Germersheim Polizisten erzählen: Trickdiebe und Gewalttäter waren ihr Metier

Nach vielen Jahrzehnten bei der Polizei im Ruhestand (v.li.): Hans Schlaufmann und Andreas Frey.
Nach vielen Jahrzehnten bei der Polizei im Ruhestand (v.li.): Hans Schlaufmann und Andreas Frey.

Einmal über 47 Jahre und einmal über 44 Jahre Polizeidienst sind zuende. Beide kennen Germersheim und den Landkreis wie ihre Westentasche. Hans Schlaufmann und Andreas Frey haben viel zu erzählen.

Einer der ersten Fälle in Germersheim, die Hans Schlaufmann zu Beginn der 1990er-Jahre in der Stadt bearbeitet und erfolgreich beendet hat, endeten für „einen Koksdealer mit sechseinhalb Jahren Haft“, sagt der gebürtige Germersheimer. Und in den Folgejahren kamen viele Strafen hinzu. „47 Jahre und 281 Tage“, kommt es wie aus der Pistole geschossen, wenn man Hans Schlaufmann auf seine Dienstzeit anspricht. Nur unwesentlich weniger hat mit 44,5 Jahren Andreas Frey vorzuweisen, der dafür seit dem 1. August 1981 in Germersheim Polizist war – „an nur einer Dienststelle“. Nicht so Schlaufmann, der seinen Dienst in Stuttgart Stammheim antrat, dorthin abgeordnet worden war, um bei den RAF-Prozessen Wachdienst zu schieben – an Bahngleisen.

Nicht jeder nimmt Hilfe an

Frey wechselte nach etwas über elf Jahren vom Schichtdienst in den Bezirksdienst. Erst zuständig für die Verbandsgemeinde Rülzheim, danach war für 25 Jahre die Stadt Germersheim sein Revier, um schließlich nochmals bis zum Dienstende die VG Rülzheim zu betreuen – also bis Ende Januar dieses Jahres. Doch das Aufgabengebiet war weitaus größer. In die Zuständigkeit Freys fiel auch die Koordination und Vernetzung mit anderen Behörden und Vereinen, die sich um die Opfer von Gewalttaten in engen sozialen Beziehungen kümmerten – also um Männer und Frauen, die von ihren Partnern misshandelt wurden. Doch Frey weiß, dass manchmal die angebotene Hilfe nicht richtig griff, weil sich Menschen nicht helfen lassen wollten. Morgens wurden als erstes die „Rapporte gelesen, damit man wusste, was geschehen war und, ob noch etwas unternommen werden musste“, sagt Frey. Der Informationsaustausch zwischen Behörden und Dienststellen im Fall von entlassenen Straftätern, bei denen man mit einem Rückfall rechnen musste, gehörte ebenso zum Aufgabengebiet Freys.

Mit Uhr davon spaziert

Als Sachbearbeiter für Eigentumsdelikte kam Hans Schlaufmann in viele Häuser. Bei Durchsuchungen wusste er genau, wo er hinschauen musste, kannte die Verdächtigen – „manche über viele Jahre“. Frey und Schlaufmann erinnern sich noch gut an eine große Autoaufbruchserie, bei der 150 Autos aufgebrochen wurden und aus ihnen die Radio-Stereo-Anlagen entwendet wurden. „Was natürlich schon eine Weile her ist“, sagt Schlaufmann. „Heute werden andere Dinge entwendet“, ergänzt Frey. Diese Serie wurde letztlich durch die Vernetzung mit anderen Dienststellen diesseits und jenseits des Rheins aufgeklärt. Das alles steht Schlaufmann zufolge „meist im Zusammenhang mit Beschaffungskriminalität“. Er erinnert sich auch an Trickbetrüger, die vor Jahren Juweliere heimsuchten. Während des Gesprächs haben sie sich „eine teure Uhr am Arm befestigt“ und damit letztlich unter einem Vorwand „den Laden verlassen“. Die Juweliere bemerkten „erst später, dass die Uhren fehlten“.

Frey und Schlaufmann beginnen immer mehr zu plaudern, erinnern sich an Kollegen, die längst in Pension sind, was sie von ihnen gelernt haben. Und sagen beide, dass es immens wichtig ist, die Berufseinsteiger nicht alleine zu lassen. „Passt auf die jungen Kollegen auf“, mahnt Schlaufmann. Und erzählt sogleich die eine oder andere Anekdote, für die er mit verantwortlich war. Andreas Frey freut sich und lacht.

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