Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel SPD-Abgeordnete Rehak-Nitsche: „Alle verdienen die gleichen Chancen“

SPD-Landtagskandidatin Katrin Rehak-Nitsche.
SPD-Landtagskandidatin Katrin Rehak-Nitsche.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Katrin Rehak-Nitsche will erneut für den Wahlkreis 52 nach Mainz. Das sind die Themen, für die sie sich auch gerne an der Haustür streitet.

Alle reden über Krisen, aber da macht die SPD-Landtagsabgeordnete Katrin Rehak-Nitsche nicht mit. Sie sei ein „superzuversichtlicher Mensch“, beschreibt sie sich selbst. „Alles andere macht ja auch keinen Sinn.“ 2018 war Rehak-Nitsche als Nachfolgerin von Barbara Schleicher-Rothmund in den Landtag nachgerückt. Dafür gab die promovierte Geologin eine Führungsposition bei der Robert Bosch Stiftung, Stuttgart, auf. 2021 stellte sie sich schließlich zur Wahl. Für das Direktmandat hatten die 27 Prozent der Stimmen zwar nicht gereicht, über den Listenplatz ging es dennoch nach Mainz. Diesmal steht die SPD-Frau auf Platz 10 der Landesliste, hat aber auch wieder das Direktmandat im Visier.

Schule ist Spiegel der Gesellschaft

Bildung sei ihr Herzensthema, sagt Rehak-Nitsche. „Alle verdienen die gleichen Chancen.“ Jede und jeder müsse den Bildungsweg finden, der zu einem passt. Aber warum dauert es gefühlt so lange, bis sich in diesem Bereich etwas tut? Gebiete wie Bildung oder Gesundheit seien eben sehr komplex, so die Abgeordnete. Gerade bei der Bildung wollten auch viele Seiten mitreden – Lehrer, Eltern, Schüler. „Es ist nicht gerechtfertigt zu sagen, die Schule hat sich in den vergangenen 60 Jahren nicht verändert“, sagt sie. So gebe zum Beispiel die neue Schulbaurichtlinie mehr Freiraum und man sei flexibler, wie groß gebaut und wie dies gestaltet werde. Auch abseits der Bauten gibt es nicht nur Vorgaben: „Eine gute Schulleitung hat viele Freiräume.“ Schule sei zudem immer ein Spiegel der Gesellschaft, zum Beispiel auch im Hinblick auf den Umgang mit dem Smartphone. Glücklicherweise werde inzwischen über das Thema Mediennutzung diskutiert, sagt die zweifache Mutter mit Blick auf Diskussionen, die Nutzung von sozialen Medien an eine Altersvorgabe zu koppeln. „Als Politiker können wir nur Rahmenbedingungen setzen.“

Das gilt auch für ein weiteres wichtiges Thema: Es gehe um gute Arbeitsplätze und darum, Unternehmen zu unterstützen. „Im Kreis sollte jeder ein Interesse daran haben, dass die E-Mobilität voran kommt“, sagt die Landtagsabgeordnete mit Blick auf den größten Arbeitgeber, das Mercedes-Benz-Lastwagenwerk. Gleichzeitig dürften die Arbeitsplätze im Kreis nicht nur von der Automobilbranche abhängig sein. „Wir müssen Menschen für Jobs begeistern, die wichtig sind, zum Beispiel in Kindertagesstätten oder in der Pflege“, sagt sie. Man müsse anders über diese Berufe sprechen, nicht immer nur negativ. Rehak-Nitsche selbst hat in einer Kindertagesstätte, bei der Tafel und im Pflegeheim hospitiert, „mir sind die Perspektiven wichtig“.

Land bei Musikschule nicht in der Pflicht

Ein Thema, das gerade den südlichen Landkreis bewegt, ist die Zukunft der Musikschule Kandel-Wörth. Rehak-Nitsche kennt die Arbeit der Institution aus ihrer eigenen Familie. „Es geht ja vor allem um Beschäftigungsverhältnisse“, sagt sie. „Menschen sollen von der Arbeit leben können, das ist nachvollziehbar.“ Allerdings sieht die Abgeordnete nicht das Land in der Pflicht: „Wir geben Geld in die Kommunen, sie müssen dann entscheiden, wofür sie es einsetzen.“

Als Vorsitzende des Landesverbandes im Deutschen Bibliotheksverband hat Rehak-Nitsche natürlich ein großes Herz für Büchereien. Vereinsheime, Bürgerhäuser oder Bibliotheken seien Orte, an denen sich Leute treffen, „die auch mal eine andere Meinung haben und dennoch zusammen ein Bier oder eine Schorle trinken“, sagt sie. „Ich streite mich gerne in der Sache, es muss aber immer wertschätzend bleiben.“

Eine leidenschaftliche Gärtnerin

Privates und Berufliches vermischt sich zum Beispiel in ihrem Amt als Vizepräsidentin des Verbands der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz. „Ich bin eine leidenschaftliche Gärtnerin“, sagt sie und merkt mit einem Schmunzeln an: „Von der Ausbildung her bin ich ja Geografin, ich mag alles mit Erde.“

Im Wahlkampf ist sie auf Instagram und Facebook sehr aktiv. Tiktok ist dafür nicht ihre Plattform. „Ich investiere die Zeit lieber in persönliche Kontakte“, sagt sie. Und manchmal verteidigt die kämpferische Sozialdemokratin an der Haustür sogar CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz. „Ich höre immer wieder, Merz macht Schulden“, sagt sie. „Aber das sind doch Investitionen in die Infrastruktur, für unsere Kinder und Enkel. Mit diesem Geld schafft man Werte.“

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