark kassiert hat, hält man sich mit Entscheidungen vornehm zurück.

Dabei ist es ja vollkommen legitim, dass sich ein neuer Stadtrat angesichts eines desolaten Haushalts erst einmal orientieren will. Zumal das Thema Schwimmbad ein emotionales ist. Das bekamen Bürgermeister und Ratsmitglieder spätestens dann zu spüren, als in den Unterlagen für die Sitzung des Werkausschusses Bäderbetrieb sogar von einer Schließung des Badeparks die Rede war. Also: Gut Ding will Weile haben, eine solche Entscheidung – Sanierung Hallenbad oder Zukunft für den Badepark als Ganzjahresbad – will wohlbedacht sein.

Vertagt und dann abgesagt

Dann wurde das Thema in der Dezembersitzung 2025 von der Tagesordnung des Stadtrats genommen, eine mehrheitliche Entscheidung. Zum einen, weil die Beratungsreife gefehlt haben soll, was ein akzeptabler Grund ist. Und zum zweiten wohl auch, weil die Tagesordnung so knallvoll war, dass man das Thema nicht hätte ausreichend würdigen können. Der Ball lag also wieder beim Werkausschuss Bäderbetrieb, der ihn aber erst mal nicht nicht zum Stadtrat zurückspielt.

Nun findet der Termin nächste Woche nicht statt, weil es einen – offensichtlich schwerwiegenden – Personalausfall gebe. Wer will denn da kritteln, schließlich geht es ohne Expertise ja nicht ... Wobei man ernsthaft die Frage stellen muss, ob denn wirklich noch nicht genug Daten vorliegen und ob eine Aktualisierung derselben bis zum Herbst dauern muss. Das Hallenbad wurde über die Jahre von so vielen Fachleuten gesichtet, dass diese sich vermutlich inzwischen in einer Selbsthilfegruppe über die Sinnlosigkeit ihres Tuns austauschen.

Keine Entscheidung kostet auch Geld

Weiter keine Entscheidung zu treffen, bedeutet auch, dass die Bäder weiter im Jahr zusammen über 2,5 Millionen Euro Defizit haben. Selbst wenn zum Beispiel bei einem Ganzjahresbad noch gut 700.000 Euro Betriebskosten blieben, könnte man also durch bedachtes Handeln Geld sparen. Zumal das Hallenbad ein schwieriger Patient ist: Zwar wurden bei der SPD-Veranstaltung zur Bäderumfrage die wohl fantastischen Duschen gelobt. Allerdings dürfen zum Beispiel keine Lampen an die Decke gehängt werden. Ab einer gewissen Schneehöhe muss das Dach geräumt werden. Und wie lange die betagte Technik noch durchhält ... hier werden Wetten angenommen.

Dennoch gibt es gute Gründe, noch einen neuen Anlauf bei der Bewertung der beiden Bäder zu nehmen. Denn Helmut Wesper, 66, Wörther Ortsvorsteher, gab bei der SPD-Veranstaltung einen Einblick in die Besetzung der Workshops, die Entscheidungshilfe über die Schwimmbad-Schicksale liefern sollten: Mit einem Schmunzeln erzählte er, dass er noch zu den Jüngsten gehört habe. Und es sei auch nur ein aktiver Schwimmbadbesucher darunter gewesen ...

Junge Schwimmer fragen

Da nun also der Pausenknopf mal wieder gedrückt ist: Wie wäre es denn, die Menschen mit ins Boot zu nehmen, die eine Bindung zu den Schwimmbädern haben, weil sie sie besuchen? Und die Generationen mitzunehmen, die noch viel Zeit in einem der beiden Bäder verbringen könnten? Und wenn man dann noch einen Blick auf die Kostenaufstellungen und das Ergebnis der SPD-Umfrage wirft, dürfte die Entscheidung so schwer nicht fallen ... Aber halt: Bloß nichts überstürzen!

Nicole Tauer
Nicole Tauer
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