Kreis Germersheim
Mit dem Tablet zur Visite
GERMERSHEIM/KANDEL. 93 Ärzte gibt es an den zwei Standorten Germersheim und Kandel, an denen jährlich 35.000 Patienten ambulant und 16.000 stationär behandelt werden. Den Ärzten stehen 287 Pflegekräfte zur Seite, dazu kommen noch Auszubildende. Die Asklepios Südpfalzkliniken sind gut aufgestellt, sagt Geschäftsführer Frank Lambert im RHEINPFALZ-Gespräch.
Dennoch macht der Fachkräftemangel auch vor den Krankenhäusern nicht Halt. So habe es nach der überraschenden Kündigung von elf Hebammen Ende letzten Jahres in Germersheim keine Möglichkeit gegeben, die Geburtsstation zu erhalten. „Im September werden wir die Räumlichkeiten unsere psychosomatische Station offiziell eröffnen“, sagt Lambert. Dafür konnten eine leitende Ärztin sowie weiteres Personal gefunden werden. Auch die notwendigen Renovierungsarbeiten laufen und werden bis dahin beendet sein: „Ich sehe bei uns in der Region einen großen Bedarf an Behandlungsangeboten für Menschen mit psychischen Problemen.“
35 Betten werden zur Verfügung stehen, mit 24 Patienten werde man starten und dann wachsen. Unter anderem Musik-, Kunst-, Ergo- und Bewegungstherapie sind feste Bausteine in der Behandlung (die RHEINPFALZ berichtete). In Kandel eröffnete bereits Ende 2018 die neue Geriatrie-Station und auch das nächste Projekt ist bereits in Planung: Auf lange Sicht müssen Umbau- und Neubaumaßnahmen im OP-Bereich stattfinden. Die Intensivmedizin umfasst derzeit sechs Betten sowie acht weitere für Schlaganfall- und Herzinfarktpatienten. Die alles müsse laut Lambert auf den neusten Stand gebracht werden, das Land habe bereits positive Signale gegeben.
Kooperation mit Ärztehaus denkbar
Ebenfalls positiv bewertet der Klinik-Geschäftsführer die geplante Errichtung eines neues Ärztehauses in Kandel, in dem er alles andere als eine Konkurrenz für das Krankenhaus sieht. „Ich kann mir Kooperationen in vielen Bereichen vorstellen. Konkrete Gespräche oder Kontakte gibt es allerdings bisher nicht“, sagt er.
Und auch die Digitalisierung schreitet in den Kliniken an den zwei Standorten voran. So können Patienten in Germersheim bereits die Online-Terminbuchung nutzen. Die Umstellung von Papier- auf Digital-Akten laufe, was für das Personal am Krankenhaus Vorteile verspricht. „Beispielsweise hat der zuständige Arzt künftig bei der Visite alle relevanten Informationen auf seinem Tablet dabei“, erklärt Lambert, der auch betont, wie wichtig die Gewinnung und Ausbildung von Nachwuchs an den Krankenhäusern ist: Bis zu 45 Auszubildende zum Gesundheits- und Krankenpfleger in drei Jahrgängen gibt es an den beiden Asklepios-Kliniken. Dazu kommen die spezifischen Ausbildungsgänge zum operationstechnischen und anästhesiologischen Assistenten.