Ottersheim
Physiotherapie in Ottersheim: Eröffnung nach Praxiserweiterung
Seit etwa vier Jahren betreibt Melina Benz ihre Physiotherapie-Praxis in Ottersheim. In einem Zimmer im Wohnhaus in der Ludwigstraße 43a, das sie sich mit ihrem Mann und den drei Kindern teilt. Eines schönen Tages wurde es dann angesichts zunehmender Resonanz zu eng. Allerdings tat sich im Vorderhaus der Eltern eine Möglichkeit auf, erzählt sie. Die Erdgeschosswohnung wurde frei und inzwischen zur Praxis umgebaut. Dort soll am Samstag, 11. April, auf den Tag fällt auch ihr 37. Geburtstag, die offizielle Eröffnung mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden.
Zum Ziel führte ein teilweise holpriger Weg, blickt Benz auf so manche bürokratische Hürde zurück. „Es war so manches an Voraussetzungen und Kosten gefordert, über die man sich als Laie zunächst gar keine Gedanken macht. Aber letztlich hat alles geklappt.“ So verfüge die größere Praxis nun über zwei Behandlungszimmer, einen Geräte-/Fitnessraum und Sanitärräume.
Auch Hausbesuche
Was treibt die Patienten in erster Linie zu ihr? „Viele kommen mit Rücken- und Gelenkbeschwerden, aber auch mit Kiefer- und Migräneproblemen.“ Davon sind alle Altersgruppen betroffen, weiß Benz aus ihrer Praxiserfahrung. Es kämen aber auch junge Leute zu ihr, die sich sporttherapeutisch behandeln ließen, ebenso Patienten mit neurologischen Beschwerden. Die Patienten müssten aber nicht unbedingt zu ihr kommen, sondern sie biete auch – jeweils nach Vereinbarung – Hausbesuche an, „gerade bei älteren Leuten“.
Physiotherapie im Wandel
Und wie bekommt sie die Leute wieder fit? Bei der manuellen Therapie knete sie nur selten die Muskulatur, arbeite vielmehr mit gezieltem Druck an Triggerpunkten, Verhärtungen in der Muskulatur. Zum Einsatz kämen Techniken am Gelenk und Kapseln, die es umschließen. Hinzu komme Bewegungstherapie, Übungen mit oder ohne Sportgeräte. Dabei setze sie mehr auf Kleingeräte, Hanteln, weniger auf Fitnessmaschinen. Zum einen hängt das laut Benz mit dem Platz zusammen, aber auch damit, dass in der Fachwelt ein Umdenken einsetze. Denn Maschinen seien auf einen Muskel ausgerichtet. „Aber es gilt Muskelketten zu trainieren beziehungsweise zu mobilisieren“, weiß die ausgebildete Physiotherapeutin. Seit 2019 ist sie auch Ausbilderin an der Physiotherapie-Schule an der Speyerer Vincentius-Klinik. Allerdings habe sie dort zuletzt ihr Engagement, das ihr viel Freude bereite, stark reduziert, auf nur noch einen halben Tag pro Woche. Wegen der zunehmenden Resonanz in der Praxis und wegen der Familie.
„PhysioLogisch“ wegen Verwechslungsgefahr
Der erweiterten Familie sei es geschuldet, dass Benz’ Physio-Praxis nicht ihren Namen trägt, sondern „PhysioLogisch“ heißt. Denn in der Nachbarschaft betreibe ein Verwandter ihres Mannes gleichen Namens ebenfalls eine Physiotherapie-Praxis, und Verwechslungen sollten von Anfang an vermieden werden.
Benz erwähnt, dass sie eine Fortbildung zur sektoralen Heilpraktikerin erfolgreich absolviert und eine Zulassung vom Gesundheitsamt erhalten hat. So sei es ihr möglich, Patienten ohne ärztliche Verordnung zu behandeln, was letztlich die Ärzte entlaste. Von sich aus werde sie zunächst in klassischen Fällen wie Hexenschuss tätig. Stellt sie jedoch eine Beschwernis außerhalb der Physiotherapie fest, schickt Benz nach eigenen Angaben die Patienten allerdings erst zum Arzt.
Individuelle Behandlungszeiten
Die Physiotherapeutin weist darauf hin, dass die Kosten für ihre sektoralen Heilpraktiken nicht von jeder gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. In dem Fall müssten die Patienten Selbstzahler sein, Privatpatienten oder eine Zusatzversicherung abgeschlossen haben. Das gelte auch für solche Patienten, die sie länger behandelt als die verordneten sechs Mal 20 Minuten, um sie gesundheitlich wieder herzustellen. „Ich kann Behandlungszeiten individuell mit den Patienten abstimmen.“
Damit es erst gar nicht zu Beschwerden kommt, würde sich Benz wünschen, mehr vorbeugend arbeiten zu können. Und dass Patienten, wenn sie akut Schmerzen haben, sich gleich behandeln lassen „und nicht hoffen, dass es schon von selbst weggeht“. Noch wichtiger wäre es ihres Erachtens, wenn die Menschen von Jugend an regelmäßig Sport treiben und ihre Muskulatur trainieren würden.
Die Sache mit der Ausbildung
Benz weiß um den Respekt, der ihrer Berufsgruppe entgegengebracht wird. Deshalb wundert es sie umso mehr, dass Deutschland zu den wenigen Ländern gehört, in denen die Berufsausbildung zum Physiotherapeuten noch eine klassische ist. In den meisten Ländern werde der Ausbildungsgang als Studium angeboten. „Hier dauert das leider noch.“
Info
Die Physiotherapie-Praxis „PhysioLogisch“ von Melina Benz in der Ludwigstraße 43a in Ottersheim wird am Samstag, 11. April, 11 bis 14 Uhr, mit einem Tag der offenen Tür offiziell eröffnet.