Landtagswahl Schnieder: Keine Amtszeitteilung mit Schweitzer

Gordon Schnieder (li.) legt auf seiner Wahlkampftour einen Zwischenstopp auf dem Paradeplatz ein.
Gordon Schnieder (li.) legt auf seiner Wahlkampftour einen Zwischenstopp auf dem Paradeplatz ein.

Schon einige Zeit bevor Gordon Schnieder, der für 12.30 Uhr angekündigte CDU-Landtagsspitzenkandidat eintrifft, stehen einige Leute erwartungsvoll bereit,

Nein, Halsweh hat Gordon Schnieder, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 22. März, nicht am Freitag. Obwohl er mit offenem Mantel und geöffnetem Hemdkragen auf dem Paradeplatz in Germersheim steht. Hier pfeift der Wind, und wie so oft im Wahlkampf wollen viele mit ihm reden. „Es macht ja Spaß“, sagt er lächelnd. Rund 50 Leute sind da: zunächst einmal Parteifreunde. Einer überreicht dem Besucher aus der Vulkaneifel, der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz werden möchte, einen Karton mit Schaumküssen aus südpfälzischer Produktion. Einige Bürger sind auch gekommen und die 10y des Goethe-Gymnasiums in Germersheim mit ihrem Lehrer Dirk Wippert.

Für unangekündigte HÜs

Die Schüler fragen Schnieder, nachdem er noch einige Hände geschüttelt und Leute begrüßt hat, ob die CDU im Falle eines Wahlsiegs wieder unangekündigte Hausaufgabenüberprüfungen zulassen wird. Schnieder antwortet mit einem klaren „Ja“. Er stehe zum Leistungsprinzip. Zudem sei die „Schule eine Vorbereitung aufs Leben – da passiert auch viel, was vorher nicht planbar ist“. Und wie steht Schnieder zum Wahlrecht ab 16 Jahren, wie es in manchen Bundesländern gilt? Das ist für den Gefragten durchaus vorstellbar. Allerdings müsse man darüber gesamtgesellschaftlich gründlich reden und alle Aspekte beleuchten zum Beispiel den strafrechtlichen, aber auch ab wann man Auto fahren darf. Man könne in dieser Frage nicht einfach einen Aspekt herauslösen, noch dazu „das verfassungsrechtlich höchste Gut“. Auf Konsequenzen angesprochen, wenn bewaffnete Schüler ihre Schule in Angst und Schrecken versetzen und eventuell sogar Menschen verletzen, antwortet Schnieder, dass Waffen an Schulen nichts zu suchen haben. „Und wenn jemand dagegen verstößt, muss das umgehend bestraft werden. Sozialstunden tun gut.“

Stärkung für den Wahlkampf-Schlussspurt. Ein Karton Schaumküsse für Gordon Schnieder (Mitte).
Stärkung für den Wahlkampf-Schlussspurt. Ein Karton Schaumküsse für Gordon Schnieder (Mitte).

Kann sich Schnieder im Falle eines knappen Wahlausgangs, vergleichbar dem am vergangenen Sonntag in Baden-Württemberg, eine zeitliche Aufteilung des Amts des Ministerpräsidenten mit seinem Mitbewerber Alexander Schweitzer (SPD) vorstellen, wie es die CDU auf der anderen Rheinseite gefordert hat? „Nein“, antwortet Schnieder dem Schüler. „Für so einen Quatsch haben wir keine Zeit. Gewinner ist der mit dem besten Wahlergebnis.“ Ein neben ihm Stehender erinnert an das denkbar knappe Wahlergebnis im Wahlkreis 51 Germersheim vor fünf Jahren als Tobias Baumgärtner (CDU), der auch da ist, mit vier Stimmen Unterschied Markus Kropfreiter (SPD) unterlegen ist. „Auch hier gab’s keine Amtsteilung“, sagt Baumgärtner schmunzelnd.

Gordon Schnieder (Mitte) mit Schülern der 10y des GGG mit CDU-Direktkandidat Tobias Baumgärtner (li. neben ihm).
Gordon Schnieder (Mitte) mit Schülern der 10y des GGG mit CDU-Direktkandidat Tobias Baumgärtner (li. neben ihm).

250 Termine, 25.000 Kilometer

Nach einer Stunde ist der Wahlkampftermin in Germersheim für Schnieder vorüber. Weiter geht’s nach zahlreichen kurzen Gesprächen und Fotos mit Fans zu einem Unternehmensbesuch nach Offenbach; nachmittags wird er in Kuhardt erwartet, abends in Maximiliansau. Seit geraumer Zeit dauerten die Arbeitstage in der Regel von 8 bis gegen 22 Uhr. „Sieben, acht Termine“ hat er allein heute, sagt Schnieder. Von Januar bis 22. März komme er wohl auf 250 Wahlkampftermine und auf rund 25.000 Kilometer, die er dazwischen zurückgelegt haben wird.

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