Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kandel: Haptisches Erleben

Für Sarah Göring ist Malen Ausdruck ihres Lebensgefühls – gleichzeitig möchte sie anderen Menschen helfen.  Foto: Bögelspacher
Für Sarah Göring ist Malen Ausdruck ihres Lebensgefühls – gleichzeitig möchte sie anderen Menschen helfen.

„Es begann vor etwa einem Jahr als Suche nach einem kreativen Hobby zum beruflichen Ausgleich“, erzählt Hobbymalerin Sarah Göring aus Kandel. Auch wenn sie ihren Beruf als Projektleiterin in einer Landauer Agentur spannend und interessant findet, hat sie ihre „skleine-manufaktur“ gegründet, um ihre Acrylbilder vorzustellen und zu verkaufen. „Leidenschaft können wir nur eine gewisse Zeit unbemerkt in uns halten, doch unsere Visionen können Gestalt annehmen. Das Spiel mit Formen und Farben, das Malen hat mich tatsächlich gepackt“, lächelt Sarah Göring, und deutet auf ein großflächiges Bild mit verschieden strukturieren und abgestuften Violett- und Blautönen, die schließlich zu hellem Türkis tendieren, das von Goldtönen durchzogen ist.

Kraft finden in der Freiheit des Malens

Ihre Bilder sind nicht geplant, die abstrakten Werke entstehen spontan und wachsen während des Malprozesses. Bildinterpretationen überlässt sie gerne ihren Betrachtern, vergibt deshalb oft keine Titel. Sie schätzt diese Freiheit beim Malen, im Gegensatz zur Enge des Kunstunterrichts in der Schule. „Hier gebe ich Gefühlen Ausdruck und Farbe. Diese Lichtspiele verbreiten Optimismus, und es wäre schön, wenn dies auf die Betrachter ausstrahlt“, sinniert die junge Malerin und deutet auf ihre „Goldfische im Ozean“. Viel Freude und Kraft schöpfe sie auch aus der Musik, dem Klavierspiel und dem Singen. Hierzu passt dann auch die kunterbunte Lebenslust in „Carneval“ oder ihr Farbexperiment der schwarzen Lilien auf mohnroter Wiese.

Lebendigkeit verleiht sie ihren Werken, indem sie zunächst meist mit einer Spachtel feinen Sand aufträgt, womit sie sanfte bis kräftige landschaftsähnliche Strukturen erreicht. Verbindendes Element aber auch echte Hingucker vieler ihrer Bilder sind Goldakzente. Die hauchdünnen Blättchen werden sorgfältig und zeitaufwändig mit der Pinzette flächig oder auch punktuell aufgetragen. Bei geringem Luftzug „flattern“ diese Goldflitter, im Bild entsteht Bewegung. Diese Bewegungen und Strukturen verleiten Betrachter auch oft zum Berühren, „man strebt nach diesem haptischen Erleben“, erzählt Sarah Göring, die ihre Bilder bisher vorwiegend Freunden und Bekannten zeigte. So war es natürlich etwas aufregend, erstmals eine öffentliche Ausstellung bei Teppich-Scherer in Hatzenbühl zu erleben, wo die modernen abstrakten Gemälde nun eine spannende Liaison (Verbindung) mit traditionellen Teppichen eingehen.

Geteilte Freude ist doppelte Freude

„Mit dem Verkauf der Bilder gebe ich Lebensfreude weiter“, und Sarah Göring meint dies im doppelten Wortsinn, denn sie hat sich entschlossen, Teile ihres Erlöses an zwei Hilfsorganisationen zu spenden. Den Kinderschutzbund Landau unterstützt sie, „weil es für die Kleinsten ist, die sich nicht selbst helfen können“. Und „Lichtblick“ in Neustadt erhält Zuwendungen, weil diese Organisation für wohnungslose Menschen und gegen soziale Kälte arbeitet. „Das passt auch zu meinen optimistischen Bildern“, meint die gebürtige Neustadterin.

Betrachten und bestellen kann man ihre Bilder – auch nach individuellen Wünschen – auf der Homepage: www.skleine-manufaktur.de“. Über die Organisation „Lichtblick“ und die Ausstellung bei Teppichhaus Scherer Hatzenbühl gibt es einen Film „Bild trifft Teppich“ bei Youtube: https://youtu.be/jki_jzQee90.

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