Kreis Germersheim Psychosomatik-Abteilung öffnet
Mit der Schließung der Geburtsstation in der Germersheimer Asklepios-Klinik endete eine Ära, nun soll in den renovierten Räumen eine neue beginnen: Ab heute hat der Landkreis eine Abteilung für Psychosomatik, Leiter ist Dr. Michael Käfer. „Wir wollen an die Tradition der früheren Geburtshilfe anknüpfen.“ Die Abteilung war anthroposophisch ausgerichtet und hatte Mütter aus der weiteren Region angezogen. So will Käfer seinen Patienten auch Musik-, Kunst- und Bewegungstherapie und Yoga anbieten.
Wesentlicher Baustein der Behandlung ist die Psychotherapie. Mit der Fachfrau Estella Naimitenko, die aus dem Schlaflabor der Kandeler Asklepios-Klinik nach Germersheim wechselt, habe man „eine Nadel im Heuhaufen“ gefunden, freut sich Geschäftsführer Frank Lambert, zuständig für die Kliniken in Kandel und Germersheim. Der Patient soll ganzheitlich gesehen werden, „über die Krisenintervention hinaus wollen wir seine Situation verbessern“, erläutert Käfer. Angeboten werden eine multimodale Psychotherapie, einzeln und in Gruppen, dazu kommen kreative Ansätze: „Da geht auch mal eine Schwester nachmittags mit Patienten joggen.“ Die Psychosomatik gilt als eine Tochterdisziplin der inneren Medizin und ist in der Germersheimer Klinik auch an diese angedockt. Bei seinen neuen Kollegen sei er auf offene Ohren gestoßen, sagt Käfer begeistert. „Internisten und Chirurgen sehen die Psychosomatik als Teil ihres Fachbereichs“, merkt Lambert an. Ab heute werden auf der Station zum Beispiel Patienten mit Depressionen oder Ängsten behandelt, ein Fokus soll auf der Schmerztherapie liegen. Früher habe es geheißen, „mit dem Schmerz müssen sie leben lernen“. Käfer betont: „Wir sehen das heute anders.“ Die Station startet in den Räumen der ehemaligen Geburtshilfe, zunächst mit 12 Betten. „Sie soll organisch wachsen“, wünscht sich Lambert. Drei Räume stehen für die Therapie zur Verfügung. Im Aufenthaltsraum sollen die Patienten „in das soziale Miteinander kommen“, wünscht sich Käfer. Depressive und Angstpatienten seien oft vereinsamt, „wir wollen die soziale Isolation aufbrechen“. Deshalb wird wohl auch etwas anders sein, als in der restlichen Klinik: Statt TV-Geräten in den Zimmern soll es einen Fernseher mit vereinbarten Zeiten im Gemeinschaftsraum geben.