Knittelsheim
Keine Notlösung: Michael Volk soll Dritter Beigeordneter werden
Michael Volk (FWG) soll neuer Dritter Beigeordneter im Kätzeldorf werden und auf Christoph Kempenich (FWG) folgen. Der hatte im Januar aus gesundheitlichen Gründen das erst im August 2024 angetretene Beigeordneten-Amt und auch sein Ratsmandat niedergelegt.
Volk war im November 2021 für Maria Ursula Marx in den Gemeinderat nachgerückt und als einer von vier FWG-Kandidaten bei den Kommunalwahlen 2024 erneut ins Gremium eingezogen. Als es damals darum ging, wer für die Partei das neu geschaffene Amt des Dritten Beigeordneten besetzen soll, hatten sich nach interner Beratung zwei Kandidaten herauskristallisiert: Kempenich und Volk. Volk sah sich eigenen Angaben jedoch nicht als Beigeordneter. Deshalb ließ er dem jüngeren Kempenich den Vortritt und übernahm stattdessen das Amt des Fraktionssprechers.
Idee zerschlägt sich
Nach der Ankündigung Kempenichs Anfang Januar, Amt und Mandat niederlegen zu wollen – mittlerweile ist Oliver Wetzka für Kempenich in den Gemeinderat nachgerückt – sprach Volk mit Bürgermeister Hans-Jürgen Kuntz (CDU), „um die Sache zu eruieren.“ Der Posten sollte schnell wieder mit einem FWG-Bewerber besetzt werden und nicht für einen längeren Zeitraum brachliegen.
Schnell hatte Volk auch eine Person, ein ehemaliges Ratsmitglied, im Sinn. Ohne zuvor mit dieser gesprochen zu haben, erörterte er seinen Vorschlag, der ihm „persönlich gut gefallen“ hätte, zunächst mit Kuntz und dessen Stellvertreterin Isolde Vongerichten (WG ZiK). Weil die Legislaturperiode schon etwas fortgeschritten sei und nun wichtige Themen anstünden, hätten sich diese eine Person gewünscht, die mit den aktuellen Themen bereits vertraut ist. Allerdings habe die von ihm angedachte Person die Kandidatur abgelehnt, berichtet Volk, dem daraufhin von der Gemeindeführung der Posten angeboten wurde.
Positive Signale
„Ich habe den Hut nicht selbst in den Ring geworfen. Ich bin von Anfang an von einer anderen Lösung ausgegangen“, berichtet der Auserkorene, der daraufhin auch mit Kempenich die Lage erörterte: „Er hat mir zu verstehen gegeben, dass er mich in jeder Art und Weise unterstützt.“ Nachdem er der einzig mögliche FWG-Bewerber gewesen sei und auch seine Fraktion die Kandidatur begrüßt hätte, habe er „Ja“ gesagt. Volk sieht sich aber nicht als Notlösung: „Ich freue mich, dass mir das Amt zugetraut wird.“ Signale, dass die anderen im Rat vertretenen Fraktionen seine Kandidatur ebenfalls begrüßen, freuen ihn: „Ich gehe davon aus, dass die Wahl positiv ausfällt.“
Sei das der Fall, will er die Arbeit im Stile Kempenichs weiterführen. „Er hat in seiner kurzen Amtszeit sehr, sehr viel für die Gemeinde getan“, betont Volk. Der Geschäftsbereich Kempenichs umfasste zunächst die Umsetzung des Dorferneuerungskonzepts. Seit März 2025 kümmerte er sich zudem um Fördermöglichkeiten aller Art.
„Ich freue mich auf das, was auf mich zukommt“, sagt Volk, wohlwissend, dass er zunächst ohne Geschäftsbereich zum Dritten Beigeordneten gewählt werden soll. Auch mit Verweis darauf, dass er in zwei Ausschüssen sowie im Arbeitskreis, der sich um örtliche Themen kümmert, mitmische, schließt der 70-Jährige die Übernahme eines Geschäftsbereichs künftig keinesfalls aus: „Es wird sich sicher irgendetwas finden, was ich eigenverantwortlich zu erledigen habe.“
Verantwortung hat Volk, der 40 Jahre bei der Krankenkasse AOK unter anderem als Abteilungsleiter sowie im Außendienst tätig war, seit zehn Jahren aber im Ruhestand ist, auch in Vereinen übernommen: Seit über 20 Jahren gehört er der Theatergruppe des Turn- und Sportvereins an und ist deren Leiter. Zudem ist er seit mehr als 20 Jahren beim Landauer Karnevalverein Narrhalla aktiv: Er war Vorsitzender, Vize, Schriftführer und bereicherte das Männerballett. Aktuell ist er aber „nur“ noch Beisitzer. Volk ist verheiratet, hat zwei Töchter – wovon eine die Seniorenbeauftragte der Kommune ist – und vier Enkelkinder. Die beiden ältesten Enkelinnen sind Zwillingsschwestern und die amtierenden Kätzle.