Kreis Germersheim Minfeld: Brandsichere Kulturscheune kostet rund 180.000 Euro
Eigentlich hatte Brandschutzingenieur und Architekt Rüdiger Günther aus Kandel gar nicht über die Kosten reden wollen, als er am Montag dem Gemeinderat die mindestens notwendigen Maßnahmen zur Ertüchtigung der Kulturscheune KuschMi erläuterte. Auf Drängen von Ortsbürgermeister Martin Volz gab er dann doch eine grobe Kostenschätzung ab.
Nach über 20 Jahren Betrieb wurde die Kulturscheune im letzten Jahr geschlossen. Eine Begehung hatte ergeben, dass die Baugenehmigung fehlt und es erhebliche Brandschutzmängel gibt. Der Bürgermeister hätte bei einem Schadensfall persönlich gehaftet. Seither überlegt, wie die KuschMi gerettet werden könnte. So wurde der Brandschutzfachmann Günther beauftragt, ein Konzept erstellen. Alle Maßnahmen seien schon mit der Kreisverwaltung besprochen, erklärte Volz. Die habe zunächst einmal grünes Licht gegeben. Günthers Kostenschätzung, die er am Ende preisgab: Rund 183.000 Euro. Dabei gebe es nur geringe Einsparmöglichkeiten, etwa durch Eigenleistungen bei Abbrucharbeiten oder Durchbrüchen. Mit den Brandschutzmaßnahmen müssten zertifizierte Firmen beauftragt werden, so Günther.
Nachbarn müssen zustimmen
Es würde nichts nutzen, die höchstmögliche Besucherzahl herabzusetzen, denn denn bei einer Versammlungsstätte werden auch die Quadratmeter beachtet. Die Planungen, die Günther vorstellte, können aber nur so verwirklicht werden, wenn die Nachbarn zustimmen. Dann könnte man auf eine Brandwand verzichten und es würden keine Ansprüche mehr an die Fenster gestellt. Auch ein Fluchtweg-Problem wäre gelöst.
Fluchtwege sehr kurz
Positive sei, dass die Fluchtwege sehr kurz sind, nämlich höchsten 13 Meter – 35 Meter wären erlaubt. In spätestens fünf Sekunden wären die Menschen im Brandfall draußen, so Günther. Allerdings müssen die Türen auch von innen von jedem geöffnet werden können. Zudem müssen Wände teilweise ertüchtigt werden. Um Kosten für die Ertüchtigung der Decke zu sparen, muss der Raum über dem Veranstaltungsraum leer stehen. Bisher lagerte der Musikverein dort seine Instrumente.
Treppen einbauen
Größere Maßnahmen wären noch für einen Fluchtweg eine weitere Treppe einzubauen und dafür auch Fenster zur Tür umzubauen. Ertüchtigt werden muss auch der Raum für die Gastherme, wobei nicht alle Wände müssen für eine Ertüchtigung neu errichtet werden müssen. Zudem werden einige neue Türen benötigt, bei den Heizungsanlagen müssen Schottungen eingebaut werden und Erschließung des Dachraums muss über eine Luke erfolgen.
Die geschätzten Kosten setzten sich zusammen aus Baukosten (110.000 Euro), Haustechnische Maßnahmen (19.000 Euro), die Außenanlage (11.400 Euro) und den Baunebenkosten inklusive Planung und Baulasteintrag.
Entscheidung 2020
Bevor weitere Planungen beauftragt werden, will der Rat die Gespräche mit den Nachbarn abwarten. Hier sei man aber auf einem guten Weg, so Volz. Dann sei ein neuer Bauantrag nötig. Zuschussmöglichkeiten seien noch nicht erfragt worden, einfach weil die Bauabteilung gerade überlastet sei, so Volz. Es soll ja aber ein Kümmerer kommen, der das dann übernehmen könnte. Aber zunächst sollte man ohne Zuschüsse planen. Im neuen Jahr soll dann eine Entscheidung über das weitere Vorgehen fallen.