Kreis Germersheim Kommentar: Schadensbegrenzung

Die Eltern setzen der Internet-Nutzung ihrer Kinder kaum Grenzen.
Die Schule ist da nur noch ein nachgelagerter Reparaturbetrieb.
Tablets an der Grundschule? Ist das nicht für die Kinder zu früh? Diese Frage stellt sich gar nicht mehr. (Fast) alle Kinder kennen Tablets von zuhause und sehr viele bewegen sich schon Internet. Auch in der 3. Klasse der Wörther Dammschule haben schon fünf, sechs Kinder einen Whatsapp-Account – und alle wollen einen haben. Die 4. Klasse im vergangenen Jahr hatte sogar eine eigene Whatsapp-Gruppe. Dass Whatsapp erst für 16-Jährige erlaubt ist, kümmert in der Wirklichkeit also offenbar niemanden. Die einzigen, die eine strenge Kontrolle der Mediennutzung von kleinen Kindern durchsetzen könnten, wären die Eltern. Aber die können oder wollen das offenkundig nicht. Die Schule ist da nur noch ein nachgelagerter Reparaturbetrieb. Sie versucht den Kindern zum Beispiel zu vermitteln, dass es außer dem Quasi-Monopolisten Google noch andere, kindgerechte Suchmaschinen gibt. Die Kinder freuen sich darüber. Denn mit den Eindrücken und Bildern, die ihnen Google wie einen stinkenden Datenmüllberg vor die Augen kippt, sind sie überfordert und überhaupt nicht glücklich. Selbst die gewiss nicht technikfeindliche Vertreterin der Hopp-Foundation findet, dass Schüler unbedingt lernen müssen, was zum Beispiel Versicherungskonzerne mit Facebook-Einträgen anfangen: garantiert nichts, was für die Schüler zum Vorteil ist. Die Schule kann den Schaden nur begrenzen.