Kreis Germersheim Schöner einkaufen bei Aldi verschoben

Der neue Aldi im Germersheimer Gewerbegebiet kommt nicht. Zumindest nicht so schnell wie es möglich wäre. Der Bauausschuss hat am Mittwochabend die Zustimmung zur entsprechenden Änderung des Bebauungsplanes verweigert – mit der Begründung, es sei nicht gesichert, dass Aldi nicht doch sein Sortiment erweitere.
Der Discounter will seinen Markt in der Speyerer Straße gemäß seines neuen Konzeptes modernisieren und erweitern. Es gehe darum, heißt es in dem Antrag, zum Beispiel bei der Warenauffüllung weniger störend für die Kunden agieren zu können. Auch sollen auf der um knapp 500 Quadratmeter vergrößerten Verkaufsfläche die Waren auf niedrigeren Regalen dem Trend der Zeit folgend ansprechender präsentiert werden. Eine Erweiterung des Sortiments sei nicht geplant (wir berichteten). Genau diese letzte Aussage stößt vor allem CDU-Mitgliedern im Ausschuss auf. Uli Hänlein: „Wer kontrolliert, ob das Sortiment wirklich nicht erweitert wird?“ Peter Lack zweifelt das Gutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) an, wonach die Aldi-Erweiterung keine Auswirkung auf die Innenstadt hat. Seine Frage nach dem Auftraggeber des Gutachtens beantwortetet Baudezernent Norbert König kurz und knapp: „Aldi!“ Königs Einwurf, „Was passiert, wenn uns Aldi verlässt?“, blieb ohne Resonanz. Der Ausschuss lehnte mit Mehrheit die Bebauungsplanänderung ab und blockiert damit zunächst das Projekt des Discounters. Der Wunsch: Es soll vertraglich festgezurrt werden, dass tatsächlich keine Sortimentserweiterung stattfindet. Ohne Gegenstimme passierte dagegen der Bebauungsplanentwurf, den das Planungsbüro Modus Consult erstellt hat, den Ausschuss. Gegenüber dem Plan für den ehemaligen Investor Procom wird für das neue Projekt Einkaufszentrum die Gesamtverkaufsfläche von 12.000 auf 10.000 Quadratmeter verkleinert. Davon sind maximal 4000 Quadratmeter für Lebensmittelhandel (Lidl, Rewe) vorgesehen, weitere maximal 4000 für Bekleidung, Schuhe und Lederwaren, 1200 für Drogeriewaren (Müller) und jeweils maximal 800 für sonstige Sortimente. Außerdem sind Gastronomie, Wohnungen und Einrichtungen für Gesundheits- und soziale Zwecke möglich. Mit mehreren Fußgänger-Passagen wird der gesamte Komplex an die Innenstadt angebunden. |tom