Kreis Germersheim Stromfallen für kleine Kinder

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Kandel. Das traute Heim birgt manche Tücken, und besonders in der Küche leben kleine Kinder gefährlich. Knapp die Hälfte aller behandlungsbedürftigen Verletzungen, bei ein- bis zweijährigen Kindern sogar 85 Prozent, gehen auf einen Hausunfall zurück. (Studie des Robert-Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland – kurz KiGGS). Vor allem die Stromversorgung kann zu einer tödlichen Gefahrenquelle werden. RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Monika Bögelspacher sprach mit Innungsobermeister Klaus König aus Kandel über Vorsichtmaßnahmen.

Herr König, welche Informationen geben Sie jungen Familien, die nach sicheren Hausgeräten und Vorsichtsmaßnahmen bei Elektroinstallationen im Haus fragen?

In unserem Ladengeschäft sind Kindersicherungen vor allem an Waschmaschinen, Herdplatten und Backöfen wichtig, und bei guten Geräten auch vorhanden. Außerdem gibt es immer wichtige Fortentwicklungen, wie Induktions-Kochfelder, die nur heiß werden, wenn ein Topf erkannt wird. Bei Elektro-Installationen im Haus werden heute nur noch Steckdosen mit Fehlerstromschutzschalter eingebaut, die abschalten, bevor es für einen Menschen gefährlich werden kann. Das gilt wenn ein Fremdkörper in die Steckdose gesteckt wird, und auch bei drohendem Kurzschluss durch beschädigte Kabel. Da fragen die Kunden doch sicher, ob es funktioniert. Gibt es Selbstversuche? Ja tatsächlich gibt es die. Unser damals etwa fünfjähriger Sohn Moritz hatte einen Nagel in eine Steckdose gesteckt, und sofort war der Strom weg. Er hat es ganz gut überstanden aber trotzdem ziemlich betreten gewirkt. Nichtsdestotrotz ist ihm die Verbundenheit zum Beruf des „Stromers“ geblieben, er ist inzwischen auch als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik in unserem Unternehmen tätig. Ich nehme aber an, Sie hatten als Fachmann ihren Sohn sicher rechtzeitig vor solchen Gefahren gewarnt. Wie kann man einen Stromschlag beschreiben? Ja, und genau das ist auch typisch, dass Kinder eigene Erfahrungen machen wollen, neugierig sind und experimentieren möchten. Man muss sie einfach im Auge behalten und ihnen eine Stromschlag als schrecklich schmerzhaft schildern. Wie können Familien mit Kindern potenzielle Gefahren erkennen? Kindersicherung ist kinderleicht, man könnte einfach den Blickwinkel der Kinder einnehmen. Auf dem Boden krabbelnd erkennt man sofort die verlockenden Steckdosen genau in Augenhöhe, die einen Kinderschutz brauchen. Man entdeckt ein Kabel, das zum Greifen und Ziehen einlädt oder den Schalter eines Elektrogerätes. Ab welchem Alter darf man Kindern eigene Elektrogeräte wie CD-Player, Fernsehgerät oder Computer zutrauen? Frühestens ab Schulalter und am sichersten immer Geräte, die mit Akkus betrieben werden. Was ist zu tun, wenn ein Kind oder ein Erwachsener einen Stromschlag bekommen hat? Man sollte nichts auf die leichte Schulter nehmen. Ärztliche Behandlung beziehungsweise Beobachtung ist angezeigt, denn innerhalb von 48 Stunden können vor allem Herzprobleme, Rhythmusstörungen etc. auftreten.Wann sind Stromschläge tödlich? Ab 50 Volt kann es für Menschen bereits gefährlich werden, üblich sind 230 Volt im Haushalt. Da es die unterschiedlichsten Situationen gibt, kann so ein Stromschlag je nach Konstitution des Menschen und je nach Umgebungsfaktoren sich auswirken. Ganz schrecklich sind natürlich Unfälle im Bad, wenn zum Beispiel der Fön ins Wasser fällt. Hier darf man Kinder niemals unbeaufsichtigt lassen. Sie erhalten auch Tipps von ihrem Fachverband – was ist derzeit aktuell? Ja – es gibt im Augenblick viel Beratungsbedarf in Rheinland-Pfalz zu den Einbauvorschriften von Rauchmeldern in Schlaf- und Kinderzimmern und bei Rettungswegen. Die Verantwortung für den Einbau liegt beim Vermieter, und wir raten dringend nur zu geprüften Geräten. Aktuell gibt es auch viele Anfragen zur Gefahr durch Blitzeinschläge, denn bei Überspannung können viele Elektronikgeräte kaputt gehen. Schutz bietet der Einbau eines Überspannungsschutzes oder schlicht und einfach – wie schon früher – die Stecker ziehen: sehr empfehlenswert und kostet nichts. (bp)

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