Kreis Germersheim
Kandel: Ein Vormittag nur mit Papa
Sechs Papas und neun Kinder kommen zum ersten Vater-Kind-Frühstück in das Frauen- und Familienzentrum. Das FFZ hofft, das Angebot bald regelmäßig in sein Programm aufnehmen zu können.
KANDEL. „Eine sehr gute Auswahl“, begutachtete Stefan Wayand mit seinen beiden Töchtern Matilda (vier Jahre) und Frida (zwei) das Angebot an Kaffee und Säften, dem Aufschnitt von einem örtlichen Metzger und Obst und Gemüse von regionalen Anbietern. Zudem waren Brezeln, von Adelheid Untch selbst mit eigenem Teig gebackene Brötchen sowie selbst gemachte Marmeladen und selbst gemachte mediterrane Aufstriche als Inseln auf den Tischen aufgebaut.
Ein Freund hatte Stefan Wayand auf das Treffen aufmerksam gemacht. „Meine Frau ist auch ab und zu hier. Und dann gibt es die Mund-zu-Mund-Propaganda. Die Kinder haben ihren Spaß und wir Väter können Kontakte knüpfen und uns unterhalten, während unsere Frauen einen freien Samstagvormittag haben.“
Mütter bekommen Vormittag geschenkt
Geplant hatte das FFZ das Frühstück schon lange. Aber: „Dafür wurden mindestens fünf Anmeldungen benötigt“, sagt Adelheid Untch, Vorsitzende des FFZ. „Jetzt hatten wir die Anmeldungen von sieben Papas, einem Opa und elf Kindern.“ Erschienen waren schließlich sechs Papas mit neun Kindern, während der Opa aus beruflichen Gründen absagen musste.Die Idee dazu kam von Ann-Lena Häuser, die ehrenamtlich im FFZ in verschienen Funktionen mit Kindern zu tun hat. „Da könnten die Mütter sich ihre wohl verdiente Auszeit nehmen und alleine etwas unternehmen“, lautet ihre Begründung. Zusammen mit Adelheid Untch und Katrin Koch – Koordinatorin zwischen dem Familienbüro bellA, der AGFJ (Arbeitsgemeinschaft zur Förderung von Kindern und Jugendlichen) und dem FFZ – bereitete sie dieses Frühstück zu einem Unkostenbeitrag von fünf Euro pro Papa vor.
Väter lernen Väter kennen
Tobias hat von seiner Frau, die es in der Presse gelesen hat, von diesem Frühstück erfahren und ist mit Clara (fünf Jahre) und Adam (zwei) gekommen. Er ist vor zwei Jahren nach Kandel gezogen. „Man kennt sich hauptsächlich vom Kindergarten her. Hier kann man nähere Kontakte knüpfen.“ Die Frauen haben frei, die Kinder spielen miteinander oder – wie Clara gerade - mit ihrem Papa. „Das ist ein gemütlicher Samstagmorgen mit einem tollen Frühstück – auch für die Kinder“, ist Tobias von dieser Idee angetan. „Super“, meint er.
„Ich wollte einfach mal sehen, wie das so ist. Man trifft sich selten in dieser Runde – höchstens im Kindergarten“, sagt Sören Rost, der mit seinen beiden Mädchen Olivia (fünf Jahre) und Emelie-Lou (zwei) gekommen ist. „Die Kinder sind hier gut aufgehoben. Unsere Frauen haben am Samstagmorgen andere Möglichkeiten und ich kann andere Väter kennen lernen. Neue Familien will auch Thomas Koch dadurch näher kennen lernen, der mit Lilli und Enno da ist.
„Wenn das den Vätern und auch ihren Kindern so gut gefallen hat, werden wir es jeden zweiten Samstag im Monat von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr anbieten – immer mit Voranmeldung, damit wir planen können“, freut sich Untch über die Resonanz.
Einwurf
Domizil gesucht
Von Joachim Paul
Das bisherige FFZ in Kandel, das seit 2018 vom Land als „Haus der Familie“ anerkannt ist, bietet eine großartige Palette an Veranstaltungen für Jung und Alt, beziehungsweise auch Generationen übergreifend an. Ohne die Ehrenamtlichen ließe sich das alles gar nicht stemmen. Inzwischen reicht jedoch das Raumangebot nicht mehr aus. Zusammen mit der Verbandsgemeinde und der Stadt wird nach Lösungen gesucht, die aber anscheinend schwer zu finden sind. Da bleibt nur die Hoffnung, dass sich dieser Wunsch auf ein neues Gebäude – auch behindertengerecht – bald erfüllen lässt, zur Freude zahlreicher Bürger.
EINWURF
Das bisherige FFZ in Kandel, das seit letztem Jahr als „Haus der Familie“ anerkannt ist, bietet eine großartige Palette an Veranstaltungen für Jung und Alt beziehungsweise auch Generationen übergreifend an. Ohne die Ehrenamtlichen ließe sich das alles gar nicht stemmen. Jetzt besteht aber auch das beengte Raumangebot. Zusammen mit der Verbandsgemeinde und der Stadt wird nach Lösungen gesucht, die aber anscheinend nur schwer zu finden sind. Da bleibt nur die Hoffnung, dass sich dieser Wunsch auf ein neues Gebäude – auch behindertengerecht – bald erfüllen lässt – zur Freude zahlreicher Bürger.
(jopa)