Ottersheim
Neuer Laden für Dorf: 600 Genossenschafter gesucht (mit Bildergalerie)
Seit im vergangenen Jahr das „Bäre-Lädl“ geschlossen hat, fehlt Ottersheim eine eigene Lebensmittelversorgung. Wiederholt war im Gemeinderat die Rede davon, diesem Mangel abzustellen, um so dem Wunsch vieler Einwohner gerecht zu werden. Nun scheint sich eine Lösung abzuzeichnen: Ein moderner Tante-Emma-Laden soll es werden, ein Tante-Enso-Laden, sagte Ortsbürgermeister Gerald Job der RHEINPFALZ. Ein Ratsmitglied sei auf den 2018 gegründeten Anbieter myEnso Teilhaber eG mit Sitz in Bremen gestoßen. Eine Anfrage, in Ottersheim einen Laden zu eröffnen, sei von „Tante Enso“ bereits positiv beschieden worden. Allerdings müssten zuvor noch einige Bedingungen erfüllt werden.
Standort wird noch gesucht
Zunächst einmal müssen bis 25. März von den knapp 2000 Ottersheimern 600 (auch Kinder dürfen) Mitglied in der Tante-Enso-Genossenschaft werden und einen Genossenschaftsanteil in Höhe von 100 Euro erwerben, so Job. Darüber hinaus müsse die Gemeinde zusehen, dass sie einen Standort für den Markt in möglichst zentraler Lage findet. Es gebe da zwar schon eine Idee, die müsse aber noch auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft werden, so Job. Auf durchschnittlich 200 Quadratmetern Verkaufsfläche fänden Kunden bei „Tante Enso“ „eine Haushaltsvollversorgung mit allem, was du brauchst“. Bezahlt werde mit der kostenlosen Tante-Enso-Karte an der Selbstbedienungskasse per SEPA-Lastschriftmandat. Mit der Karte erhalte man auch Zutritt zum Laden. Im Online-Shop könnten 15.000 weitere Artikel bestellt werden.
Was sieht das Tante-Enso-Konzept noch vor? Zunächst einmal einen rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche (24/7) zugänglichen Einkaufsmarkt, in dem nicht nur Automaten stehen, sondern zu bestimmten Zeiten Personal im Einsatz ist. Einen Platz zum Kaffee trinken und plaudern soll es auch geben. Zudem könnten dort regionale Anbieter ihre Produkte verkaufen lassen, weiß Job. Laut „Tante Enso“ erhält jeder Anteilseigner, auch die regionalen Anbieter können dies werden, pro Anteil jährlich einen Fünf-Euro-Einkaufsgutschein. Zudem erhalte jeder Anteilseigner pro Einkauf im Laden oder im Online-Shop je nach Anzahl seiner Anteile eine Vergütung als Guthaben zurück. Und zusätzlich zur eigenen Tante-Enso-Karte könne eine kostenfreie Familienkarte beantragt werden. Genossenschaftsmitglieder werden übrigens einmal pro Jahr zu einer Mitgliederversammlung eingeladen, heißt es auf der Internetseite von „Tante Enso“. Zudem können sich die Kunden wünschen, was neu ins Sortiment aufgenommen werden sollte. Im Falle einer Kündigung sichert „Tante Enso“ zu, die Einlage des Anteilseigners in voller Höhe zurückzuerstatten.
Sechs Filialen in Rheinland-Pfalz
Bis dato (Stand 10. Februar) verfügt „Tante Enso“ nach eigenen Angaben bundesweit über 85 Filialen, davon sechs in Rheinland-Pfalz; zwei in der Pfalz, im südwestpfälzischen Heltersberg und auf der Atzel in Landstuhl. Die Mitarbeiterzahl betrage über 400. Wieso Tante Enso? Nach Firmenangaben steht das japanische Wort Enso für Kreis und soll die Gemeinschaft symbolisieren.
Ausführlich vorgestellt werden soll das Projekt bei einer Einwohnerversammlung am Donnerstag, 26. Februar. Dann bleibt laut Ortsbürgermeister Job noch ein Monat, um die Voraussetzung für die Eröffnung des Tante-Enso-Ladens zu erfüllen. Denn bis zum 26. März müssen die 600 Ottersheimer Genossenschaftsmitglieder feststehen.
Info
Einwohnerversammlung am Donnerstag, 26. Februar, 19 Uhr, in der Schul- und Kulturhalle in Ottersheim.
Weitere Infos zu „Tante Enso“ im Internet unter https://www.tanteenso.de/
