Seltz/Kreis Germersheim Pamina-Rheinpark: Märkte abwechselnd in drei Städten geplant

Das Naturschutzgebiet „Delta de la Sauer“ im elsässischen Munchhausen feierte im vergangenen Jahr 25. Geburtstag.
Das Naturschutzgebiet »Delta de la Sauer« im elsässischen Munchhausen feierte im vergangenen Jahr 25. Geburtstag.

Seit vielen Jahren arbeiten Frauen und Männer aus dem Nordelsass, der Südpfalz und Baden über Rhein und Grenzen hinweg zusammen. Sie alle haben eine gemeinsame Geschichte, Natur und Kultur sowie ein gemeinsames Ziel. Sie möchten diese Kostbarkeit am Oberrhein ihren Mitmenschen erlebbar machen.

Als vor 27 Jahren deutsche und französische Visionäre die Idee hatten, die unschätzbar wertvolle Auenlandschaft am Oberrhein zu schützen und ein „Ökomuseum beidseits des Rheins“ zu verwirklichen, brachten sie einen Stein ins Rollen, der zwischenzeitlich in ganz Europa Beachtung findet. Dieses Europa wird im Pamina-Rheinpark von vielen Frauen und Männern in den Kommunen gelebt.

12 Millionen Euro investiert

Oftmals gestoppt durch nationale Vorgaben aus Paris und Berlin, haben die Kämpfer es schon vor Jahren geschafft, einen deutsch-französischen Verein zu gründen und unzählige Projekte gemeinsam zu realisieren. Über sechs Millionen Euro investierte die Europäische Union im Rahmen ihrer Interreg-Förderprogramme bisher in Projekte des Pamina-Rheinpark. In gleicher Höhe floss Geld aus den Mitgliedsgemeinden, um die gemeinsame Kulturlandschaft erlebbar zu machen und den Tourismus zu fördern.

Sebastian Schrempp (Zweiter von links), Oberbürgermeister der Stadt Rheinstetten, ist neuer Vorsitzender des grenzüberschreitend
Sebastian Schrempp (Zweiter von links), Oberbürgermeister der Stadt Rheinstetten, ist neuer Vorsitzender des grenzüberschreitenden Museumsvereins Pamina-Rheinpark. Geschäftsführer Claus Haberecht (rechts) ehrte den Vorsitzenden a.D. Dennis Nitsche und Landrat Fritz Brechtel für ihren Einsatz für die deutsch-französische Partnerschaft.

„Europa vollzieht sich hier in den Kommunen“, sagte Fritz Brechtel, Landrat des Landkreises Germersheim, der für seine langjährige Unterstützung des Pamina-Rheinpark kürzlich geehrt wurde. Dennis Nitsche, Bürgermeister der Stadt Wörth und scheidender Vorsitzender des Pamina-Rheinpark, sieht noch ein ganz großes Potenzial. Sein Nachfolger im Amt des Vorsitzenden des Pamina-Rheinpark-Vereins ist Sebastian Schrempp, Bürgermeister der Stadt Rheinstetten. Stellvertreter ist Camille Scheydecker, Bürgermeister der Gemeinde Soufflenheim.

Von Leimersheim bis Gambsheim

Auf viel Interesse stößt das räumliche Museum Pamina-Rheinpark auch bei den Kommunen entlang des Rheins, die bisher noch nicht Mitglied waren. Wie Geschäftsführer Claus Haberecht im Rathaus Seltz informierte, wurde im vergangenen Jahr auch die Stadt Rheinau aufgenommen. Damit erstreckt sich der Pamina-Rheinpark von Eggenstein-Leopoldshafen und Leimersheim im Norden bis nach Gambsheim und Rheinau im Süden.

In diesem über 1000 Quadratkilometer großen Raum laden mit dem neu hinzugekommenen Ziegelei-Museum in Jockgrim 15 Museen, zwei Naturschutzzentren, über 70 Stationen am Wegesrand, ein weites Radwegenetz sowie ganzjährig grenzüberschreitende Veranstaltungen zum Kennenlernen dieses Natur- und Kulturgutes ein. In einem handlichen, 35-seitigen Museumsführer stehen all die Informationen zu geschichtlichen Hintergründen und den Öffnungszeiten der Museen. Sämtliche Flyer zu den Museen und den Rundradwegen können auf der Homepage des Pamina-Rheinpark online abgerufen werden.

29 Rheinpark-Guides weisen den Weg

Wer den Pamina-Rheinpark auf einer geführten Tour zu Fuß oder mit Rad erleben möchte, dem stehen zwischenzeitlich 29 ausgebildete Rheinpark-Guides aus den drei Teilgebieten Elsass, Pfalz und Baden zur Verfügung. Stolz sind die Macher des Pamina-Rheinparks auf die im vergangenen Jahr realisierte Rheinpromenade auf Seltzer und Plittersdorfer Seite. „Es ist ein schöner Beweis dafür, dass zwei Länder miteinander dieses gemeinsame Projekt geschafft haben, das uns wie ein Brückenstück verbindet“, sagte Mylène Heck, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Seltz.

Ein weiteres das Elsass und Baden verbindendes Element ist die seit Ende 2022 fahrende grenzüberschreitende Buslinie zwischen Rastatt und Soufflenheim sowie Seltz. „Was die Radwege anbelangt, ist unsere Infrastruktur im Pamina-Rheinpark gut“, sagte Claus Haberecht. Nicht so gut seien die Querachsenverbindungen, hier gebe es noch Nachholbedarf, so Haberecht.

Zusammenarbeit mit Nabu und CEN

Doch nicht nur auf touristischem Gebiet arbeitet man im Pamina-Rheinpark zusammen. Die Arbeitsgruppe „Umwelt- und Ressourcenschutz“ engagiert sich über die Grenzen hinweg gemeinsam mit dem NABU und dem Conservatoire d'espaces naturels d'Alsace (CEN Alsace) mit Unterstützung der Universität Straßburg und dem KIT Karlsruhe zum Erhalt gesunder Auenquartiere. Auch hier ist die EU mit Fördermitteln aus dem Interreg-Programm mit im Boot.

Bunt wie ein Blumenstrauß sind die Ideen, die die Macher des Pamina-Rheinparks noch in ihrer Tüte haben. Im kommenden Jahr sollen Pamina-Märkte abwechseln in Landau, Rastatt und Soufflenheim stattfinden, an denen regionale Produkte angeboten werden. In Fort-Louis soll ein lebendiges Museum zum Thema „Frühmittelalter am Rhein“ entstehen und neben der Fischtreppe zwischen Freistett und Gambsheim ein Touristikzentrum. Am ehemaligen Zollgebäude an der Wintersdorfer Brücke soll eine grenzüberschreitende Kommunikations-, Info- und Genussstation entstehen.

Infos zum Pamina-Rheinpark mit einem Imagefilm gibt es im Internet unter www.pamina-rheinpark.org

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