Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kreis Germersheim: Schwerpunkt liegt auf Klimaschutz

Vielleicht bedienen im Landkreis Germersheim – ähnlich wie in Kirchheimbolanden – Kleinbusse bestimmte Linien.
Vielleicht bedienen im Landkreis Germersheim – ähnlich wie in Kirchheimbolanden – Kleinbusse bestimmte Linien. Foto: Stepan

Ausblick 2020: Neben den üblichen Schwerpunkten wie Schulbau und -sanierung will Landrat Fritz Brechtel in diesem Jahr vor allem die Themen Bildung und Klimaschutz im Landkreis voranbringen. Der ÖPNV spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die Schüler.

„Bildung und Klimaschutz sollen wichtige Schwerpunktthemen in diesem Jahr für den Landkreis Germersheim sein“, sagte Landrat Fritz Brechtel. Die üblichen Schwerpunkte wie Jugend und Soziales sowie Schulbau und -sanierung werden sowieso weiter bearbeitet.

ÖPNV muss besser werden

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) spielt für den Klimaschutz im Landkreis aus Brechtels Sicht eine wichtige Rolle. Im Spätjahr 2019 sei ein Buskonzept ausgearbeitet worden, viele Ideen seien, weil zu kurzfristig, jedoch nicht eingearbeitet worden. Doch bestehe die Möglichkeit, Änderungen am nun ausgeschrieben Linienbündel vorzunehmen. „Wir haben eine hohe Flexibilität im Ausschreibungstext“, sagte Brechtel. Neben Ruftaxen nennt der Landrat auch Kleinbusse, die Linien bedienen könnten. Dieses und vielleicht noch kommendes Jahr soll ein Verkehrskonzept mit Fachplanern und den Bürgermeistern im Landkreis ausgearbeitet werden. Südpfalzweit müsse dies abgestimmt werden.

Da die Technik stark im Wandel sei, sollte dies auch Berücksichtigung finden. Pfalzweit kann sich Brechtel, auf Strecken die nicht elektrifiziert sind, den Einsatz von Hybridbahnen vorstellen. Entschließe man sich für so etwas, sei man aber 20 Jahre gebunden.

An sich änderndes Klima anpassen

Für Fritz Brechtel steht fest, dass sich das Klima wandelt. „Wir sind im Oberrheingraben, die Auswirkungen merken wir schon“, sagte Brechtel. Der promovierte Biologe nennt die Einwanderungen neuer Pflanzen oder Tieren wie den Tigermoskito als Beispiel. Begünstigt werde dies durch die Süd-Nord-Ausrichtung des Grabens. Für den Landkreis soll ein Klimaanpassungskonzept erstellt werden. „Wir wären der erste Landkreis in Rheinland-Pfalz, der so etwas macht. Worms ist die erste Stadt“, meint Brechtel.

Die Zusammenarbeit mit der Aktion Südpfalz-Biotope, die es in vielen Gemeinden des Kreises schon gibt, muss aus Brechtels Sicht forciert werden. Der Erhalt natürlicher Flächen für Insekten sei wichtig. „Wir werden die Kräfte bündeln“, kündigte der Landrat an.

Kinder sollen schwimmen können

Dass nur noch 60 Prozent der Schüler im Landkreis Germersheim schwimmen können, davon nur ein Drittel gut – also ein Fünftel der Schüler – muss sich aus Brechtels Sicht, der auch Sport studierte, ändern. Dies werde ein wichtiges Bildungsthema in diesem Jahr sein, ebenso wie ein großer Schüler-Klima-Gipfel. Zusammen mit dem ersten Kreisbeigeordneten Christoph Buttweiler werde dieser geplant.

Eine nicht endende Geschichte scheint das Thema Sanierung kreiseigener Schulen beziehungsweise Schulausbauprogramm zu sein. Rund 15 Millionen Euro wurden 2019 ausgegeben, etwa 20 Millionen Euro werden es laut Brechtel wohl in diesem Jahr sein. So koste beispielsweise die Sanierung der Richard-von-Weizsäcker-Realschule in Germersheim 6,6 Millionen Euro. Rund 2,7 Millionen seien 2019 ausgegeben worden, dieses Jahr sollen 1,5 Millionen folgen und bis 2022 weitere 1,5 Millionen. Die Berufsbildende Schule in Wörth erhalte 2,9 Millionen Euro für die energetische Sanierung und rund 540.000 Euro für die Smartfactory. Die IGS Kandel koste – mit dem geplanten Neubau – etwa 20 Millionen Euro. Dieses Jahr sollen 4,2 Millionen Euro fließen. Für die IGS Wörth sind mit den vier Bauabschnitten insgesamt 28 Millionen Euro eingeplant. Natürlich gebe es zu allen Projekten Zuschüsse des Landes.

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