Kreis Germersheim Wochen-Spitzen:

Mit den Sonnentagen im März beginnt die „blaue Froschsaison“ in den Rheinauen. „Nein, bei diesem Naturschauspiel der besonderen Art spielt Alkohol keine Rolle, sondern der Moorfrosch kommt in Paarungsstimmung“, beteuert Egbert Korte vom Naturschutzbund (NABU). Von Ende März bis Mitte April wechselt der fünf bis sieben Zentimeter große und normalerweise braune Frosch, das Männchen, kurzzeitig seine Farbe in intensive Blautöne, weiß Korte. Der Moorfrosch findet sich nur noch vereinzelt, denn Rheinbegradigung, Entwässerungen und Intensivierung der Landwirtschaft haben seinen Lebensraum im großen Stil vernichtet. Deshalb ist der Moorfrosch auf Deutschlands Roter Liste der Amphibien als gefährdet eingestuft; in Rheinland-Pfalz gilt er sogar als vom Aussterben bedroht. Neben der intensiven Blaufärbung fällt er auch mit seinem charakteristischen Ruf auf. Der „ähnelt dem Befüllen einer leeren Flasche mit Wasser oder dem Blubbern mit einem Strohhalm in einem Glas Wasser“, erklärt Gewässerbiologe Korte. Besonders intensiv sind die Rufe bei sonnigem Wetter kurz nach der Mittagszeit. Je mehr „blaue Männchen“ sich am Laichgewässer tummeln, desto imposanter das Naturschauspiel. – Wie auf Wein- und anderen Festen. Die Saison hat begonnen. „In 27 Richtungen gedacht“ (O-Ton des Freien Bürgers Waldfried Heid), was auf den Hördter Kreiseln die teuren Begonien ersetzen soll, haben die Ratsmitglieder schon wiederholt. Seit Jahren ist das Thema pünktlich zum Frühlingsbeginn auf der Tagesordnung, garantiert Diskussionen über persönliche Vorlieben. Am Mittwoch kam es tatsächlich zu einer Einigung – zumindest vorläufig. „Vun allem ä bissel“ könnte man zum Beschluss sagen: Rosen, Blumen und Rasen sollen bald sprießen, auch dem Wunsch nach Steinen oder Split wurde entsprochen. Der Rat will testen, was am wenigsten Zeit und Geld kostet und den Bürgern am meisten gefällt. Ob 2500 Hördter eher auf einen Nenner kommen als 16 Ratsmitglieder? Ein einheitliches Konzept für die Grünanlagen gibt es also immer noch nicht und das nächste Frühjahr wird kommen. Bis dahin könnten sich die Räte auf der Landesgartenschau in Landau eine Entscheidungshilfe suchen. Ein schönes Wochenende

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