Kreis Germersheim Kandel: Hott und sein „Bika-Georgsturm“

Armin Hott mit seinem Buch voller Ideen für den St. Georgsturm. Hier wurde er von Big Ben in London inspiriert.
Armin Hott mit seinem Buch voller Ideen für den St. Georgsturm. Hier wurde er von Big Ben in London inspiriert. Foto: van

Der St. Georgsturm könnte auch ganz anders aussehen – wenn man ihn mit dem Blick eines Künstlers betrachtet. Armin Hott versetzt das Kandeler Wahrzeichen in einem Gedankenspiel in andere Zeiten, Länder und Glaubensrichtungen.

2019 wurde das Jubiläum des 1519 errichteten St. Georgsturms schon kräftig gefeiert – unter anderem mit einem Festgottesdienst, einem Gala-Konzert, einer historischen Modeschau und einem historischem Singspiel. Nun hat der Kandeler Maler und Zeichner Armin Hott dem Georgsturm ein Denkmal der ganz besonderen Art gesetzt: Mit dem Buch „St. Georg Turm – Variationen über einen Kirch-Turm“.

Was wäre, wenn ... der Turm ein Teil eines Doms wäre?

In dem Buch hat Armin Hott in 27 Variationen Kandels Wahrzeichen so dargestellt, wie es wohl aussehen würde wenn es in einer anderen Zeit, einem anderen Land oder von einer anderen Religionsgemeinschaft gebaut worden wäre. Vielleicht wird so mancher, der den Georgsturm als ein Geschenk unserer Vorfahren an unsere und die nächsten Generationen ansieht, in den Variationen zunächst nur ein Sammelsurium von Bilder sehen, die keinen Bezug zur Realität haben.

Hott geht in der Beschreibung der Zeichnungen jedoch von den drei Worten „Was wäre, wenn?“ aus. Was wäre, wenn die Griechen und Römer bei uns eine Basilika gebaut hätten, wenn unser Turm in der Barockzeit gebaut worden wäre, wenn der Turm ein Teil des Kölner Doms, der Münchener Frauenkirche, des Petersdoms in Rom oder einer orthodoxen Kathedrale wäre? Wie würde er dann aussehen? Auch wenn man bei der Antwort schmunzeln muss, auch wenn sie ins Humoristische abgleitet, wird man dabei doch auch nachdenklich und sieht sozusagen „manche Zeichnung in einem anderen Bild“.

So sieht man an der Zeichnung des Turms einer „St. Georgs-Gedächtniskirche“ rund um den Turm, der seine Spitze verloren hat, zunächst nur ein großes Durcheinander. Schaut man jedoch genauer hin, kann man erkennen wie viel Böses um den Turm herum in den fünfhundert Jahren seines Bestehens schon geschehen ist. Das Gegenstück dazu ist wohl der „BiKa-Georgsturm“ der voll Humor geradezu protzt. Und beim Betrachten des „St. Leucht-Turms“ kann durchaus die Hoffnung auf eine gute Zukunft aufkommen.

Kontakt

Armin Hotts Buch mit den Turmvariationen ist in der Atelier-Galerie Armin Hott, Rheinstraße 105, Kandel, und in der Buchhandlung Pausch erhältlich.

https://www.armin-hott.de/aktuelles.html

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