Meinung
Neuer Laden für Dorf: Das wird sportlich
Um den Tante-Enso-Laden in Ottersheim anzusiedeln, braucht es 600 Genossenschaftsmitglieder aus dem Bärendorf, die noch dazu vorab zur Kasse gebeten werden. Angesichts von gerade mal knapp 2000 „Bären“, „Bärchen“, also Kinder dürfen mit Einverständnis der Eltern übrigens auch Mitglied werden, kein leichtes Unterfangen. Zumal der Zeithorizont bis 25. März nicht sonderlich weit ist. Bis dahin müssen sich die 600 Genossen gemeldet haben. Ein sportliches Unterfangen.
Profitieren werden von dem Angebot, sollte es denn zustande kommen, vor allem Menschen, die nicht mehr so mobil sind, keine Bekannten/Verwandten haben, die ihnen etwas mitbringen. Otto-Normalbürger ist mobil und steuert mit dem Auto die umliegenden Supermärkte und Discounter an. Bellheim, aber auch Knittelsheim mit seinem Selbstbedienungsmarkt Yobsti sowie Offenbach und Landau sind nicht weit. Das soll auch der Grund dafür sein, weshalb das Bäre-Lädl vor noch nicht gar zu langer Zeit geschlossen hat. Denn davon, dass das andernorts vergessene Brötchen oder halbe Pfund Butter mal auf die Schnelle im Ort gekauft wird, kann auch kein Tante-Enso-Laden leben. Aber vielleicht sorgt ja der genossenschaftliche (finanzielle) Einsatz dafür, dass sich das Einkaufsverhalten des einen oder der anderen ändert.
