Kreis Germersheim Wohnraum für mehr Asylbewerber gesucht

34 Asylbewerber leben derzeit in der Verbandsgemeinde Bellheim, drei davon in Zeiskam, der Rest in Bellheim. Mindestens 26 weitere soll die Verbandsgemeinde dieses Jahr noch aufnehmen. Die Bewerber sollen proportional zur Bevölkerungszahl auf Bellheim, Knittelsheim, Ottersheim und Zeiskam verteilt werden. Doch bisher haben alle Ortsbürgermeister abgewunken.

Darüber informierte der Sachbearbeiter der Sozialabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung, Arnold Greichgauer, am Donnerstag den Ortsgemeinderat Bellheim. Da die gemeindeeigenen Unterkunftskapazitäten in den Dörfern erschöpft seien, suche man Privatwohnungen zum Mieten. Auf Ausschreibungen meldeten sich aber nur vereinzelt Bewerber, die ihre Bereitschaft zu vermieten zurückzögen, wenn sie hörten, dass Asylbewerber einziehen sollen. Oft scheitere das Unterbingen aber auch an unangemessen hohen Mieten.

Alternativ sei es zwar möglich, Zimmer in Hotels und Pensionen zu belegen, doch auch deren Betreiber äußerten inzwischen Bedenken. Eine Hotelunterbringung für eine fünfköpfige Familie kosten 3600 Euro pro Monat, inklusive Lebensunterhaltskosten. Alternativ ist es laut Greichgauer auch möglich, die Asylbewerber in Wohncontainern unterzubringen, die man kaufen oder mieten und für die man einen Standort finden müsste. Doch diese Variante könne bestenfalls als Puffer dienen.

Greichgauer appellierte, den aus einem anderen Kulturkreis kommenden Menschen zu helfen und ihnen bezahlbare Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Nach der geltendem Recht seien die Kommunen verpflichtet, Asylsuchende aufzunehmen.

Tenor im Rat war, dass nicht alle neuen Asylbewerber in Bellheim untergebracht werden könnten. Ortsbeigeordneter Dietmar Eßwein (CDU) sagte, dass die neuen Asylbewerber im Ort zu verteilen seien, damit es keine Probleme zwischen den unterschiedlichen Landsmannschaften gebe und der soziale Friede im Dorf gewahrt bleibe.

Fritz Schlee (Bürger für Bellheim) sagte, dass wegen der weltpolitischen Lage in den nächsten Jahren mit weiteren Einwanderungswellen zu rechnen sei. Deshalb müsse man sich einmal zusammensetzen und beraten, was die Gemeinde leisten könne.

Alle Gemeinden müssten sich diese Frage stellen und nicht nur sagen

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