Germersheim
Pavillon am Rhein: Künftiger Betreiber ist kein Unbekannter (Bildgalerie)
Der Pavillon am Rhein schien eine bislang unendliche Geschichte zu sein. Kurz vor Weihnachten im vergangenen Jahr wurde dann plötzlich ein Vertrag mit dem Speyerer Unternehmen „Keil Konzepte“ unterschrieben, weil das Land die Zusage zu einem Zuschuss gab. Eine Ausschreibung für Interessierte folgte, die sich als langfristigen Pächter bewerben konnten.
Drei Bewerber für Gaststätte
Beworben auf die Ausschreibung als Pächter des Ausschank- und Speiselokals haben sich drei Interessierte, wie Bürgermeister Marcus Schaile bei der Sitzung des Stadtrates am Donnerstagabend sagte. Bei der Bewerbung gab es einige Forderungen zu erfüllen, doch nicht alle Bewerber haben die Unterlagen voll ausgefüllt abgegeben. Unter anderem soll das Ausschank- und Speiselokal an der Rheinpromenade, dessen Eröffnung im Sommer/Herbst 2026 geplant ist, alle Altersgruppen ansprechen. Geplant ist laut Ausschreibung ein einladendes und gemütliches Ambiente mit moderner Ausstattung, das regionale und saisonale Speisen sowie Getränke anbietet. Geöffnet soll das Lokal bis maximal 22 Uhr haben.
Pacht über 15 Jahre
Zur Verpachtung gehören die Plattformfläche und Containeranlage mit Innen- und Außenbereich sowie die Biergartenfläche auf der Wiese. Die Einrichtung und Ausstattung, also das Inventar der kompletten Anlage sowie des Biergartens, sind nicht Bestandteil der Verpachtung und müssen durch den Pächter gestellt werden. Der künftige Pächter muss für die Einrichtung und Ausstattung der Containeranlage inklusive Küche, Bestuhlung und Sonnenschutz für die Außenanlage mit Biergarten sorgen. Zudem soll er sich bereit erklären, an städtischen Veranstaltungen teilzunehmen, und nachweislich eine langjährige Erfahrung in der Gastronomie, vorzugsweise bereits Erfahrungen im Raum Germersheim, haben. Außerdem muss der Pächter im Falle eines Hochwassers, da die künftige Gaststätte vor dem Deich im Überflutungsbereich steht, alles schnell abräumen und sicher verstauen können. Der Pachtvertrag geht über 15 Jahre mit der Option der Verlängerung. Auch behält sich die Stadt vor, nach einigen Jahren die Pacht anzupassen.
Die eingereichten Bewerbungen wurden Schaile zufolge mit einem Punktesystem bewertet. Der Letztplatzierte hatte rund 42 Punkte, der Zweitplatzierte 61 und der Sieger 93 Punkte. Als Sieger aus dem Wettbewerb ist die Firma Barth aus Speyer hervorgegangen. Patrick Barth betreibt seit dem Jahr 2020 auf der großen Wiese des Rheinvorlandes einen Biergarten. Während Corona war dieser auch als Unterstützung für das Gastrounternehmen gedacht gewesen, das seit vielen Jahren den Pfingsmarkt und weitere Feste in der Stadt beschickt. Da der Biergarten von vielen Menschen in der Region aber sehr gut angenommen wurde, gab es in den Jahren danach, jeweils ab dem Frühjahr bis in den Spätherbst hinein, dieses Ausflugsziel. So wird dies auch in diesem Jahr wieder sein. Eine entsprechende Aufforderung für potenzielle Bewerber wurde kürzlich veröffentlicht. „Wenn der Pavillon eröffnet wird, gibt es keinen Biergarten auf der großen Wiese mehr“, antwortete Schaile auf eine Frage aus dem Stadtrat. Darauf verzichten möchte er in diesem Jahr aber nicht, weil unsicher sei, ob der Pavillon schon Ende des Sommers eröffnet wird.
Planung mit Pächter zusammen
Jannis Keil von „Keil Konzepte“ stellte das Projekt in Modulbauweise vor. Das Unternehmen, das aus dem Möbel- und Ladenbau kommt, existiert seit rund 30 Jahren und beschäftigt etwa 70 Mitarbeiter. Verstärkt setzt es in jüngster Zeit auf den Modulbau und spezialisiert sich auf Filial-, Gastronomie- und Gewerbebauten. „Damit sind wir stark auf Expansionskurs“, sagt Jannis Keil. Beispiele gebe es unter anderem auf dem Campingplatz in Karlsruhe oder auf dem Sportplatz in Neuhofen. Auf den stehenden Stahlträgern werde eine Plattform gebaut. Darauf stehen vier Module von je 9 mal 3 Metern mit einer Grundfläche von 18 mal 6 Metern. Darauf wird über eine Außentreppe ein weiterer Gastraum (9 mal 3 Metern) mit Terrasse im zweiten Stock gebaut. Über eine große, breite Holztreppe ist der Zugang zur Wiese gegeben. Auf dieser wird es einen Biergarten geben. Jannis Keil gibt die Bauzeit der Module mit drei bis vier Monaten an. Nun, da der Pächter bekannt sei, müsse mit ihm das Konzept der Innengestaltung besprochen werden. Da man sich nicht kenne, wisse er nicht, wie lange diese Planungsphase dauere. Und damit sei nicht genau vorhersagbar, ob die Gaststätte Ende August noch öffnen wird. „Das Geld wird im Sommer verdient“, sagt Schaile. Und damit müsse man über den Winter kommen. Deshalb könne es sein, dass die Eröffnung auf März kommenden Jahres verschoben werde.
