KREIS GERMERSHEIM Weniger Wohnungen als benötigt gebaut

In vielen Orten im Landkreis wird kräftig gebaut.
In vielen Orten im Landkreis wird kräftig gebaut.
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Mit 61.006 Wohnungen aller Art und Größe ist der Wohnungsmarkt im Kreis Germersheim ins Corona-Jahr gegangen. Das ist ein Wohnungsplus gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozent und damit neuer Rekordbestand. Das sagt die aktuelle Wohnungsbestandsstatistik.

Was allerdings nichts darüber aussagt, ob die bestehenden Wohnungen auch zu mieten oder zu kaufen sind. Dafür lässt sich auf der Basis des Wohnungsbedarfsmodells des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) berechnen, dass das im Kreis Germersheim Anfang 2020 erreichte Verhältnis von Fertigstellungen und Bedarf bei 21,6 Prozent liegt: Der Bedarf ist also durch nachwachsende Wohnungen derzeit nicht gedeckt. Insgesamt gab es im Kreis Germersheim zum Stichtag 35.909 Gebäude mit Wohnungen (Vorjahr: 35.851).

Die Wissenschaftler haben bis 2020 vorausberechnet, wie viele Wohnungen gebaut werden müssen, um mit der Bevölkerungsentwicklung Schritt zu halten. Ergebnis für den Kreis Germersheim: Es werden jährlich 615 Wohnungen benötigt. Zum Jahreswechsel 2020 erhöhte sich der hiesige Bestand aber tatsächlich um 133 Wohnungen oder 0,2 Prozent.

Der größte Traum der Menschen ist und bleibt das eigene Haus für die Familie: 27.316 Ein-Familienhäuser gibt es mittlerweile bei uns. Aber nicht für jeden ist dieser Traum bezahlbar. Bleibt die Eigentumswohnung oder das Wohnen zur Miete in einem der 3320 Mehrfamilienhäuser als einkommensbasierte Alternative (wobei der Staat ja bei Bedarf mit Wohngeld hilft). Als Mehrfamilienhäuser gelten alle Wohngebäude mit drei und mehr Wohnungen. Sozusagen ein Zwischending sind Häuser mit zwei Wohnungen. Von denen gibt's bei uns 5247.

Große Wohnungen mit fünf Räumen (einschließlich Küche) und mehr waren im Kreis Germersheim zuletzt inklusive der Ein-Familienhäuser insgesamt 34.519 erfasst. Das sind rund 56,6 Prozent des Bestandes.12.334 Wohnungen (20,2 Prozent) verfügten über vier Räume, 8702 Wohnungen (14,3 Prozent) waren Dreizimmerwohnungen, 4010 (6,6 Prozent) hatten zwei Räume und 1.441 ein Zimmer (2,4 Prozent).

Rund 91,9 Quadratmeter (m²) hat die bundesweite Durchschnittswohnung aktuell, macht 47 m² pro Kopf, sagt das Statistischen Bundesamtes. Im Jahr 2000 lag die Pro-Kopf-Wohnfläche bundesweit noch bei 39,5 m². 1960 waren es sogar 19 m², hat das Wuppertal-Institut nachgeschlagen.