Bellheim
Schuldenfreie Zeit ist für Verbandsgemeinde vorbei
[Korrigiert, 11. Februar 2026, 14.19 Uhr] Die schuldenfreie Zeit der Verbandsgemeinde Bellheim ist vorbei. Die geplanten Investitionen lassen sich nicht mehr aus den Rücklagen finanzieren, Kredite müssen aufgenommen werden, 1,2 Millionen Euro in diesem und 4,8 Millionen Euro im kommenden Jahr. So wird im Finanzhaushaltsplan ein Saldo von rund 1200 Euro (2026) ausgewiesen und 62.200 Euro (2027). Das geht aus dem Entwurf für den Doppelhaushaltsplan 2026/27 hervor, über den der Verbandsgemeinderat am Dienstag, 18 Uhr, im Rathaus beraten und dann einstimmig beschlossen hat. Laut Bürgermeister Gerald Job (FWG) quasi eine „schwarze Null“.
Um den Haushalt ausgleichen zu können, steht der Verbandsgemeinde als einzige direkte Steuerquelle nur die Vergnügungssteuer zur Verfügung und die von den Ortsgemeinden aufzubringende Umlage. Nach Beschwerden von Automatenbetreibern könnte es sein, dass die im vergangenen Jahr von 20 auf 30 Prozent angehobene Vergnügungssteuer wieder gesenkt wird. Die Umlage, die im laufenden Jahr 5,55 Millionen Euro in die Kasse spülen soll und 5,70 Millionen im kommenden, soll vorerst bei 32 Prozent bleiben. Über eine Erhöhung wird laut Haushaltsplanentwurf jedoch nachgedacht, abhängig von der Entwicklung der Steuerkraft der Gemeinden. Um die durch den Betrieb des Schwimmparks in Bellheim entstehenden Verluste abzumildern, ist eine Eintrittspreiserhöhung geplant, über die ebenfalls am Dienstag beraten werden soll.
Die Schulden sollen in den nächsten Jahren steigen: Ende 2027 sollen es 1,18 Millionen Euro sein, Ende 2028 5,86 Millionen und Ende 2029 10,14 Millionen. Weitgehend aufgezehrt werden die liquiden Mittel: Verfügte die Verbandsgemeinde Ende 2024 noch über 3,8 Millionen Euro, so wurden diese durch nicht kreditfinanzierte Investitionen abgeschmolzen auf inzwischen 2,5 Millionen; Ende 2027 sollen es noch 700.000 Euro sein, heißt es im Haushaltsplanentwurf.
Und in was werden die geplanten Kredite in diesem und im nächsten Jahr investiert? Der mit Abstand dickste Brocken ist die Rathaussanierung, in die 2026 eine halbe Million Euro investiert wird und 2027 drei Millionen, gefolgt vom Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Zeiskam (250.000 und 1,25 Millionen Euro) und der Sanierung der Spiegelbachhalle in Bellheim (450.000 und 550.000 Euro).
Korrektur
Im ursprünglichen Text wurde irrtümlich ein falscher Saldo im Finanzhaushalt genannt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.