Germersheim Tag des Lokaljournalismus: Wie sich Schüler über Trump informieren (mit Bildergalerie)

Die Klasse 10y des Goethe-Gymnasiums mit ihren Lehrern Sarah Kröper (vorne in Blau) und Dirk Wippert (re.).
Die Klasse 10y des Goethe-Gymnasiums mit ihren Lehrern Sarah Kröper (vorne in Blau) und Dirk Wippert (re.).

Für eine Klasse des Goethe-Gymnasiums beginnt der Dienstag nicht mit dem Schul-, sondern Redaktionsbesuch. Wie sie welche Medien nutzen.

„7.45 bis 9.15 Uhr: Besuch in der RHEINPFALZ-Lokalredaktion Germersheim“, stand am Dienstag auf dem Stundenplan der Klasse 10y des Goethe-Gymnasiums Germersheim sowie ihrer Lehrerin Sarah Kröper und und ihres Lehrers Dirk Wippert. Warum das anstelle von Mathe, Deutsch oder Bio & Co? Es ist der Tag des Lokaljournalismus, ein deutschlandweit von mehreren Zeitungsverlagen ausgerichteter Aktionstag, an dem sich auch die RHEINPFALZ beteiligt. Da darf man sich durchaus mal die Fragen stellen, was die Zeitungsleute vor Ort so treiben den lieben langen Tag, wie Nachrichten in die Zeitung kommen, in die gedruckte oder online, und wie man Journalist wird. Und da zu dessen Tätigkeitsbeschreibung das Fragen gehört, wurden die Schüler umgekehrt von Redakteur Michael Gottschalk über ihr Medienverhalten gelöchert, sprich, was sie wo und wie lesen.

Mit vielen Fragen löchern die Schüler Redakteur Michael Gottschalk (vorne Mitte), der über die RHEINPFALZ informiert.
Mit vielen Fragen löchern die Schüler Redakteur Michael Gottschalk (vorne Mitte), der über die RHEINPFALZ informiert.
Nur wenige Schüler der 10y lesen die gedruckte Zeitung. Am Dienstag hatten sie die Gelegenheit dazu.
Nur wenige Schüler der 10y lesen die gedruckte Zeitung. Am Dienstag hatten sie die Gelegenheit dazu.
Bildschirmarbeit. Bei ihrem Besuch warfen die Schüler auch einen Blick über die Schulter von Michael Gottschalk.
Bildschirmarbeit. Bei ihrem Besuch warfen die Schüler auch einen Blick über die Schulter von Michael Gottschalk.
Kurze Pause bei der Frage-Antwort-Runde. Blättern in der Zeitung.
Kurze Pause bei der Frage-Antwort-Runde. Blättern in der Zeitung.
Der eine oder die andere räumte ein, dass ihn Nachrichten über Präsident Trump besonders interessieren aber auch nerven.
Der eine oder die andere räumte ein, dass ihn Nachrichten über Präsident Trump besonders interessieren aber auch nerven.
Gruppenbild mit Zeitung zum Abschluss des Besuchs der 10y in der Lokalredaktion Germersheim.
Gruppenbild mit Zeitung zum Abschluss des Besuchs der 10y in der Lokalredaktion Germersheim.

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Zwei der 18 Schülerinnen und Schüler räumten ein, dass sie mehr oder weniger regelmäßig die Zeitung in Papierform lesen, sei es zu Hause oder beim Opa. Johannes Helm aus Hördt liest gezielt Berichte über Themen, von denen er schon mal was gehört hat und/oder zu denen er eine Meinung hat. Dass er neue Informationen sucht, ist eher weniger der Fall. Seine Klassenkameradin Ute Bohsung aus Bellheim hingegen mag es, in der RHEINPFALZ zu blättern, um sich einen Überblick zu verschaffen, was in den vergangenen Tagen passiert ist, weniger, um spezifisch etwas zu suchen.

Blick ins Handy

Die anderen nutzen hingegen Online-Medien. „Ich kuck bei Papa ins Handy rein“, erzählt Mia Gadinger aus Bellheim. Meist nutzt sie die Apps von ARD und ZDF und die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), weil ihr Vater ein Abonnement hat. Auf RHEINPFALZ-online und Instagram hält sich Fiona Dietz aus Leimersheim auf dem Laufenden. Die lokalen Nachrichten zieht sie sich bei der RHEINPFALZ, den Rest auf Instagram und anderen Online-Kanälen, wo sie sich insbesondere Beiträge von dort vertretenen Zeitungen durchliest. In erster Linie interessiert sie sich für Deutschland-Politik „und was in den USA so abgeht, was Donald Trump macht“.

US-Präsident Trump ist für einige der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten ein Reiz- in Teilen sogar Aufregerthema. Wenn sein Name in den Schlagzeilen auftaucht, dann erzeugt er Aufmerksamkeit und Interesse, mehr als bei anderen. Wenn Loah Lobacz aus Lingenfeld „Trump“ liest, dann will er wissen, „was hat er denn jetzt schon wieder gemacht“. Vito Bohsung fühlt sich von Trump manchmal sogar „schon genervt“, auch dass er ständig in den Medien auftaucht. Trotzdem liest er die Berichte. Denn „es ist schlimm und gefährlich, was er macht. Aber es ist schlimm, wenn man eigentlich nicht lesen will.“

Fokus auf Krisen

Emilia Roth aus Germersheim räumt ein, dass es in den Medien sowohl gute als auch schlechte Nachrichten gibt. Aber sie hat bei sich selbst festgestellt, dass sie ein stärkeres Augenmerk auf die negativen Nachrichten richtet, auf Krisen: Umwelt und Kriege zum Beispiel. „Da zeigt es sich, wie privilegiert wir leben: Wir schreiben Mathe und woanders sterben Leute.“

In der Nachrichtenflut greift Fiona Dietz auch gerne zu unterhaltsamen Elementen, die sie zum Lachen animieren. Satire mag sie. Dabei verweist sie als Beispiel auf die ZDF-Heute-Show. „Wenn da was kommt, was ich unter der Woche verpasst habe, dann google ich schon mal.“

Nachrichtenweg

Umgekehrt erfuhren die Schülerinnen und Schüler unter anderem, dass die RHEINPFALZ die größte Regionalzeitung der Pfalz ist und zu den großen in Deutschland zählt. Dass die Südpfalz-Ausgabe die größte der zwölf Lokalausgaben der RHEINPFALZ ist und zwei Redaktionen für Inhalte sorgen, die entweder in der gedruckten Zeitung oder online gelesen werden können. Gedruckt wird die RHEINPFALZ in Oggersheim von wo aus nachts Dutzende Kleintransporter Hunderte Austräger in der ganzen Pfalz beliefern, damit die Zeitung morgens pünktlich im Briefkasten steckt.

Um Journalist zu werden, ist in aller Regel ein Hochschulstudium erforderlich, wobei es zweitrangig ist, was man studiert. Häufig ist das Germanistik, Politikwissenschaft aber auch Sport, Musik oder Psychologie ist möglich. Ferner ist es möglich, eine spezielle Journalistenschule zu besuchen. Zum Einstieg in den Beruf des Redakteurs gehört ein sogenanntes Volontariat bei einem Verlag oder einer Medienanstalt.

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