Bellheim
Schwimmbadbesuch wird im dritten Jahr in Folge teurer
Zwar wurde der Schwimmpark in den vergangenen Jahren für über drei Millionen Euro grundlegend saniert, aber einige Restarbeiten müssen noch erledigt werden; teilweise wurde an anderer Stelle Sanierungsbedarf festgestellt. So soll nun für geschätzte 15.000 Euro die Entsalzungs-/Entkalkungsanlage erneuert werden. Die neue Anlage zeichnet sich laut Bürgermeister Gerald Job (FWG) durch weniger Wartungsaufwand und geringere Betriebskosten aus.
Ausgetauscht werden sollen gemäß Beschluss des Verbandsgemeinderates auch die vor 15 Jahren installierten und inzwischen stark abgenutzten Abdeckplanen für die Becken des Freibades. Die übliche Nutzungsdauer liegt bei zehn Jahren, heißt es in der Sitzungsvorlage. Die Kosten sollen etwa 115.000 Euro betragen. Entgegen anfangs anderer Planung – die Kosten auf mehrere Jahre zu strecken – sollen nun doch alle Planen auf einmal erneuert werden, „um Mehrkosten durch wiederholte Rüst- und Montagearbeiten sowie mögliche Preissteigerungen zu vermeiden“. Im Gegensatz zu den Planen seien deren motorisierte Aufrollvorrichtungen noch funktionsfähig.
Undichte Stellen und neue Beete
Wegen Wassereintritts am alten Bademeisterbüro am Sprungbecken und im Filterkeller müssen die betroffenen Stellen abgedichtet werden. Gleiches gilt laut Bürgermeister für die Decke im Kassengebäude. Die Kosten hierfür werden auf rund 15.000 Euro geschätzt.
Mit etwa 35.000 Euro soll die Umgestaltung der Außenanlage zu Buche schlagen. Umgestaltet werden sollen Beete. Zudem sollen zwischen den Becken und dem Badeaufsichtsgebäude Flächen mit Bodendeckern geschaffen werden. Insgesamt summieren sich diese Kosten auf etwa 180.000 Euro.
Die Kosten für Energie bezifferte CDU-Fraktionssprecher Alfred Gadinger auf rund 131.000 Euro pro Jahr. Er forderte die Verwaltung auf, Wege zu finden, die Kosten zu reduzieren.
Verbandsgemeinde muss Geld zuschießen
Der Schwimmpark ist für die Verbandsgemeinde ein Zuschussbetrieb und macht laut Doppelhaushaltsplan 2026/27 zwei Prozentpunkte der Verbandsgemeindeumlage in Höhe von insgesamt rund fünfeinhalb Millionen Euro aus, also rund 344.000 Euro. Nun sollen die Eintrittspreise fürs Schwimmbad steigen. Es ist nach 2024 und 2025 die dritte Preiserhöhung in Folge. Die Einzelkarte soll ab diesem Jahr fünf Euro kosten (statt 4,50 Euro wie bisher), die ermäßigte Tageskarte unter anderem für Kinder, Jugendliche und Studenten vier Euro (3,50 Euro), die Familienkarte 12 Euro (11 Euro), die Saisonkarte 85 Euro (75 Euro), die Saisonkarte für Rentner 65 Euro (45 Euro) und die Familien-Saisonkarte 135 Euro (120 Euro), um nur einige Beispiele zu nennen. Zum Vergleich: 2019 kostete die Tageskarte für Erwachsene im Schwimmpark Bellheim 3,50 Euro und für Jugendliche 2,50 Euro. Im Badepark Wörth wurden zuletzt für die Tageskarte neun/fünf Euro und im Freibad des Bademaxx’ in Speyer sechs/vier Euro verlangt.
Nach früheren Angaben Jobs besuchten in der Badesaison 2025 rund 75.000 Badegäste das Bellheimer Freibad, rund 30.000 mehr als im Jahr zuvor.
Beibehalten werden soll der in der vergangenen Saison eingeführte Verkauf von Saisonkarten über die Online-Plattform Pretix, die sich bewährt habe. „Für die wenigen Badegäste, für die ein Online-Kauf nicht möglich war, konnte die Verwaltung Hilfestellung leisten“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Laut Job soll es zur Badesaison 2026 möglich sein, Saisonkarten der vergangenen Badesaison wieder aufzuladen. Dazu würden die Dauerkartenbesitzer per E-Mail informiert, dass sie sich mit der gleichen E-Mail-Adresse wie bei der ursprünglichen Kartenbestellung anmelden können, heißt es in der Sitzungsvorlage. So finde das System die vorhandene Karte, die durch den Bezahlvorgang wieder aufgeladen werden könne. So würden für alle Bestandskunden die Kosten für Neuproduktion und Versand der Saisonkarten entfallen, weil diese bereits vorhanden seien. Im Gegensatz zur vergangenen Badesaison soll aber nun der Besteller die Kosten für Produktion und Versand der neuen Karten übernehmen. Das gelte auch für den Fall, wenn das Aufladen vorhandener Karten für die kommende Saison nicht funktioniert.
Um den Vorverkauf attraktiver zu machen, soll es gemäß Ratsbeschluss ein „Osterangebot“ geben, das bis 9. April einen Nachlass von zehn Prozent auf den Saisonkarten-Preis vorsieht.
Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf haben sich laut Sitzungsvorlage in den vergangenen Jahren wie folgt entwickelt: 204.000 Euro (2018), 192.000 Euro (2019), 53.000 Euro (2020), 125.000 Euro (2021), 0 Euro (2022 und 2023 wegen Sanierung geschlossen), 172.000 Euro (2024) und 228.117 Euro (2025), davon 102.680 Euro über den Online-Shop .
Ungeachtet des Online-Ticketverkaufs ist die Kassenbesetzung bei gutem Wetter unumgänglich, so Job. Das sei dank flexiblem Personal relativ kurzfristig möglich. Denn „ein zusätzlicher Vorteil der Kassenbesetzung ist die Abschreckung von Betrugsversuchen“, heißt es in der Sitzungsvorlage.
Da sich der Einsatz von Sicherheitspersonal bei Hochbetrieb bewährt habe, „insbesondere aus Abschreckungsgründen gleich zu Saisonbeginn und zur stichprobenweisen Ticketüberprüfung“, soll er in der kommenden Badesaison beibehalten werden, allerdings „unter der Prämisse, möglichst wenig Security einzusetzen“. Im vergangenen Jahr haben die Kosten dafür laut Sitzungsvorlage rund 7000 Euro betragen.
Die Öffnungszeiten sollen laut Sitzungsvorlage im Wesentlichen zwar beibehalten werden, Konkretes soll nach Aussage Jobs aber erst in der Verbandsgemeinderatssitzung am 1. April beschlossen werden. So steht die Option im Raum, samstags und sonntags eine Stunde früher als bisher zu öffnen, nämlich von 9 bis 19 Uhr.