Rülzheim Verdienstmedaille für Ingrid Mendel: Rülzheim ehrt Engagement in der Seniorenhilfe

Machen sich stark für die Seniorenhilfe: (von links) Gerhard Mendel, Ingrid Mendel und Veronica Heubel mit der Beigeordneten Bri
Machen sich stark für die Seniorenhilfe: (von links) Gerhard Mendel, Ingrid Mendel und Veronica Heubel mit der Beigeordneten Brigitta Hartenstein, Bürgermeister Michael Braun und Günter Schöttinger.

Die Angebote der Seniorenhilfe laufen rund ums Jahr. Im Fokus steht die Nachbarschaftshilfe. Ein Verein könnte deren Arbeit auf neue Füße stellen.

Ihre Arbeit und ihre Vision prägen die Gemeinde und deshalb wurde Ingrid Mendel für ihr langjähriges Engagement in der Seniorenhilfe beim Neujahrsempfang im Veranstaltungshaus Dampfnudel mit der Verdienstmedaille der Ortsgemeinde Rülzheim ausgezeichnet. Gleichzeitig wurde das Seniorenteam geehrt.

Mendel wurde im Jahr 2009 für die Aktiven Bürger Beigeordnete der Ortsgemeinde mit dem Aufgabengebiet Senioren – ein Amt, das sie bis 2019 ausübte. Gleichzeitig wurde sie vom Gemeinderat zur Seniorenbeauftragten bestimmt und 2024 im Amt bestätigt. Ein Novum. Mendel war die erste Seniorenbeauftragte im Landkreis.

Aufbau der kommunalen Seniorenarbeit

Nach ihrer Wahl zur Beigeordneten bat sie der damalige Ortsbürgermeister Reiner Hör, eine kommunale Seniorenarbeit aufzubauen, die es in Rülzheim noch nicht gab. Im Jahr 2010 gründete sie also den Seniorentreff, ein Angebot, das heute noch besteht. Damals traf man sich im Seniorenheim der Braun’schen Stiftung. In dieser Zeit bestand das Team, das die Organisation übernahm, aus Ingrid Mendel und ihrem Mann Gerhard. Mittlerweile besteht es aus rund 15 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die zwischen 30 und 35 Veranstaltungen pro Jahr organisieren, darunter Seniorennachmittage, Tanztees, Vorträge zu Gesundheitsthemen und vieles mehr.

Die Veranstaltungen erfreuen sich großer Beliebtheit, das lassen jedenfalls die Teilnehmerzahlen vermuten: pro Event nehmen 60 bis 80 Gäste teil, bei Großveranstaltungen wie dem Oktoberfest sind es gar bis zu 100. „Bei uns wird viel gelacht und getanzt“, sagt Mendel. „Dabei könne man ganz einfach die Seele baumeln lassen.“ Durch den Umzug vom Altenheim ins Centrum für Kunst und Kultur wurden die Angebote vielfältiger und größer, immer mehr Menschen kamen. Mittlerweile laufen die Seniorenangebote das ganze Jahr über.

Neben diesen Veranstaltungen organisiert Mendel mit ihrem Team auch die Nachbarschaftshilfe, bei der Seniorinnen und Senioren beispielsweise zum Friedhof, zum Arzt, Einkauf, zur Bank oder Apotheke begleitet werden. Auch eine individuelle Betreuung etwa beim Ausfüllen von Formularen oder bei Behördengängen gehört dazu.

Umfang und Bedeutung der Nachbarschaftshilfe

Pro Jahr werden dabei rund 100 solcher Hilfeersuchen bearbeitet. Inzwischen betreuen einige der Helfer jeweils zwischen einer und drei Personen rundum in diesen Angelegenheiten. Die Nachbarschaftshilfe war insbesondere während Corona ein wichtiges Instrument für die Versorgung von kranken, alleinstehenden Personen und ist es heute noch.

Der Anstoß zu diesem Projekt kam von Ingrid Mendel. Ziel ist es, unter dem Motto „Nachbarn helfen Nachbarn“ in der Gemeinde füreinander da zu sein, Generationen zusammenzubringen, sich bürgerschaftlich zu engagieren, ein Miteinander aller Bürger in der Gemeinde herzustellen und zu pflegen sowie das Leben hilfsbedürftiger Personen durch vielfältige Hilfeleistungen zu erleichtern, wobei das Alter, die Herkunft, die Religion oder Nationalität keine Rolle spielen. Allerdings ist sie auf Rülzheimer Bürger begrenzt.

Die Nachbarschaftshilfe kommt dann zum Tragen, wenn die Hilfeleistung nicht durch die Sozialstation oder andere bestehende soziale karitative Einrichtungen abgedeckt werden kann. Die ehrenamtliche Hilfe ist kostenlos. Mittlerweile steht der Nachbarschaftshilfe einmal pro Woche ein Fahrzeug der Verbandsgemeinde zur Verfügung, mit dem Hilfsfahrten gemacht werden können, was bisher mit Privat-Pkw erfolgen musste. Drei Fahrer teilen sich die Aufgabe, betreut werden zwischen zehn und 15 Personen, fast alles „Stammkunden“.

Vermutlich noch in diesem Jahr soll die Seniorenarbeit auf andere Strukturen umgestellt werden, wie die Beigeordnete Birgitta Hartenstein (CDU) im Gespräch betont, angelehnt an ein Modell, wie es in Kirrweiler bereits existiert. Dazu soll ein Verein gegründet werden, um die Arbeit auf mehr Schultern verteilen zu können. „Die Senioren werden immer mehr und die Helfer immer älter.“ Man müsse professioneller werden, unterstreicht auch Ortsbürgermeister Michael Braun (Aktive Bürger). Man sei zwar auch heute schon gut aufgestellt, aber „wir wollen die Seniorenarbeit zukunftsfähig machen.“

Ehrung für herausragendes Engagement

Wegen ihres herausragenden Engagements in der Seniorenhilfe wurden Mendel und ihr Team im Rahmen des Neujahrsempfangs ausgezeichnet. Dem Vorschlag Hartensteins hatte der Gemeinderat einstimmig zugestimmt. „Ingrid Mendel ist Ideengeberin, Organisatorin und Ansprechpartnerin und packt auch selbst mit an“, heißt es in der Begründung. Sie und ihr Team leisteten enorm wichtige Arbeit für die Seniorinnen und Senioren in Rülzheim. Die Welt werde kleiner und enger, wenn man älter werde. Die Veranstaltungen und Feiern, die angeboten werden, seien ein Fenster nach draußen, seien Kommunikation und Austausch. „Dieses wichtige Tun wollen wir als Ortsgemeinde würdigen.“

Noch Fragen?

Helfer für die Mitarbeit im Seniorenteam werden immer gesucht. Kontakt: Ingrid Mendel, Telefon 0176 17680055. Der Service der Nachbarschaftshilfe ist unter 0157 80638950 zu erreichen. Die Fahrten finden jeden Dienstag ganztägig statt.

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