Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Mit der Trauer nicht allein: Gesprächsgruppe für Sterneneltern

„Wenn Geburt zugleich ein Abschied ist“ nennt Initiatorin Jessica Kersten die Situationen, die Sterneneltern erleben.
»Wenn Geburt zugleich ein Abschied ist« nennt Initiatorin Jessica Kersten die Situationen, die Sterneneltern erleben.

Seit einem Jahr gibt es in Sondernheim eine offene Gesprächsgruppe für Sterneneltern. Initiiert hat sie Jessica Kersten, vielen auch als „helfendes Mamiherz Jessi“ bekannt.

Sternenkinder – manchmal auch Engelskinder genannt – sind vor, während oder bald nach der Geburt gestorben. „Wenn Geburt zugleich ein Abschied ist“ überschreibt Jessica Kersten die Situationen, in denen sie versucht, mit einem umfassenden Informations- und Hilfsangebot die Familien zu unterstützen.

Dabei sei auch ihre Kooperation mit dem Diakonissen-Krankenhaus in Speyer wichtig. Dort geben die Hebammen ihr Infomaterial weiter. Die Sondernheimerin „versorgt“ die Station zudem mit Einschlagdecken, Mützchen und Kleidung für die verstorbenen Kinder. Diese werden ehrenamtlich von den „Helfenden Mamis“ – einer anderen von Kersten gegründeten Gruppe – gefertigt.

Auch liebevoll hergestellte Trost- und Trauersymbole sind dabei. „Die Frauen können dann von sich aus Kontakt mit mir aufnehmen. Ich unterstütze sie auch schon, wenn sie noch im Krankenhaus sind“, beschreibt Kersten ihr Engagement.

Geschützter Raum

Es waren eigene und familiäre Erfahrungen, die die 42-jährige Mutter und Oma veranlasst haben, Sterneneltern einen geschützten Raum zu bieten, in dem sie offen über ihre Trauer und ihre Gefühle sprechen können. Aktuell und auf Wunsch der kleinen Gruppe sind es nur Mütter. Jessica Kersten schließt aber eine gemischte oder reine Vätergruppe nicht aus.

Die Treffen im Gemeindesaal der Martin-Luther-Kirche beginnen und enden stets mit einem Ritual: dem gemeinsamen Entzünden und Löschen einer Kerze. In der Zeit dazwischen kann jede sagen, was sie bewegt. „Manche hören auch nur zu“, berichtet die Initiatorin, aber „das ist auch in Ordnung“.

„Irgendwas“ werde in der Gruppe auch immer gemacht, sagt die Koordinatorin und zeigt als Beispiel auf ein Häufchen mit kleinen Armbändchen. Steine werden bemalt, andere Erinnerungsstücke für die Kiste angefertigt, die jedes Gruppenmitglied erhält und weiter füllen kann.

Angebote stets kostenlos

Respekt, Vertrauen und Vertraulichkeit sind die wichtigsten Regeln. „Jeder hat eine andere Art, mit der Situation umzugehen“, erklärt die Moderatorin. Es ist eine offene Gruppe, wer möchte und um ein Sternenkind trauert, kann sich anschließen. Ein Austausch untereinander finde überdies in einer „sehr lebendigen“ WhatsApp-Gruppe statt. Dort seien auch Betroffene aktiv, die nicht an den monatlichen Treffs teilnehmen.

Die Angebote sind alle kostenlos, werden ehrenamtlich gemacht. Um die Materialkosten zu decken, hat Jessica Kersten einen Flohmarkt geplant, dessen Erlös für das Projekt verwendet werden soll.

Info und Kontakt

Nächstes Gruppentreffen: Mittwoch, 4. März, 19 Uhr, im Gemeindehaus neben der protestantischen Kirche, Sondernheim, Windhofstraße 17. Am gleichen Ort gibt es den Flohmarkt am Sonntag, 29. März, 10 bis 15 Uhr. Anmeldung für die Gruppe und Flohmarkt unter Telefon 0176 27587312 oder E-Mail jessicakersten11@gmail.com. Im Netz: sternenkinder-jessi.jimdosite.com.

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