Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel Marode Sportanlagen: Stadt hofft auf Geld aus Berlin

Seit 2018 regnet es immer wieder in die Rheinhalle hinein. Die Stadt möchte die 45 Jahre alte Sporthalle komplett sanieren.
Seit 2018 regnet es immer wieder in die Rheinhalle hinein. Die Stadt möchte die 45 Jahre alte Sporthalle komplett sanieren.

Bei den Wörther Sportstätten gibt es einen Investitionsstau. Angesichts leerer Kassen ist es derzeit fast unmöglich, diesen aufzulösen. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer.

In die Rheinhalle in Maximiliansau tritt seit 2018 immer mal wieder Wasser ein. Grund sind undichte Stellen im Dach. Diese wurden immer wieder geflickt. Eine umfassende Sanierung ist aber unumgänglich. Wegen des schlechten Zustands der Kunststofflaufbahn im Wörther Stadion kann die Leichtathletik-Abteilung des TV keine Wettkämpfe mehr ausrichten. In allen vier Ortsbezirken sollen die Naturrasenplätze neu angelegt werden. In Schaidt, wo auf dem Rasen schon lange kein Fußball mehr gespielt werden kann, sollte eigentlich schon in diesem Jahr damit begonnen werden. Und dann gibt es noch den lange gehegten Wunsch der Büchelberger nach einem Kunstrasenplatz. Diese Liste ließe sich noch problemlos verlängern. Kurzum: In die Sportanlagen der Stadt muss viel Geld investiert werden. Geld, das die Stadt nicht hat, wie nicht nur die im September verhängte Haushaltssperre beweist. Doch nun gibt es zumindest einen Silberstreif am Horizont: Die Stadt beteiligt sich am Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“. Das hat der Stadtrat jüngst einstimmig beschlossen.

Besagtes Förderprogramm, die sogenannte Sportmilliarde, wurde im Rahmen des Infrastrukturprogrammes von der Bundesregierung mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro angestoßen. Das Programm ist über vier Jahre und mehrere Förderrunden angelegt. Ziel ist es, marode kommunale Sportstätten (Sporthallen, Bäder, Sportplätze) zu sanieren und zu modernisieren. Die erste Förderphase startete im Herbst mit 333 Millionen Euro. Kommunen und Landkreise können bis zum 15. Januar 2026 Projektskizzen einreichen, wobei Zuschüsse von bis zu 45 Prozent (in finanziellen Notlagen sogar bis 75 Prozent) möglich sind.

SPD will Rheinhallen-Gutachten sehen

Die Stadt wird die Sanierung der Rheinhalle zur Förderung einreichen. Die SPD-Fraktion hatte im Oktober beantragt, dass das von einer Fachbüro erstellte Gutachten zum Zustand der Rheinhalle in der Dezember-Sitzung des Stadtrates präsentiert werden solle. Im September hatte die Stadtverwaltung im Haupt- und Finanzausschuss darüber informiert, dass laut Gutachten dem Dach und der gesamten Gebäudehülle der Rheinhalle ein „relativ guter Zustand“ bescheinigt werde. Dies steht laut SPD im konkreten Konflikt zu dem, was die Nutzer der Rheinhalle regelmäßig erleben. Eimer und Auffangbehälter würden bei Regen regelmäßig zum Einsatz kommen. „Die Substanz der Halle wird zwischenzeitlich nachhaltig beschädigt, was wiederum kostenintensive Folgeschäden erzeugt“, schreibt die SPD in ihrem Antrag.

Bürgermeister Steffen Weiß (FWG) teilte mit, dass das Architekturbüro Dillig aus Simmern, das mit der Erstellung des Gutachtens beauftragt worden war, aus Termingründen keinen Mitarbeiter in die Stadtratssitzung schicken konnte. Das werde aber im kommenden Jahr im Fachausschuss nachgeholt. Weiß informierte weiter darüber, dass nicht nur Fördergelder für die Sanierung des Flachdachs, sondern für die Komplettsanierung der Rheinhalle beantragt werden soll. „Da reden wir dann von voraussichtlichen Sanierungskosten von 11 Millionen Euro“, sagte Weiß. Damit erfüllt die Rheinhalle auch eine zentrale Voraussetzung, denn die Mindest-Förderung bei dem Programm liegt bei 250.000 Euro.

Bavaria-Clubhaus nicht auf der Liste

Die erfüllt auch das Sportgelände in Büchelberg, wo das alte Naturrasenfeld in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden soll inklusive Errichtung einer 100-Meter-Laufbahn und einer Flutlichtanlage. Für den Kunstrasenplatz sind rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Ein wenig anders sieht es bei den Rasenplätzen in Schaidt, Maximiliansau und Wörth aus. Damit diese Projekte überhaupt förderfähig sind, sollen auch noch die jeweiligen Flutlichtanlagen auf LED umgestellt werden. Da in Wörth eine Haushaltsnotlage gegeben ist, hofft man auf eine 75-prozentige Förderung.

Helmut Wesper (SPD) wollte wissen, warum die ebenfalls sanierungsbedürftige Bienwaldhalle nicht auf der Liste stehe. Sie erfülle nicht die Voraussetzungen, so Weiß. Man sei bei der Bienwaldhalle mit der Planung noch nicht so weit. Auch wurde die energetische Sanierung des Bavaria-Clubhauses auf der Liste vermisst. Auch hier sei man noch nicht weit genug, um einen Antrag zu stellen, sagte Christoph Gröger, Leiter Facility-Management der Stadt. „Derzeit werden hier noch verschiedene Varianten diskutiert. Wegen der Haushaltssperre sind wir im Zeitplan etwas zurückgefallen“, so Gröger. Das Bavaria-Clubhaus könnte in der nächsten Förderperiode ein Thema sein. Auch die Sanierung des Hallenbads könnte durch dieses Programm gefördert werden, informierte Weiß. Allerdings hat der Stadtrat bisher noch keine Entscheidung über die Sanierung und Modernisierung des Hallenbads gefällt.

Die Kunststofflaufbahn im Wörther Stadion ist in so schlechtem Zustand, dass Leichtathletik-Wettkämpfe nicht mehr möglich sind.
Die Kunststofflaufbahn im Wörther Stadion ist in so schlechtem Zustand, dass Leichtathletik-Wettkämpfe nicht mehr möglich sind.
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