Neuburg / Rheinstetten RHEINPFALZ Plus Artikel Suchaktion auf Rhein: Was steckt hinter dem Großeinsatz?

An der Suche beteiligten sich Rettungskräfte aus beiden Bundesländern.
An der Suche beteiligten sich Rettungskräfte aus beiden Bundesländern.

Ein leeres Boot am Rhein löst einen Großeinsatz aus. Gefunden wird niemand und der Vorfall nimmt eine überraschende Wendung.

Am Montagnachmittag hat ein Großaufgebot an Rettungskräften nach einem Menschen im Rhein bei Neuburg gesucht. Dann verdichteten sich Hinweise, dass kein Unglück, sondern möglicherweise eine Straftat vorausgegangen war.

Der Alarm ging gegen 14.20 Uhr ein. Laut einem Sprecher der Germersheimer Wasserschutzpolizei hatten Augenzeugen eine Person in einem kleinen Boot gesichtet, das offenbar manövrierunfähig sei. Der Mann soll, so schildert es „Einsatzreport24“, mit den Händen von der pfälzischen Seite in Richtung badisches Ufer gepaddelt sein. Das leere Boot wurde dort entdeckt. Es bestand der Verdacht, dass er ins Wasser gefallen sein könnte.

Gesucht wurde auch von Land aus.
Gesucht wurde auch von Land aus.

Bei der Suchaktion waren mehrere Feuerwehren und andere Retter aus dem Kreis Germersheim im Einsatz, wie die Hagenbacher VG-Wehr auf Facebook mitteilt. Zeitgleich wurden auf der badischen Rheinseite Rettungskräfte alarmiert, darunter ein Hubschrauber. Gesucht wurde von Land aus als auch zu Wasser. „Mit Rettungsbooten aus beiden Bundesländern wurde am Rheinhafen Karlsruhe eine gemeinsame Suchkette gebildet und der Rhein bis zur gemeldeten Einsatzstelle bei Kilometer 355 abgesucht“, berichtet die Feuerwehr. Stromabwärts erstreckte sich die Suche bis Höhe Leopoldshafen.

Bei dem Boot handelte es sich um ein entwendetes Rettungsboot der Neuburger Fähre.
Bei dem Boot handelte es sich um ein entwendetes Rettungsboot der Neuburger Fähre.

Durch Zeugenaussagen und dem Fund des Bootes hätten sich im Einsatzverlauf Hinweise ergeben, dass „dieses entwendet und zur Überquerung des Rheins genutzt wurde“. Kurz nach 16 Uhr wurde die Suche beendet. Ein Mensch wurde nicht gefunden.

Die Wasserschutzpolizei ging am Montagabend nicht von einer Notfallsituation aus. „Das Boot wurde ordnungsgemäß abgelegt aufgefunden“, erläutert der Wapo-Sprecher gegenüber der RHEINPFALZ. Es habe sich um ein Beiboot der Rheinfähre „Baden-Pfalz“ gehandelt, die in Neuburg stationiert ist. Der Fährbetrieb habe aufgrund des schlechten Wetters am Montag geruht, sagte der Fährmann gegenüber „Einsatzreport24“. Deswegen sei das Boot unbeaufsichtigt gewesen. Der mutmaßliche Täter soll es von der Verankerung gelöst haben. Der Fährbetreiber kündigte an, Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen. Die Polizei ermittelt weiter. Hinweise und Zeugenbeobachtungen können bei der Wasserschutzpolizei, Telefon 07274 94670, gemeldet werden.

Die Suche erstreckte sich über mehrere Rheinkilometer.
Die Suche erstreckte sich über mehrere Rheinkilometer.
Neben der Feuerwehr und Wasserpolizei waren DLRG und andere Hilfsorganisationen im Einsatz.
Neben der Feuerwehr und Wasserpolizei waren DLRG und andere Hilfsorganisationen im Einsatz.
Mehr zum Thema
x