Kreis Germersheim Reise in die Zeit des Festungsbaus

„Auf ihr Brüder in die Pfalz...“, mit diesem Lied führten die Stadtkapelle Germersheim und der Musikverein Sondernheim den historischen Festumzug mit dem Motto „Germersheim im Wandel der Zeit“ als erste von mehr als 40 Gruppen an. In der folgenden Kutsche saßen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Weinprinzessin Kristin Otte. Beide trugen ein Jugendstilkleid. Bürgermeister Marcus Schaile in Uniform gab den galanten Offizier. „Es ist ein tolles Erlebnis, hier zu sein“, jubelte die Ministerpräsidentin den vielen begeisterten Zuschauern zu. Die Herzen technikbegeisterter Besucher schlugen beim Anblick alter Traktoren höher, wie etwa dem Hanomag mit Holzanhänger aus den 50er Jahren, der von der „Interessengemeinschaft Freunde alter Landmaschinen“ in Liedolsheim gesteuert wurde. Marktmeister Christian Willy, der zusammen mit Sascha Hoffmann den Zug moderierte, ließ es sich nicht nehmen, bei einem Traktor der Marke „Eicher“, mit dem Slogan aus früheren Zeiten die Zuschauer zum Schmunzeln zu bringen: „Ist der Bauer reicher, fährt er Eicher“. Die „Militärhistorische Sammlung Heilbronn“ fuhr mit einem legendären Ford Achtzylinder, einem typischen amerikanischen „Straßenkreuzer“ aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, vor. Dieser wurde von einem Soldaten in Originaluniform zu Fuß begleitet. Doch nicht nur historische Fahrzeuge prägten das Bild des Festumzuges, sondern auch die Fußgruppen mit einer Vielzahl an Uniformen und prächtigen Kostümen aus verschiedenen Epochen. Der Germersheimer Stadtrat etwa, der mit „großer Stärke vertreten war“, wie Hoffmann feststellte, erschien in Rokoko-Gewändern. Die Damengymnastikgruppe des VfR Sondernheim trug eine bäuerliche Tracht aus dem 17. Jahrhundert und „Die Speermächtigen“ aus Germersheim zeigten teilweise zu Ross ihre ganz eigene „Tracht“ aus dem Mittelalter: Pelzumhänge, Kettenhemd und Helme. „Festungsdrill“ präsentierte die Bundeswehr. Während Hauptmann Arlt stehend im Auto salutierte, machten zwei Soldaten jeweils 35 Liegestütze mitten auf der Straße. Marktmeister Willy und die Zuschauer an der Strecke zollten mit Beifall Respekt für diese Leistung, zumal die Soldaten ihre Liegestützen „alle 200 Meter“ wiederholen mussten. (smoh)

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