Speyerer Umland RHEINPFALZ Plus Artikel Pfarrer bereiten Kirchen für Gottesdienste vor

Bereitet die Öffnung der Waldseer Kirche mit Zollstock und Klebeband vor: Dekan Frank Aschenberger.
Bereitet die Öffnung der Waldseer Kirche mit Zollstock und Klebeband vor: Dekan Frank Aschenberger.

In den Kirchen im Speyerer Umland dürfen am Sonntag wieder Gottesdienste gefeiert werden. Diese sind allerdings noch weit entfernt von der Normalität und müssen unter strengen Auflagen eines vom Bistum Speyer erstellten Schutzkonzepts stattfinden. Für die Pfarrer und ehrenamtliche Helfer bedeutete das in den vergangenen Tagen viel Arbeit.

Dekan Frank Aschenberger aus Waldsee freut sich riesig darauf, am Sonntag wieder Gemeindegottesdienste feiern zu dürfen – zunächst in Waldsee, 9 Uhr, und in Limburgerhof, 11 Uhr, ab nächstem Wochenende auch in Altrip, Neuhofen und Otterstadt. In den vergangenen Tagen hat der Dekan das Kirchenschiff vermessen, Plätze für Gottesdienstbesucher mit zart lila Klebeband markiert, und Flächen, die nicht betreten werden dürfen, dezent abgesperrt. Aschenberger möchte es so schön wie möglich machen. „Flatterband zum Absperren kommt mir nicht in die Kirche“, sagte er. Das Okay vom Bistum, dass Gottesdienste tatsächlich, wie am Mittwoch vom Land angekündigt, stattfinden dürfen, gab es erst am Donnerstag spät abends, die Rechtsverordnung vom Land kam am Freitagvormittag.

In Waldsee nur mit Anmeldung

Ganz wichtig ist, wer einen Gottesdienst besuchen möchte, muss sich vorher telefonisch im Pfarrbüro anmelden. In Waldsee ist das am Samstag – ausnahmsweise – zwischen 14 und 16 Uhr unter 06236 429080 möglich. Jeder Gläubige bekommt einen Platz zugewiesen. In Waldsee dürfen maximal 42 Personen in die Kirche, in Limburgerhof dürfen wegen des größeren Kirchenschiffs 47 Gläubige anwesend sein. Es gelten die Regeln: Pro zehn Quadratmeter ist eine Person erlaubt, die Gläubigen müssen zwei Meter Abstand zueinander halten – auch bei der Kommunion – und in den Gängen darf nur in eine Richtung gelaufen werden. Laut Aschenberger wird das Ganze von Ordnern überwacht. Die Gläubigen sollen Mund-Nasen-Masken tragen, ihre Gesangbücher selbst sowie einen Personalausweis für Kontrollen mitbringen.

In Otterstadt findet der Gottesdienst ab 9. Mai samstags um 10.30 Uhr statt. Aus dieser Kirche werden die Messen aber auch weiterhin im Internet übertragen.

Pfarrer gehören zur Risikogruppe

Auch in der Pfarrei Heilige Hildegard steht man in den Startlöchern, wie Pfarrer Josef Metzinger sagte. Dort haben vor allem die Ehrenamtlichen aus den Gemeindeausschüssen, Jugendliche aus der Pfarrei und ein Team im Pfarrbüro die Vorbereitungen übernommen. Los geht es am Sonntag um 9 Uhr in Dudenhofen und um 10.30 Uhr in Hanhofen und Berghausen. In den Folgewochen soll das komplette Gottesdienstprogramm wieder angeboten werden, wenn sich genug Ordner aus den Gemeindeausschüssen finden.

Die Jugendlichen der Pfarrei haben in den vergangenen Wochen 300 Masken genäht und in der Kirche Dudenhofen zur Abholung ausgelegt. Metzinger ist unheimlich stolz auf seine Mitstreiter. Er selbst und auch sein Kooperator gehören zur Risikogruppe, doch er lässt es sich nicht nehmen, Gottesdienste zu halten. „Wir hoffen, dass das der erste Schritt zurück in die Normalität ist“, sagte er. Für den Sonntag ist laut Metzinger keine Anmeldung nötig, das regeln die Ordner vor Ort. Für die Gottesdienste in den Folgewochen werden Gläubige gebeten, sich bis zum jeweiligen Freitag im Pfarrbüro unter 06232 92935 anzumelden.

Erstmal noch keine Gottesdienste

In Lingenfeld und Schwegenheim finden am kommenden Sonntag noch keine Gottesdienste statt. „Es bedarf einer gewissen Logistik, unter den kommenden Auflagen Gottesdienste feiern zu können“, teilte Dekan Jörg Rubek mit. Er verwies am Donnerstagabend darauf, dass es noch keine Ausführungsbestimmungen des Landes gebe.

Auch in den protestantischen Kirchen sind an diesem Wochenende noch keine Gottesdienst geplant: „Über die Öffnung der Gottesdiensträume und den Termin der Wiederaufnahme der Gottesdienste entscheidet das Presbyterium der jeweiligen Kirchengemeinde. Daher sind noch keine konkreten Angaben über den Beginn möglich“, teilte Dekan Markus Jäckle auf Anfrage mit.

x