Kreis Germersheim Unerwünschte Anrufe
Der Ärger von RHEINPFALZ-Leserin Elisabeth W. aus Jockgrim mit ihrem Anschluss bei der Telekom beschäftigt auch zahlreiche weitere Leser. Nach einem Anruf wegen einer Störung ihres Anschlusses sah sich W. mit einem neuen Vertrag konfrontiert, dem sie ausdrücklich nicht zugestimmt hatte (wir berichteten am 2. Februar 2019) Und dies ist offenbar kein Einzelfall.
So wird man mit Falschaussagen in einen Vertrag gelockt“, schreibt zum Beispiel Horst P. aus Kandel in einem Leserbrief. Er hatte nach wiederholten Werbeanrufen einer Vertragsänderung zugestimmt, die ihm eine schnellere Internetgeschwindigkeit ermöglichen sollte. Und „weil bald Weihnachten ist (…), schenke ich ihnen das TV Paket für ein Jahr kostenlos hinzu“. Auf die Entgegnung P.`s, dass er dies nicht bräuchte und sich die Umstände einer Kündigung ersparen wolle, wurde ihm entgegnet: „Nein, das brauchen sie nicht, das läuft nach einem Jahr automatisch aus und den Receiver können sie jederzeit zurück schicken!“ Als P. den Receiver nach zirka drei Wochen wieder zurücksenden und den Vertrag kündigen wollte, war es bereits zu spät. Die Telekom wies auf eine zweijährige Vertragslaufzeit hin und dass man daran nichts mehr ändern könne. Das Fazit von P. ist ernüchternd: „Wir müssen also Mehrkosten von zirka 120 Euro bezahlen, bis wir den Vertrag kündigen können.“ Wie Elisabeth W. erging es vor zehn Jahren auch unserer Leserin Zita B. aus Bad Bergzabern. Auch hier genügte eine telefonische Zustimmung für die die Zusendung von Infomaterial, die von der Telekom sogleich als Vertragsauftrag genutzt wurde. P. war damals von der Telekom zu einem anderen Anbieter gewechselt und bekam bald darauf einen Anruf, um sie mit günstigeren Konditionen als Kundin zurückzugewinnen. B. bat um Infomaterial und wies wiederholt darauf hin, dass sie damit keinen Auftrag erteilt habe. Nur kurz darauf erhielt sie einen weiteren Anruf, in dem sie um die Auftragsbestätigung gebeten wurde. W. protestierte und erhielt die beruhigende Auskunft, „es wäre nur pro forma eine Auftragsnummer erteilt worden, damit man den Vorgang gleich parat habe“. Zudem würde ohnehin nichts passieren, ehe sie dem alten Anbieter nicht gekündigt hätte. Nur wenige Tage später flatterte ihr aber dennoch ein Auftrag ins Haus, „in dem mitgeteilt wurde, dass die Telekom versucht hätte, bei meinem alten Anbieter zu kündigen, dies aber nicht gelungen sei, da eine Frist eingehalten werden müsse“. Noch nicht einmal das ursprünglich zugesagte Infomaterial lag dem Schreiben bei. Erst mit einem „geharnischten Brief“ von P. kehrte Ruhe ein und sie hörte von der Telekom nichts mehr. Auf Facebook fallen die Kommentare zwar knapper aus, doch an der Botschaft ändert sich nichts. Gleich zwei User schreiben dort, erst jüngst mit gleichen Fällen konfrontiert gewesen zu sein. Und eine Frau fasst ihre allgemeinen Erfahrungen mit Telefonwerbung so zusammen: „Nix neues. Einmal zuviel ein Ja gesagt. Und schon was abgeschlossen.“ Bei der Telekom ist man über die Beschwerden nicht glücklich. So entschuldigt sich Dirk Becker von der Qualitätssicherung des Unternehmens per Email für die „scheinbar“ vorhandenen Probleme, die Kunden mit der Telekom haben. Zugleich verweist er auf „unseren vielfach ausgezeichneten Service. (..) Natürlich sind auch wir nicht fehlerfrei. (…) Grundsätzlich haben wir uns als Unternehmen auf die Fahnen geschrieben, nicht nur das beste Netz, sondern auch unseren Kunden den besten Service zu bieten. Das es dabei in Ausnahmefällen zu Problemen kommen kann, bedauern wir“. Dass den von Schwierigkeiten Betroffenen ein Verweis auf „Ausnahmefälle“ genügen wird, ist zu bezweifeln. Aber zumindest eine Position werden die Kunden mit der Telekom teilen: Das Bedauern, dass es zu so etwas überhaupt erst kommen kann.