Kreis Germersheim „Menschen müssen begeistert werden“
Hatzenbühl. Mit 16 Jahren ist Karl Dieter Wünstel der CDU beigetreten, seitdem hatte er immer irgendeine Funktion in der Partei oder einem Verein inne. „Ideengeber oder Hans-Dampf zu sein liegt mit im Blut“, sagt der 49-Jährige. Nun würde er seine Energie gerne als Bürgermeister für die Verbandsgemeinde Jockgrim einsetzen. Ideen hat er viele.
„Man muss Menschen für ein Projekt fangen können“, sagt Wünstel. Dies sei zum Beispiel beim Migrationsbeirat der Verbandsgemeinde gut gelungen, ehrenamtliche Paten kümmern sich um die Flüchtlinge. Etwas ähnliches kann sich Wünstel auch für den frisch gegründeten Seniorenbeirat vorstellen. Er hat die Idee, Paten für ältere Menschen zu finden, die zum Beispiel regelmäßig vorbeischauen, nachfragen, wie es jemanden geht. Wie wichtig das sein kann, hat er aus seinen Haustürbesuchen gelernt: In Jockgrim traf er auf ein Seniorenpaar, das zum ersten Mal seit einer Woche Besuch hatte. „Wir müssen eine Kultur etablieren, in der diese Menschen wieder besucht werden“, betont er. Auch eine andere Idee ist dafür gedacht, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen: Mitfahrerbänke könnten zum Beispiel in Neupotz und beim Aldi in Rheinzabern aufgestellt werden. Auf diese Weise könnten sich auch Menschen ohne Auto innerhalb der Verbandsgemeinde bewegen. Außerdem will er einen runden Tisch, an dem Vertreter der Altersheime, der Sozialstation und zum Beispiel des Elisabethenvereins zusammensitzen. Die Ehrenamtlichen würde er gerne belohnen, zum Beispiel mit einem Genussabend nur für Besitzer der Ehrenamtskarte. „Die frühzeitige Information bei großen Projekten ist wichtig“, erinnert er an die Einwohnerversammlungen in den Ortsgemeinden, als es um die Unterbringung von Flüchtlingen ging. Er würde die Verbandsgemeindeverwaltung verstärkt als Dienstleisterin für die Ortsgemeinden verstehen, die den Menschen helfen. Dabei sollte die Verwaltung effizienter werden, sagt Wünstel. Prozesse will er einfacher gestalten, Mitarbeitern stärker unter die Arme greifen. Transparenz und Bürgernähe sind weitere Schlüsselbegriffe: Im Amtsblatt sollten mehr aktuelle Zahlen veröffentlicht werden, zum Beispiel die Kosten für die Sanierung der Turnhalle der Integrierten Gesamtschule, sagt er. Die gelben Säcke würde er nicht nur in der Verbandsgemeindeverwaltung, sondern in den Rathäusern der Ortsgemeinden bereitstellen. „Das ist doch ökologischer Unsinn für eine Rolle von Neupotz nach Jockgrim zu fahren.“ An Grundschulen will Wünstel die Betreuung ausbauen. Zum Beispiel sollen Ehrenamtliche Frühschichten für die Kinder übernehmen, die schon vor 8 Uhr versorgt sein müssen, weil die Eltern bei der Arbeit sind. Außerdem wünscht er sich flexiblere Lösungen für die Ferienbetreuung. In Sachen Feuerwehr würde Wünstel, selbst Wehrmann, das Feuerwehrhaus Jockgrim in Absprache mit der Feuerwehr vor Ort am liebsten umbauen, statt nur eine neue Box für das neue Fahrzeug anzubringen. Die Verbandsgemeinde benötigt ein Konzept, sagt Wünstel. Schließlich werden die zwei Baugebiete und das neue Gewerbegebiet mehr Verkehr anziehen. Zudem seien die Gewerbeflächen beschränkt und müsse sich überlegen, wie man mit diesen haushalten will.