Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Maximiliansau: Elisabethenverein wirkt meist im Verborgenen

Das Schwesternhaus in der Elisabethenstraße in Maximiliansau.
Das Schwesternhaus in der Elisabethenstraße in Maximiliansau. Foto: Iversen

Ein Verein „zur Pflege der ländlichen Wohlfahrt“, der Kranke pflegt und eine „Kinderschule“ unterhält, sollte gegründet werden – so sah es der Antrag von Hauptschullehrer Anton Hupperth vor. Hupperth war Rechner im Spar- und Darlehensverein Pfortz, der im Jahr 1893 gegründet wurde. Da sein Antrag vom 6. Januar 1909 einstimmig angenommen wurde, war dies die Geburtsstunde des eingetragenen St. Elisabethenvereins Maximiliansau. Am Freitag wird mit einem Gottesdienst das 110-jährige Bestehen des Vereins gefeiert.

Der ursprüngliche Zweck des Vereins war die ambulante Kranken-, Alten-, Haus- und Familienpflege. Durchgeführt wurden diese Aufgaben von einer Krankenschwester vom Dominikanerorden „Institut der Armen Schulschwestern“ aus Speyer. Durch die Initiative des Spar- und Darlehensvereins, dessen Aufsichtsratsvorsitzender zu dieser Zeit der ehemalige Pfarrer Franz Xaver Kompter war, und das Mitwirken des damals aktuellen Pfarrers Ferdinand Mohr als Vorsitzendem des neu gegründeten Vereins, entstand auch das Schwesternhaus in der Elisabethenstraße. Die letzte Krankenschwester, die dort lebte und die Aufgaben der Krankenpflege übernahm, war Schwester Ehrentraud.

Nach dem altersbedingten Ausscheiden der Krankenschwester Ehrentraud wurde die Betreuung von Pflegebedürftigen von weltlichen Kräften in einer ökumenischen Pflegestation „Sozialstation“ geleistet, die 1979 als „Ökumenische Sozialstation Hagenbach, Kandel, Wörth“ gegründet wurde.

Förderer der Sozialstation

„Der St. Elisabethenverein Maximiliansau ist heute noch ein eigenständiger Verein“, informiert Karl-Heinz Möschter, der als Beisitzer im Vorstand ist. Der Elisabethenverein fungiert als Förderverein der Sozialstation und fördert mit den Beiträgen seiner Mitglieder die Sozialstation. Derzeit hat der Verein etwas über 250 Mitglieder. Der Jahresbeitrag beträgt 24 Euro; 21 Euro gehen an die Sozialstation – „der Rest verbleibt beim Verein, den er für karitative Zwecke verwendet“, erklärt Möschter.

Ein weiteres Ziel des Vereins ist die Solidarität mit alten und kranken Menschen, sowie Menschen mit Behinderungen und die Unterstützung sozialer Projekte. Mitglieder des Elisabethenvereins erhalten Rabatte auf Pflegeleistungen der Sozialstation, die nicht von der Kranken- oder Pflegekasse gedeckt sind.

Spenden für ein neues Auto

Im Jubiläumsjahr hilft der Verein, der Sozialstation ein neues Auto zu kaufen. Von den benötigten 10.000 Euro spenden der Elisabethenverein Maximiliansau 5000 Euro und der Elisabethenverein der Pfarrgemeinschaft Hagenbach die andere Hälfte der benötigten Summe. Gesegnet wird das Fahrzeug nach dem Gottesdienst am Freitag von Pfarrer Fredi Bernatz. Er ist es auch, der dem Maximiliansauer Elisabethenverein derzeit vorsteht.

Das Auto wird für die Fahrten zu den Patienten und zu den zu betreuenden Personen eingesetzt. Die neue Vereinsführung, die dieses Jahr gewählt wurde, möchte den Elisabethenverein wieder mehr beleben und in der Öffentlichkeit stärker auf sich aufmerksam machen und für neue Mitglieder werben. Denkbar, so Möschter, sind zum Beispiel Info-Veranstaltungen zu sozialen Themen.

INFO

Ökumenischer Gottesdienst mit Pfarrerin Ariane Guttzeit und Pfarrer Fredi Bernatz zur Feier des Jubiläums des Elisabethenvereins Maximiliansau e.V. am Freitag, 25. Oktober, 18 Uhr, in der Katholischen Kirche. Anschließend Segnung des neuen Autos der Sozialstation und ein Umtrunk an der Kirche.

Kontaktadresse: Katholisches Pfarrzentrum Maximiliansau, Cany-Barville-Straße 7.

Vorsitzender: Fredi Bernatz, Stellvertreter: Andreas Braunagel, Beisitzer: Christel Braunagel, Jürgen Meyer, Karl-Heinz Möschter, Gregor Schaaf, Beda Wetzel. Geschäftsführer: Dieter Lux.

Zur Sache: Motorisiert zur Krankenpflege

Die erste Krankenschwester in Maximiliansau, die mit einem Auto zu ihren Patienten fuhr, war Schwester Ehrentraud. Ob Regen oder Sonnenschein, mit dem Rad war die Ordensschwester stets zur Stelle, wenn Kranke im Ort zu versorgen waren. Als Maximiliansau Ende der 1950er-Jahre immer größer wurde, entschied Pfarrer Georg Nobis, dass die Rad-Touren der Schwester zu gefährlich seien. Mit einer Tombola wurde ein Auto finanziert und Schwester Ehrentraud nahm Fahrstunden. Bald war sie motorisiert im Ort unterwegs. 1979 ging sie in Rente. 2011 starb sie im Alter von 91 Jahren.

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