Rülzheim Sozialstation: Wechsel an der Spitze gut vorbereitet

Gaby Xander-Decker (links) und ihre Nachfolgerin Sarah Geppert.
Gaby Xander-Decker (links) und ihre Nachfolgerin Sarah Geppert.

Sarah Geppert ist ab 1. August neue Geschäftsführerin der Sozialstation Rülzheim-Bellheim-Jockgrim. Sie tritt die Nachfolge von Gabi Xander-Decker an, die dieses Amt 33 Jahre innehatte. Beide haben viel zu erzählen.

Beim Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Sozialstation am vergangenen Wochenende wurde der Führungswechsel offiziell bekannt gegeben. Dass Sarah Geppert die Nachfolge von Gabi Xander-Decker antreten wird, war relativ schnell geklärt. Seit einem halben Jahr arbeitet sie sich in ihr neues Tätigkeitsfeld ein. Xander-Decker bezeichnet ihre Nachfolgerin im gemeinsamen Gespräch mit der RHEINPFALZ als „Glücksfall“, weil sie bereits seit 2012 bei der Rülzheimer Sozialstation tätig ist, zunächst im Qualitätsmanagement, dann im Aus- und Aufbau des Angebots der Betreuung und Hauswirtschaft sowie der Tagespflege. „Ich war sozusagen ein bisschen Mädchen für alles“, sagt Geppert. Seit 1. Oktober 2023 stand sie Gabi Xander-Decker in der Geschäftsführung zur Seite. „Ich bin sehr froh, dass wir meine Nachfolgerin aus den eigenen Reihen besetzen konnten,“ so Xander-Decker. „Sie kennt alle Mitarbeiter und weiß, wie es bei uns läuft.“

Beide sind examierte Krankenschwestern

Sarah Geppert wohnt in Bellheim, ist verheiratet und hat zwei Söhne. Seit 2001 ist sie examinierte Krankenschwester. Von 2004 bis 2012 war sie in der Pflegedienst- und Heimleitung bei einem privaten Träger tätig, bevor sie 2012 zur Rülzheimer Sozialstation wechselte. Gabi Xander-Decker stammt aus Rheinzabern, ist ebenfalls verheiratet und hat drei Kinder. Auch sie ist examinierte Krankenschwester, war nach ihrer Ausbildung im damaligen Kreiskrankenhaus Germersheim in der Intensivmedizin und der chirurgischen Ambulanz tätig, bevor sie 1991 als Pflegefachkraft zur Sozialstation Rülzheim wechselte. Seit 2015 ist sie Geschäftsführerin der Sozialstation. Zum 1. August geht sie in den Ruhestand.

Neue Leitung der Sozialation: Sarah Geppert.
Neue Leitung der Sozialation: Sarah Geppert.

Sie bereue nicht den Pflegeberuf erlernt zu haben, erklärt sie im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Pflegeberufe seien Berufe mit Zukunft, vielseitig, lebensbereichernd, erfüllend und berührend. Sie sei „neugierig, wie sich die Pflegewelt weiter entwickeln wird“. In ihrem Ruhestand werde sie künftig ihr Leben leben, „so wie es mir entgegenkommt, mir meine Neugierde erhalten, meine Spontanität und ein bisschen Verrücktheit unbedingt auch“. Dankbar sei sie „für alles Erlebte, viele Glücksmomente, tolle Jahre, viele persönliche Begegnungen und Freundschaften“. Dankbar sei sie auch für ihre persönliche Entwicklung, dass sie viele ihrer Ziele erreicht habe. Das Wohl der Patienten und ihrer Angehörigen und das unsere Mitarbeiterinnen sei ihr immer sehr am Herzen, dafür sei sie gerne auch mal außergewöhnliche und unbürokratische Wege gegangen. „Ich gehe zufrieden, erfüllt und bin gespannt, was das Leben mir entgegenbringt.“

Wurzel in der Kirche von Vorteil

Die Ökumenischen Sozialstationen unterscheiden sich von privaten Pflegediensten insofern, dass sie ihre Wurzeln in der Kirche haben und daraus gewachsen sind, so Xander-Decker und Geppert. Bis heute seien sie eine gemeinsame Einrichtung der katholischen und evangelischen Kirchen und stünden als solche in besonderer Weise für die christlichen Werte. Nachdenklich stimmt beide, dass ökumenische Sozialstationen in Schieflagen gerieten, von Insolvenz bedroht seien und sogar Insolvenz anmelden müssten. Beide bedauern den Pflegenotstand sowie ein fehlendes Interesse bei jungen Menschen, einen Pflegeberuf zu erlernen. Mit Sorge betrachten beide, dass viele Senioren sich nicht mehr jeden Service der Sozialstation leisten können und daher so manche Leistungen streichen. Das betreffe nicht die medizinischen Leistungen, sondern die pflegerischen. „Ich muss ja nicht mehr jeden Tag ganz gewaschen werden“, seien Äußerungen, die immer wieder zu hören seien. „Das ist besorgniserregend.“

Arbeit für Sozialstation wird mehr

Ideen für künftige Aktivitäten seien da, „doch es fehlt das Personal“, obwohl im Sommer zwei neue Auszubildende eingestellt werden. Sicher ist, dass die Sozialstation im nächsten Jahr in Rheinzabern den Service bei einem Projekt für betreutes Wohnen übernehmen wird. „Unser Beruf ist ein schöner Beruf, er geht ans Herz“, von vielen Patienten würde man „mit viel Liebe“ angenommen.

Der Vorsitzende der Sozialstation, Matthias Schardt, bezeichnet die neue Geschäftsführerin als eine „engagierte und kompetente Nachfolgerin, die die Einrichtung in- und auswendig kennt und die ein hervorragend geführtes, zukunftssicheres Haus übernimmt“. Mit dem Wechsel von Gabi Xander-Decker zu Sarah Geppert sei ein nahtloser Übergang gelungen. Dank der Arbeit von Gabi Xander-Decker und ihrem Team sei die Sozialstation gewappnet für die Herausforderungen der Zukunft, „sprich, eine immer älter werdende Gesellschaft mit immer höherem Pflegebedarf“.

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