Kreis Germersheim
Kreis Germersheim: Antrieb mit Hilfe der Sonne
Ein eigenes Boot mit Solarbetrieb bauen und damit über einen See fahren. Was sich für viele auf den ersten Blick kompliziert und aufwendig anhört, ist für mehrere Schüler an Realschulen plus die Aufgabe über das Schuljahr 2019/20. Die Solarboot-Regatta startet in die nächste Runde.
„Dabei sein ist alles!“, stellt Max Wagner klar und macht deutlich, dass der olympische Gedanke im Vordergrund steht. Wagner ist Lehrer und Betreuer des Projektes an der Realschule plus in Kandel. Organisiert wird die Regatta vom Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz in Speyer. Realschulen plus aus dem ganzen Bundesland bewarben sich für das Projekt, um einen der umkämpften Starterplätze zu erhalten. Die Schüler sollen Boote konstruieren, die mit einem Solarmodul betrieben werden und einen Steuermann tragen. Entwickelt werden diese im Rahmen des Wahlpflichtfaches Technik und Naturwissenschaft, kurz TuN.
Kandel amtierender Sieger
Insgesamt gehen 10 Realschulen plus aus ganz Rheinland-Pfalz an den Start, darunter drei aus dem Kreis Germersheim: Die Realschule plus Lingenfeld, die Richard-von-Weizsäcker Realschule plus Germersheim sowie die Realschule plus in Kandel. Letztgenannte konnte im Jahr 2018 mit ihrem Boot „Sonnenfänger“ die Gesamtwertung für sich entscheiden. Tatkräftige Unterstützung bekamen sie von einem befreundeten Solarbauer aus Heuchelheim-Klingen, der ihnen auch Platz in seiner Werkstatt sowie das notwendig Know-how zur Verfügung stellte, so Wagner. Für ihn hat die Regatta einen ganz besonderen Lerneffekt, da die Schüler trotz aller Schwierigkeiten bei dem Projekt nie aufgegeben und mit Kreativität im Team nach Lösungen gesucht haben. „Bei all dem Gejammer über die Jugend von heute wird schnell übersehen, dass sich Schüler durchaus auch für Technik interessieren, ja sich sogar im Selbststudium qualifizieren“, zeigt sich Wagner von den technikaffinen Schülern beeindruckt.
Unterstützung vom Land
Anfang September fand in Bad Bergzabern bereits eine Infoveranstaltung statt, bei dem Lehrer über das Projekt informiert wurden und wichtige Tipps bekamen.
Patrick Himbel vom Pädagogischen Landesinstitut ist mit seiner technischen Expertise für das Projekt verantwortlich und hat den teilnehmenden Lehrkräften Aufgaben für die nächsten Monate mitgegeben. So müssen an den Schulen Räume geschaffen werden, um eine Bootswerkstatt einzurichten. Darüber hinaus unterstützt das Pädagogische Landesinstitut die Schulen mit dem notwendigen Material wie Motor oder Panels, um die Kosten zu reduzieren.
In See stechen werden die Schüler dann am 6. Juni 2020 auf dem Epplesee in Neuburg.