Kreis Germersheim Spaß beim Zahnarzt

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Sondernheim. „Bei uns gibt es das Wort Spritze nicht!“, verkündet Allard van Lunteren, Familienzahnarzt, der schon seit über 25 Jahren in Sondernheim praktiziert. Der erste Grundsatz des selbsternannten Kinderspaßzahnarztes ist Lachen, denn dann hat das Kind keine Angst. Negative und auch schmerzvolle Assoziationen mit dem Bohrer werden durch positive ersetzt.

Kleine Zaubertricks und auch mal Streiche mit den Eltern lassen die Kinder ihre Angst vergessen und sich auf das konzentrieren, was vor ihnen geschieht. Van Lunteren nennt das „selektive Wahrnehmung“ und in Kombination mit der Ausschüttung von Endorphinen, also körpereigenen Schmerzmitteln, wird der Zahnarztbesuch zu einem erfreulichen Ereignis für die Kinder. Doch van Lunteren ist nicht nur erfolgreich bei Kindern mit dieser Methode, sondern auch bei viele erwachsene Angstpatienten, denen ein Termin beim Zahnarzt ein Graus ist. Neben dem Spaß und den Zaubertricks ist dem Zahnarzt aber auch wichtig herauszufinden, woher diese Angst kommt. Denn was die meisten Angstpatienten teilen, sei die Furcht vor dem „Ausgeliefertsein“, und das gelte es zu vermeiden, sagt van Lunteren. Zwar funktioniere die Methode oft, aber nicht immer, dann müsse man die Patienten mit einer Vollnarkose behandeln. Dass sein Konzept aufgeht, wisse er, denn der Zulauf sei groß, und er habe viele Neupatienten, die über Mundpropaganda zu ihm gekommen sind. Diese Patienten nähmen sogar Anfahrtsstrecken von über 150 Kilometern auf sich, erzählt van Lunteren. Nächstes Ziel für den überzeugten Kinderspaßzahnarzt ist es, mehr Kollegen für diese Behandlungsmethode zu gewinnen. Zwar seien diese meistens begeistert, wenn sie sein Seminar besuchen, aber bei der praktischen Umsetzung zögerten noch viele. Er selbst habe einige Hemmungen gehabt und viel experimentieren müssen, als er vor einigen Jahren diese Methode entwickelt hat. Doch van Lunteren lässt sich nicht beirren, er arbeitet gerade an einer neuen Anleitung für seine Kollegen, wie man Kinder mit Spaß behandeln kann. Denn er weiß auch, dass diese Behandlungsmethode zu einem viel entspannteren Arbeiten führt und „eine Zahnarztpraxis mit viel Gelächter mache einfach mehr Spaß“. (jmg)

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