Kreis Germersheim
Kandel: Mehr Platz für Reinigungstechnik
Weltweit sind Ultraschall-Reinigungsgeräte von FISA im Einsatz. Nun hat das internationale Unternehmen seinen Sitz in Kandel erweitert. Der Umsatz in der Pfalz liegt bei über sechs Millionen Euro.
Kandel. „Ultraschall GmbH“ steht recht unauffällig auf dem Firmenschild des Grundstücks „Höfener Ring 1“ im Kandeler Gewerbegebiet „Horst“. Und darüber gesetzt befindet sich das Logo der FISA Gruppe, die hier schon seit 2002 ihr Vertriebs- und Service-Centrum betreibt. FISA bezeichnet sich selbst als ein Unternehmen, das weltweit zur Spitzengruppe seiner Branche gehört. Mit zehn Mitarbeitern werden in Kandel die Aufträge der Kunden erledigt. Wünsche nach neuen Anlagen werden beispielsweise an die Produktionsstätte geleitet, die sich schon seit der FISA-Gründung 1981 durch drei Ingenieure in Mailand befindet. Man pendelt heute gewissermaßen zwischen Minderslachen und Milano!
Von Kalsruhe in den Horst gezogen
Die Gründer waren Spezialisten für die Gestaltung und den Verkauf von Ultraschall-Reinigungsgeräten und eröffneten schon bald ein Verkaufsbüro in Frankreich. Heute ist die FISA-Gruppe auch in anderen Ländern vertreten. Die Firmenzentrale befindet sich bei Paris. Weitere Vertretungen sind in den USA (Chicago), in China (Shanghai und Hongkong), in Spanien (Barcelona) und auch in den Benelux-Ländern anzutreffen. Ehe man für den weiteren Standort das Kandeler Horstgebiet auswählte, war FISA in Karlsruhe ansässig, wie Geschäftsführer Marco Höfler der RHEINPFALZ berichtete.
Auch für ihn und seine Kollegen war am vergangenen Montag ein großer Tag: Alle Inhaber und Geschäftsführer, eine internationale Runde also, trafen sich in Kandel. Anlass war die Einweihung eines Erweiterungsgebäudes am Höfener Ring 1. Zusätzliche Räume für Servicemitarbeiter und Büros wurden ebenso geschaffen wie Lagerräume für die Geräte und Reinigungsmittel und alles, was für die Arbeit in Kandel erforderlich ist. Und die Entscheidung zur Erweiterung der Räume war notwendig geworden, denn Kandel ist für die weltweit agierende Gruppe ein wichtiger Standort.
Der Umsatz, so Geschäftsführer Höfler, sei von rund zwei Millionen im Jahre 2011, da übernahm der Diplom-Ingenieur die Geschäftsführung, auf über sechs Millionen Euro im letzten Jahr gestiegen. Weltweit setze man rund 25 Millionen Euro um. FISA, hier handelt es sich eigentlich um einen „Kunstnamen“ ohne weitere Bedeutung, ist vor allem als Partner für automatische Ultraschall-Reinigungsanlagen bekannt geworden. FISA sei der Originalhersteller der Ultraschall-Komponenten und könne die gesamte Ultraschallpalette anbieten, heißt es.
Über 10.000 Anlagen im Einsatz
Die Anlagen werden kompakt, nach Standards oder nach Maß konfiguriert. Reinigungslösungen werden mit der Konstruktionsabteilung gemäß der Anforderungen der Kunden entwickelt. Bis zur Lieferung an den Produktionsstandort werden die Anlagen von FISA-Technikern begleitet, heißt es. Die Reinigungswirkung der Ultraschallwellen sei abhängig von verschiedenen Faktoren: Form und Gewicht der Teile, Qualität des Wassers, Typ des Reinigungsmittels oder der Art der Verunreinigungen. Mehr als 10.000 ausgelieferte Anlagen sind weltweit im Einsatz.
Überall gibt es auch ein modernes Labor mit Anlagen für Probereinigungen von Geräten aus den Bereichen Automotive, Luft-, Raumfahrt und Transport, Optik, Hartstoff- und Antibeschlagbeschichtung. Stark vertreten ist man bei Präzisionswerkzeugen, etwa wertvollen Uhren, in der Oberflächenbearbeitung, in Elektronik und Elektromechanik und vor allem in der Medizin- und Dentalmedizintechnik. Ehe beispielsweise der Zahnarzt ein Implantat einsetzt, wird dies mit höchster Präzision gereinigt. Auch die Bereiche Formenreinigung und Instandhaltung werden von Kandeler FISA-Mitarbeitern betreut. Die Reinigungsmittel stellt FIMM her, ein weiteres Unternehmen der FISA-Gruppe, das auch neue Räume in Kandel bezogen hat. Man habe die „Spezialisten für die perfekte Ultraschall-Reinigung“, heißt es in Informationsschriften. Hier wird auch die Arbeitsweise beschrieben: Das System besteht aus einer Edelstahl-Wanne und einem Ultraschallschwinger, der von einem Generator angesteuert wird. Die zu reinigenden Teile werden in einem Korb gelegt, der in das Reinigungsbad eingetaucht wird.
Mitarbeiter gesucht
FISA beschäftigt weltweit rund 110 Mitarbeiter. Solche Experten, meist Ingenieure oder Techniker, aber auch Servicemitarbeiter, die oft unterwegs sind, werden auch für Kandel gesucht. Pendler sind dabei nicht ungewöhnlich: Mitarbeiter kommen aus Pforzheim oder Heidelberg nach Minderslachen und sind der Firma meist schon länger verbunden, heißt es.